Newsletter kija Sbg 11/11

Liebe FreundInnen der kija Salzburg, sehr geehrte Damen und Herren,

es ist immer wieder zu beobachten, dass - wenn Missstände aufgedeckt werden - versucht wird, mittels symbolträchtiger Handlungen zu beschwichtigen. Ähnliches geschieht seit Jahren, wenn von Gewalt im Zusammenhang mit fremduntergebrachten Kindern und Jugendlichen die Rede ist. Aktuell wird von höchster Ebene eine neue Hotline propagiert, die auch auf Plakate gedruckt werden soll. Klar ist jedoch, dass diese Maßnahme die dringend notwendige externe Vertrauensperson nicht ersetzen kann. Lesen Sie mehr dazu in diesem Newsletter.


Hotline ersetzt keine Vertrauensperson

Ende November wurde in Wien bei der Enquete "Die vielen Gesichter von Gewalt" die erste umfassende österreichische Prävalenzstudie des Familienministeriums vorgestellt. Die Studie zeigt, dass 75 Prozent der befragten Erwachsenen in ihrer Kindheit Gewalt erlebt hatten, aktuell sind es immer noch über 50 Prozent. Diese Gewalt findet aber nicht nur in der Familie statt, sondern auch in Institutionen. Um jedoch die staatlichen wie auch kirchlichen Institutionen sicherer zu machen, wurde unter der Prämisse "Aus Fehlern lernen" ein Leitfaden erstellt, der als einen zentralen Punkt den Zugang externer Vertrauenspersonen zu den fremduntergebrachten Kindern vorsieht. Die KIJAs könnten diese Aufgabe österreichweit übernehmen, wenn sie mit den nötigen Ressourcen ausgestattet werden, warnen jedoch vor halbherzigen Handlungen: Weder eine Hotline, noch ein neues Plakat oder der alljährliche Kontrollbesuch der Volksanwaltschaft kann eine für Kinder real existente und erreichbare Vertrauensperson ersetzen. 


Mehr Ressourcen für Mobbing-Intervention?

Einiger hätte man sich nicht sein können - bei der Fachtagung "Aufbruch in die Salzburger Gewaltprävention" stieß die Forderung der kija Salzburg, das Problem Mobbing und Gewalt in den Schulen endlich ernstzunehmen und entsprechend zu handeln auf breite Zustimmung. Wortmeldungen aus dem Auditorium stellten jedoch klar, dass derzeit dafür an allen Ecken und Enden die Ressourcen fehlen, sowohl bei den BeratungslehrerInnen, als auch bei den Beratungseinrichtungen. Trotz diverser Vorgespräche mit den EntscheidungsträgerInnen und unterstützenden Wortmeldung von allen politischen Fraktionen gibt es bis dato keine fixen Zusagen zum Ausbau der Ressourcen. Die kija Salzburg hat deshalb eine Petition zum Thema "Recht auf Schutz vor Gewalt" gestartet, die bis 15. Februar 2012 unterzeichnet werden kann. Unterschriftenlisten können bis dahin an die kija Salzburg retouniert werden.

Zur Veranstaltung: Pressetext
Neu aufgelegte Broschüre:  Wahrnehmen, Ernstnehmen, Handeln


Projekt Cyberhelp Salzburg startet

Am 01. Dezember 2011 startete das kija-Projekt "Cyberhelp Salzburg - Jugendliche beraten Jugendliche". Es basiert auf der langjährigen Erfahrung der kija Salzburg, dass die Beratung Jugendlicher durch Jugendliche eine andere Qualität hat als konventionelle Beratung. Viele Jugendliche wenden sich lieber an Gleichaltrige, hier wird leichter preisgegeben, was tatsächlich "Sache ist". Die CyberhelperInnen beraten ab sofort von Montag bis Freitag täglich zwei Stunden zwischen 18.00 und 20.00 Uhr via Chat bzw. persönlicher Nachricht auf Facebook. Dabei werden sie in heiklen Fragen von den kija-BeraterInnen gecoacht und bekommen auch regelmäßig Fortbildungen. Die CyberhelperInnen arbeiten ehrenamtlich, das Projekt wird im Rahmen der EU-Förderung "Jugend in Aktion" unterstützt.

