Newsletter kija Sbg 04/15

Liebe FreundInnen der kija Salzburg, sehr geehrte Damen und Herren,

Die Niemande
Kinder von niemandem, BesitzerInnen von nichts,
Die keine Sprachen sprechen, sondern Dialekte,
Die keine Religionen ausüben, sondern abergläubisch sind,
Die keine Künstlerinnen sind, sondern KunsthandwerkerInnen,
Die nicht für Kultur, sondern Folklore bekannt sind,
Die nicht Menschen, sondern menschliche Ressourcen sind,
Die keine Gesichter haben, sondern Arme,
Die keine Namen haben, sondern Nummern sind.
Die Niemande, die weniger Wert sind als die Kugel, die sie tötet!

(Eduardo Galeano, 1940 - 2015)

Mahnwache und Andacht
Freitag 24. April 2015, 17.00 Uhr, Domplatz Salzburg
In Gedenken an jedes einzelne der Opfer

Petition gegen Unrecht



MutMachen für Flüchtlingskinder

MutMachen bedeutet, für jemanden da zu sein, wenn es gerade einmal nicht so rund läuft im Leben. Die kija Salzburg vermittelt seit 2007 erfolgreich ehrenamtliche MentorInnen an Kinder und Jugendliche. Im letzten Jahr haben sich zunehmend minderjährige Flüchtlinge (UMF), die in Salzburg untergebracht sind, mit der Bitte an uns gewandt, ihnen eine/n MentorIn zu vermitteln. Von 27 Mentorenschaften wurden 2014 daher acht an unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vermittelt. Der Bedarf ist nachvollziehbar: Fern der Heimat und ihrer Familie sehnen sich die Jugendlichen nach Halt, nach jemandem, der ihnen hilft, sich hier zurechtzufinden, nach Zugehörigkeit. Die MentorInnen stehen dabei aber vor einer besonderen Herausforderung. Neben der rechtlichen Unsicherheit erfordern auch Kriegstraumata oder kulturelle Unterschiede zusätzliches Wissen und besondere Unterstützung, damit der Beziehungsaufbau gelingt. Die kija Salzburg startet daher jetzt für diese speziellen MutMacherInnen ein eigenes Ausbildungs- und Betreuungsmodul.

Interessierte können sich gerne in der kija Salzburg melden: mail

Pongau & Lungau:

Auch im Pongau und Lungau konnte in den letzten Jahren das Projekt MutMachen gut verankert werden. Derzeit sind in den beiden Bezirken 25 Mentorenschaften aktiv. Der Bedarf ist aber viel größer. Zwar gibt es in den Bezirken keine UMF, aber viele Kinder, die eine Stütze bräuchten. Deshalb sucht die kija Salzburg Menschen, die sich vorstellen könnten, ehrenamtlich eine Mentorenschaft zu übernehmen.

Kontakt & Infos:
Elisabeth Rainer   tel: 0650/243 4647
Christina Scherer  tel: 0650/243 4648


Mobbingbroschüre neu aufgelegt

Die kija Salzburg hat die bereits vergriffene Broschüre "Wahrnehmen - Ernstnehmen - Handeln" neu aufgelegt. Die beliebte Publikation richtet sich an PädagogInnen, die mit ihrer Klasse oder Kindergruppe zum Thema Mobbing arbeiten möchten. Neben Begriffserklärungen, praktischen Übungen und den zentralen Botschaften enthält die Broschüre auch wichtige rechtliche Grundlagen und aktuelle Literaturempfehlungen, um sich weiter zu vertiefen.

Die kija Salzburg arbeitet seit dem Jahr 2011 intensiv zum Thema Mobbing und bietet auch entsprechende Workshops an. 2014 nahmen 438 SchülerInnen an einem solchen Workshop teil. Was in Salzburg nach wie vor fehlt, ist eine schulübergreifende Gesamtstrategie, die Mobbing in den Schulklassen zur Ausnahme macht, wie z. B. eine Mobbinganlaufstelle, an die sich Kinder und Jugendliche direkt wenden können, und SchulsozialarbeiterInnen an allen größeren Schulstandorten.

Postversand: Innerhalb des Bundeslandes kann eine kleine Anzahl an Broschüren direkt bei der kija Salzburg angefordert werden.

