Newsletter kija Sbg 11/15

Liebe FreundInnen der kija Salzburg, sehr geehrte Damen und Herren,

der November ist für die KIJAS ein besonderer Monat, denn am 20. November 1989 wurde die UN-Kinderrechtskonvention mit ihren 54 Artikeln unterzeichnet. Rund um diesen Tag finden deshalb immer Veranstaltungen zu den Kinderrechten statt. Dieses Jahr lädt die kija Salzburg gemeinsam mit akzente Salzburg und dem Verein Spektrum zu den Kinderrechte Filmtagen von 23. bis 26. November ein. Der Eintritt zu den Filmen ist frei. Lesen Sie mehr dazu in diesem Newsletter:



Kommt vorbei: Kinderrechte Filmtage in Salzburg

Film ist ein wunderbares Medium, um Geschichten zu erzählen. Aus dem "Recht von Flüchtlingskindern, geschützt zu werden" wird das aufgeweckte Mädchen Lieke, das nicht zulassen will, dass ihr bester Freund Milad plötzlich Europa verlassen muss. Oder der schüchterne Veysel, auf dessen schmalen Schultern die Verantwortung lastet, ob seine Familie bleiben kann oder nicht. Oder Ute Bock, die sich auf ihre unverwechselbar-hartnäckige Art dafür einsetzt, dass Menschen auf der Flucht würdevoll aufgenommen werden, oder Bilal, dessen Träume und Sehnsüchte immer ein bisschen größer sind, als die Zäune und Grenzen, die ihn halten wollen.

Wann: Mo 23. bis Do 26. November 2015

Wo: OVAL - Die Bühne im EUROPARK

Insgesamt zeigen wir vier Filme zum Thema "Flucht und Ankommen". "Welcome", ab 14 Jahren, "Bitte bleib!", ab 8 Jahren, "Deine Schönheit ist nichts wert", ab 13 Jahren und "Die verrückte Welt der Ute Bock" ab 14 Jahren. Außerdem werden 19 Salzburger Kinderrechtespots erstausgestrahlt und den besten Spots aus Cannes gegenübergestellt. Und das alles bei freiem Eintritt!

Wir freuen uns auf euch!

Anmeldung & Programm: www.weltkindertag-salzburg.at


open.heart hat 26 neue PatInnen

So sehen sie aus, die nächsten 26 frisch gebackenen PatInnen für unser Projekt open.heart. In den nächsten Tagen und Wochen werden sie ihre Patenkinder - unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die in Salzburg leben - kennenlernen und dann begleiten. Wir sind beeindruckt von der Bereitschaft, zu helfen, da zu sein, das Herz aufzumachen. Mit Ende November haben wir dann insgesamt 60 fertig ausgebildete PatInnen. Danke!

Weitere Infos

PS: Die nächsten freien Plätze für eine Ausbildung zum/zur PatIn gibt es für das Frühjahr 2016.


Jugendhilfe, Gefängnis und dann?

Vergangene Woche fand in der kija Salzburg der fünfte Runde Tisch zum Thema Jugenddelinquenz statt. Aktuell befinden sich mehrere Jugendliche in Puch in Untersuchungshaft, da sie an einer Messerstecherei mit tödlichem Ausgang beteiligt waren. Der aktuelle Fall zeigt, dass eine strukturelle Lücke in der Betreuung von sogenannten High-risk-Jugendlichen klafft. Es stellt sich die Frage, was mit Jugendlichen geschehen soll, die in herkömmlichen sozialpädagogischen WGs nicht zu halten sind. Klar ist, dass präventiv alles getan werden muss, um sie von der schiefen Bahn abzuhalten. Wo dieser Versuch jedoch versäumt wurde oder scheitert, fehlt nach mehrheitlicher Meinung der Runde eine individuell geschlossene Einrichtung, wo diese Jugendlichen intensiv betreut werden und Beziehung und Zukunftsperspektiven aufbauen können. Hierzu gibt es gute Beispiele aus der Praxis in der Schweiz und in Deutschland. Geplant ist ein Besuch vor Ort, um Impulse für Salzburg/Österreich mitzunehmen. Außerdem bräuchte es in Salzburg eine Jugendforensik, um Diagnosen und Therapiepläne zu erstellen.


Alarm: Was gut ist, wird gekürzt

Es wird uns gewaltig auf den Kopf fallen, wenn SchülerInnen nicht mehr aufgeklärt werden, wie sie sich vor AIDS schützen können, wenn Jugendlichen, die sich strafbar gemacht haben, nicht mehr zurück in die Gesellschaft begleitet werden, wenn Mädchen, die nicht Friseurin werden wollen, nicht bekräftigt werden, sich in sogenannte Männerberufe vorzuwagen, wenn Väter ihre Kinder nicht mehr sehen können, weil es keine Besuchsbegleitung mehr gibt. Laufend werden sozialen Vereinen und Institutionen, die höchst professionelle Arbeit leisten, die Gelder gekürzt oder sie werden chronisch unterfinanziert. Allein 2015 hat das die Aidshilfe, den Verein Einstieg, Rainbows die Kinderbrücke, Neustart u. a. betroffen. 