Broschüren-Download


Theater gegen Ausgrenzung

2008 bis 2010 tourte "Das hässliche Entlein" mit der kija Salzburg durch alle Bezirke des Bundeslandes, jetzt kann das beliebte Figurentheaterstück für Kindergarten- und Volksschulkinder bei der Gruppe "SOWIESO" wieder gebucht werden:
Als das letzte Ei aufspringt und das Kleine Entlein vorsichtig herauskriecht, warten die anderen Küken schon gespannt auf ihr Geschwisterchen. Aber was ist denn das?? "Pfui, wie siehst denn DU aus", piepen die kleinen Entlein entsetzt, "mit DIR wollen wir nicht spielen, mit DIR wollen wir nichts zu tun haben…geh weg!!"
Ausgrenzungen und Hänseleien, nur weil jemand "anders" ist, das fängt oft schon im Kindergartenalter an. Mit dem Stück kann dieses Thema früh aufgegriffen werden. Die Botschaft ist so einfach wie wichtig "JedeR ist, so wie sie/er ist, ob bunt oder rund, einzigartig und wertvoll!"

Infos zum Stück bei Christel Fasching, tel: 06245-76 212


Pongau: Radikalisierung & Gegenmaßnahmen

Viel war in den Medien in den letzten Monaten zur Kriminalität der Jugendlichen im Pongau zu hören. Das Netzwerk Kinder- und Jugendarbeit im Pongau veranstaltet nun zum Thema "Radikalisierung & Gegenmaßnahmen" einen Diskussionsabend, bei dem einige Projekte rund um das Thema vorgestellt werden. Im Vordergrund stehen soll die Frage, was man aktiv machen kann, um Jugendliche besser vor gefährlichen Gruppierungen zu schützen, und was zu tun ist, wenn Jugendliche auf die schiefe Bahn geraten. kija-Regionalmitarbeiterin Barbara Frauendorff wird als Expertin zugegen sein.

Wann: Montag 18. Mai 2015, 17.00 bis 20.00 Uhr

Wo: Pfarrsaal Bischofshofen, Franz Mohshammerplatz 2, 5500 Bischofshofen


Änderungen auf Facebook

Aufgrund der deutlich geringer werdenden Nachfrage von Jugendlichen auf Facebook - die meisten greifen jetzt auf WhatsApp zurück und haben Facebook an den Nagel gehängt - stellen wir das kija Info-Hilfe-Beratungsprofil ein. Die letzte technische Umstellung von Facebook, wonach das Profil in eine Fanseite umgewandelt wurde, hat uns diese Entscheidung zusätzlich erleichtert ;-o
Unsere kija Salzburg-Fanseite bleibt von diesen Neuerungen jedoch unberührt und wir freuen uns weiterhin auf Ihren Besuch auf www.facebook.com/kijasalzburg.


Nationales & Internationales

Kinderrechte im Parlament

Am 18. März tagte im Parlament der Familienauschuss. Dabei wurden als ein Tagesordnungspunkt die Forderungen der Kinderrechte-Enquete behandelt. Diese waren vergangenen Herbst zum 25-jährigen Kinderrechtejubiläum unter aktiver Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen im Parlament zustande gekommen. Neben zahlreichen gesetzlichen Änderungswünschen wurde von den jungen "ParlamentarierInnen" am häufigsten der Wunsch nach einem eigenen politischen Gremium, das sich mit den Forderungen der Enquete nachhaltig beschäftigen kann, genannt. Die echten ParlamentarierInnen betonten, wie bereichernd die Enquete für sie war, da sie ihnen die Gelegenheit bot, direkt mit den Kindern und Jugendlichen politische Fragen zu erörtern. Neuerlich betonten sie, sich ein regelmäßiges Stattfinden solcher partizipativer Veranstaltungen zu wünschen. Das Netzwerk Kinderrechte versucht nun, diesen Willensbekundungen Taten folgen zu lassen. Die Mitsprache und Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen würde dadurch jedenfalls erheblich gestärkt!

Zum Nachlesen:Alle Diskussionsbeiträge der 25 Jahre Kinderrechte-Enquete


Gemeinsam stark: Volksanwaltschaft und KIJAS

Am 25. März fand ein Vernetzungstreffen zwischen der Volkanwaltschaft und den KIJAS Österreich statt, bei dem auch Volksanwalt Günther Kräuter dabei war. Dabei einigte man sich auf verstärkte Zusammenarbeit bezüglich Kinderrechtsverletzungen. Insbesondere im Bereich der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMF) und der fremduntergebrachten Kinder wollen die beiden Einrichtungen an einem Strang ziehen. Die Kommission der Volksanwaltschaft kann künftig auch Wohneinrichtungen der UMF überprüfen. Längerfristig ist die Gleichstellung der UMF mit anderen Jugendlichen gemeinsames Ziel der beiden Einrichtungen. 