Mittlerweile belegt eine OECD-Studie, dass sich die Wirtschaftskrise und die damit verbundenen Kürzungen auf Kinder besonders drastisch auswirken. Die Kinderarmut ist auch in Österreich auf 9,1 Prozent gestiegen, bei Familien mit Migrationshintergrund liegt die Zahl sogar bei 15,5 Prozent.

An alle Verantwortlichen: Diese Politik ist furchtbar kurzsichtig und die junge Generation spürt die Auswirkungen bereits jetzt! Stoppen Sie die Kürzungen im Sozialbereich, es zahlt sich aus!


Laubbläser gefährden Kindergesundheit

Wer kennt das nicht, ein sonniger Herbsttag, ein freier Nachmittag am Balkon - doch die Rechnung wurde ohne eifrige Hausmeister (bewusst nicht gegendert) gemacht. Mit großer Freude jagen sie mit ihren Geräten einzelnen Blättern nach. Das ist nicht nur lästig, sondern gesundheitsgefährdend, wie eine Studie der TU Graz belegt! Schließlich wird Feinstaub (bestehend aus Hundekot, Rollsplitt etc.) mit Hochgeschwindigkeit in die Luft geblasen. Aufgrund ihrer geringeren Größe und der noch nicht fertig entwickelten Lungenbläschen leiden Kinder Besonders darunter. Asthma ist nur eine der möglichen Folgen. In Graz ist das Laubbläserverbot deshalb schon umgesetzt, in Salzburg hingegen wurden die in diese Richtung zielenden Anträge der GRÜNEN abgelehnt, dabei könnte das Verbot auch hier mittels ortspolizeilicher Verordnung durchgesetzt werden. Die kija Salzburg fordert ein Verbot der gesundheitsgefährdenden Nervensägen und wird mit diesem Anliegen an die zuständigen PolitikerInnen herantreten. Laut Artikel 24 der UN-Kinderrechtskonvention sind die Vertragsstaaten verpflichtet, alle nötigen Maßnahmen zu setzen, um Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.

Über breite Unterstützung für unser Anliegen freuen wir uns, damit das der letzte Herbst für Laubbläser ist!


Österreichweites

Konferenz der Kinder- und JugendanwältInnen

Mitte Oktober tagte die halbjährlich stattfindende Konferenz der Kinder- und JugendanwältInnen in Wien. Die drei großen Themen der Konferenz waren der Umgang mit minderjährigen Flüchtlingen, die Reformen des Schulsystems sowie der österreichweite Ausbau des Kinderbeistands.

  • Bezüglich Schule setzen sich die KIJAS für mehr Schulautonomie, mehr individuelle Förderungen, eine bessere Gewalt- und Mobbingprävention und vor allem eine breite Mitsprache der SchülerInnen ein.
  • Hinsichtlich des Umgangs mit minderjährigen Flüchtlingen fordern die KIJAS ein Ende der rechtswidrigen Unterbringung von asylsuchenden Kindern und Jugendlichen im Erstaufnahmezentrum des Bundes (z. B. Traiskirchen), wo sie nicht in die Schule gehen können und manchmal nicht einmal ein Dach über dem Kopf haben. Überhaupt soll kein Jugendlicher in Erwachsenenquartieren untergebracht werden. In den Bundesländern soll die Kinder- und Jugendhilfe die Obsorge übernehmen und die Unterschiede im Betreuungsstandards gegenüber anderen Kindern und Jugendlichen auflösen.
  • Beim Kinderbeistand wünschen sich die KIJAS aufgrund der guten Erfahrungen einen Ausbau des Modells. Zum einen soll es einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbeistand geben, zum anderen soll er auch bei nicht strittigen Trennungen unterstützend zum Einsatz kommen können. Besonders wichtig wäre es aber, den Kinderbeistand regelmäßig auch auf Pflegschaftssachen, also z. B. Fremdunterbringungen, auszudehnen. 

Lesen Sie hier die gesamten Forderungen der Kinder- und JugendanwältInnen.


Notfallmama - Wenn Kinder krank sind

Der Herbst ist die Zeit für Erkältungen. Meistens wird man krank, wenn es gerade gar nicht passt, auch bei Kindern ist das so. Was aber tun, wenn der Nachwuchs fiebert und der Pflegeurlaub bereits aufgebraucht ist oder sich ein Termin einfach nicht verschieben lässt? Der Verein KiB - children care hat als Antwort auf diese Frage die Notfallmama ins Leben gerufen. Unter der Nummer 0664-620 30 40 können Eltern ihren Bedarf melden. KiB-MitarbeiterInnen suchen dann eine geeignete Betreuungsperson in der Nähe. So kann sichergestellt werden, dass die Kinder genug Zeit bekommen, um gut betreut in den eigenen vier Wänden wieder gesund zu werden.