Das Strafrechtsänderungsgesetz 2015

Am 24. April endet die Begutachtungsfrist zum Strafrechtsänderungsgesetz. Der Entwurf beinhaltet einige neue Strafrechtstatbestände. So werden Cybermobbing und die Nötigung zur Zwangsverheiratung oder bestimmte Formen der sexuellen Belästigung ins Gesetz aufgenommen, was die KIJAS begrüßen. Überhaupt sollen durch die Reform Delikte gegen Leib und Leben härter bestraft werden als Vermögensdelikte. Die KIJAS begrüßen das grundsätzlich. Kritisch stehen sie jedoch dem Vorhaben gegenüber, im Falle von häuslicher Gewalt - von der ja häufig auch Kinder- und Jugendliche (mit-)betroffen sind - die Möglichkeit der Diversion gänzlich abzuschaffen. Gerade bei der häuslichen Gewalt schrecken Opfer aufgrund von Verwandtschaftsverhältnissen häufig vor einem Prozess zurück oder entschlagen sich der Aussage. Bei Formen der leichten Gewalt bietet die Diversion zumindest eine Möglichkeit der Auseinandersetzung des/der TäterIn mit der Tat sowie eine gewisse Form der Entschädigung. Beim Paragrafen zur Verhetzung ist der Gesetzgeber nach Ansicht der KIJAS über das Ziel hinausgeschossen. Sie geben zu bedenken, dass mit einer Zuhörerschaft von nur 30 Personen der Paragraf zu schnell erfüllt ist und insbesondere Jugendliche dadurch leicht kriminalisiert werden könnten.

Zur KIJA-Stellungnahme


Kinderrechte: Zurückziehung der Vorbehalte

Am 10. März 2015 wurden mit Beschluss des Ministerrats die Vorbehalte zu den Artikeln 13, 15 und 17 der UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK) zurückgezogen. Damit werden von der Bundesregierung die Weichen für die uneingeschränkte Geltung der UN-Kinderrechtskonvention in Österreich gestellt.

Weitere Infos


Fortpflanzungsmedizin & Kinderrechte

Zum im Februar kundgemachten Fortpflanzungsmedizinrechts-Änderungsgesetz haben die KIJAS Österreich eine Stellungnahme abgegeben. Das Gesetz lässt, den Erkenntnissen des Verfassungsgerichtshofs folgend, künftig neben den Samenspenden nun auch Eizellenspenden zu. Das Prinzip des Kindeswohls und das Recht von Kindern und Jugendlichen auf Kenntnis der eigenen Abstammung fanden im Gesetzestext Berücksichtigung. Darüber hinaus haben die KIJAS ein zentrales Register über die SpenderInnendaten gefordert, um Betroffenen die Durchsetzung ihrer gesetzlich gewährleisteten Einsichts- und Auskunftsrechte zu erleichtern. Von Seiten des Gesundheitsministeriums wurde nun zugesichert, diese Anregung zu prüfen. Für Kinder  ist die Information über seine Wurzeln und seine Herkunft in hohem Maße wichtig für die eigene Entwicklung.


Termine

Rainbows-Feriencamps

Die Trennung oder Scheidung der Eltern oder der Tod eines nahestehenden Menschen trifft Kinder besonders hart. Die vertraute Welt stürzt ein, sie werden überwältigt von Trauer, Schuld, Angst und Wut. Bei den Rainbows-Feriencamps können sich die Kinder ihren Gefühlen auf spielerische Art annähern, ihrer Trauer Platz geben und wieder Sicherheit und Orientierung gewinnen. Außerdem kommen Bewegung und Spaß am Camp nicht zu kurz, so können die Kinder gestärkt aus dem Sommer kommen!

Anmeldung bis 21. Juni 2015; weitere Infos


Seminar: Kinder psychisch kranker Eltern

Wenn ein Elternteil psychisch erkrankt, spüren das auch die Kinder. Manche reagieren auffällig auf die Belastung, dann geht man auf ihre Bedürfnisse ein. Die Kinder aber, die unauffällig bleiben, werden im Zuge der gesundheitspsychologischen Präventionsmaßnahmen oft übersehen, obwohl sie eine Hochrisikogruppe darstellen. In der Seminarreihe von JoJo stehen genau diese Kinder im Mittelpunkt.

Wann: Freitag 08. Mai 2015 & Freitag 06. November 2015, jeweils von 09.00 bis 17.00 Uhr

Wo: Bildungshaus St. Virgil, Ernst-Grein-Straße 14, 5020 Salzburg

Die Seminare sind offen für alle Berufsgruppen, die mit der Thematik in ihrem Berufsalltag konfrontiert sind.

Anmeldung bis Ende April; weitere Infos


Wir wünschen unseren LeserInnen mit diesem etwas umfangreicheren Newsletter ein informatives Leseerlebnis. Laufende Infos rund um die kija Salzburg erhalten Sie auch auf: www.facebook.com/kijasalzburg

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Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg, Gstättengasse 10, 5020 Salzburg
Tel: +43(0)662-430 550, Fax: +43(0)662-430 550-3010