Weitere Infos


Doppelresidenz nicht gesetzeswidrig

Laut einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes von Ende Oktober 2015 ist die Doppelresidenz von Kindern nicht gesetzeswidrig, wenn sie im Sinne des Kindeswohls die beste Lösung ist. Das bedeutet, dass Kinder geschiedener Eltern zu jeweils fünfzig Prozent bei jedem Elternteil sein dürfen. Die kija Salzburg befürwortet diese Entscheidung, die in der Praxis ohnedies schon oft Anwendung findet, empfiehlt aber, gerade in schwierigen Situationen auf jeden Fall die Unterstützung eines Kinderbeistands beizuholen. Dieser hilft, dass die Bedürfnisse des Kindes wahr- und ernstgenommen werden. Der Kinderbeistand kann vom Gericht eingesetzt werden.


EYE 2016 - das europäische Jugendevent

Das EYE 2016 findet von 20. bis 21. Mai 2016 im EU-Parlament in Straßburg statt. 7.000 junge EuropäerInnen zwischen 16 und 30 Jahren erhalten die Möglichkeit, europäische EntscheidungsträgerInnen zu treffen und mit ihnen folgende Themen zu diskutieren.

  • Krieg und Frieden: Perspektiven für einen friedlichen Planeten
  • Apathie oder Beteiligung: Agenda für eine lebendige Demokratie
  • Ausschluss oder Zugang: Entschiedenes Vorgehen gegen die Jugendarbeitslosigkeit
  • Stagnation oder Innovation: Die Arbeitswelt der Zukunft
  • Scheitern oder Erfolg: Neue Wege für ein nachhaltiges Europa

Die Anmeldung ist nur für Gruppen möglich, Anmeldeschluss ist der 31. Dezember 2015. Weitere Infos


Termine

Vortrag: Lernstörung bei Kindern

Bei Lernstörungen wie Legasthenie oder Dyskalkulie haben Kinder Probleme beim Erlernen des Lesens, Rechtschreibens und/oder Rechnens. Lernstörungen entstehen durch eine gestörte Informationsverarbeitung von Lauten, Buchstaben, bzw. Zahlen/Mengen im Gehirn. Beim Vortrag der Kinderseelenhilfe werden neueste Therapieformen und Trainingsansätze vorgestellt.

Wann: Do 12. November 2015, 19.00 Uhr

Wo: SN Saal, Karolingerstraße 40, 5020 Salzburg

Eintritt frei, Weitere Infos


Elterntraining: Über den Tod sprechen

Wenn ein naher Angehöriger, eine Freundin oder ein Bekannter stirbt, löst das bei Kindern unterschiedliche Gefühle aus. Wut, Trauer, Hoffnungslosigkeit oder Schuldgefühle können auftreten. Erwachsene tun sich oft schwer, über den Tod zu sprechen, das verunsichert die Kinder noch mehr. Im Rahmen des Elterntrainings wird vermittelt, wie man mit Kindern über den Tod sprechen kann.

Wann: Di 17.11.2015 von 19.00 bis 21.00 Uhr ODER Fr 19.11.2015 von 9.00 bis 11.00 Uhr

Wo: Kinderschutzzentrum Salzburg, Leonhard-von-Keutschachstraße 4, 5020 Salzburg

Weitere Infos: Kinderschutzzentrum Salzburg, tel: Tel.: 0662-44 911


Symposium: Kinderrechte - Wunsch und Wirklichkeit

Anlässlich des Internationalen Tages der Kinderrechte findet auch 2015 wieder das von den KIJAS unterstützte Symposium „Kinderrechte – Wunsch und Wirklichkeit: Kinder haben Rechte - oder…“ der  kija NÖ statt. Neben der Aufführung des erfolgreichen Kindermusicals der Theatergruppe Traumfänger berichtet die renommierte österreichische Autorin Renate Welsh-Rabady über ihre Erfahrungen mit Schreibwerkstätten an Schulen. Außerdem wird der kinderrechtliche JournalistInnenpreis 2015 vergeben.

Wann: Mi 18. November 2015, 09.00 bis 12.30 Uhr

Wo: Donau-Universität Krems - Audimax
       Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30, 3500 Krems

Anmeldung; Programm 


Infoveranstaltung: Early Life Care

Mit dem Lehrgang Early Life Care startet die Paracelsusuniversität gemeinsam mit St. Virgil ab Sommer 2016 eine wissenschaftliche Weiterbildung zu Frühen Hilfen rund um Schwangerschaft, Geburt und erstes Lebensjahr. Der Lehrgang kann nach vier oder sieben Semestern abgeschlossen werden. Für Interessierte gibt es eine Infoveranstaltung.

Wann: Mi 18. November 2015, 16.00 bis 19.00 Uhr

Wo: Bildungshaus St. Virgil, Ernst-Grein-Straße 14, 5020 Salzburg

Infos & Anmeldung


Wir wünschen Ihnen ein informatives Leseerlebnis und freuen uns, Sie bei den Kinderrechte Filmtagen begrüßen zu dürfen. Laufende Infos rund um die kija Salzburg erhalten Sie auch auf: www.facebook.com/kijasalzburg

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Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg, Gstättengasse 10, 5020 Salzburg
Tel: +43(0)662-430 550, Fax: +43(0)662-430 550-3010