Wie Sie Cyberhelp Salzburg finden:

www.facebook.com/cyberhelp.sbg


Vorzeigeprojekt "MutMachen Salzburg" vor Veränderungen

2007 rief die kija Salzburg das MentorInnenprojekt "MutMachen Salzburg" ins Leben, um Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen ehrenamtliche UnterstützerInnen zur Seite zu stellen. Vier Jahre und rund 130 vermittelte Mentorenschaften später wurde das Projekt von Jungwissenschafterin Verena Karl evaluiert. Die Ergebnisse sind sensationell: 75 Prozent der MentorInnen sind mit dem Projekt sehr zufrieden, 60 Prozent treffen sich wöchentlich mit ihren Mentees, bei den Mentees, von denen 70 Prozent Migrationshintergrund haben, zeigten sich überhaupt 100 Prozent sehr zufrieden mit ihrer Mentorenschaft. Doch gerade weil das Projekt so gut läuft, stehen im Frühjahr 2012 Veränderungen ins Haus. Das Projekt hat mittlerweile eine Größe erreicht, die die zeitlichen Kapazitäten der kija Salzburg sprengt. Deshalb soll das Projekt ausgelagert werden. Aktuell führt die kija Salzburg Gespräche mit den zuständigen PolitikerInnen, um das Ziel, dass das Projekt allen Kindern und Jugendlichen im gesamten Bundesland zur Verfügung steht, zu erreichen.


Landtagsbeschluss zur Regionalisierung

Am 09. November fasste der Salzburger Landtag auf Antrag der Grün-PolitikerInnen Schwaighofer und Rössler folgenden einstimmigen Beschluss zur Regionalisierung der kija-Arbeit:

Die Landesregierung wird ersucht,

  1. ein Konzept bis 31. März 2012 zu erstellen, wie die Angebote der Kinder- und Jugendanwaltschaft für Kinder und Jugendliche im gesamten Bundesland besser zugänglich gemacht werden können;
  2. dabei insbesondere die Nutzung größtmöglicher Synergien mit bereits in den Regionen bestehenden Angeboten sowie den zielgruppenadäquaten Einsatz neuer Medien zu beachten;
  3. dem Landtag über die getroffenen - bzw. soweit diese mit zusätzlichen Kosten verbunden wären, über die vorgeschlagenen - Maßnahmen zu berichten.

Die kija Salzburg sieht das als einen Teilerfolg auf ihrem Weg zu dem Ziel, wirklich für alle Kinder im Bundesland Salzburg erreichbar zu sein. 

Zum Nachlesen: Landtagsbeschluss


Jugendliche in Tourismusgebieten

"Wenn die Saison angeht, haben meine Eltern kaum mehr Zeit für micht", "Bei uns im Gasthaus wird überall geraucht, mich stört das beim Hausübungmachen" oder "Ich finde es super, dass wir gleich neben dem Schilift wohnen und ich so oft Schifahren gehen kann". Das sind nur ein paar der Antworten, die man bekommt, wenn man Jugendliche zu ihren Erfahrungen des Aufwachsens im Tourismusgebiet befragt. Die kija Salzburg fand, dass dieses ambivalente Thema genauer beleuchtet werden sollte und startete im Pongau unter dem Motto "Licht und Schatten des Tourismus" einen Kreativwettbewerb für Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren, unterstützt von Akzente Salzburg, der Katholischen Jugend und dem Jugendzentrum Dorftreff. Eingereicht werden können Comics, Collagen, Fotos, Zeichnungen uvm., wichtig dabei ist, dass das Thema Tourismus aus jugendlicher Sicht abgehandelt wird. Die besten drei Einsendungen werden öffentlich prämiert Preise warten aber auf alle TeilnehmerInnen.

Einsendungen bis 31. März 2012 an: mail


Viele Preise und ein Bundespräsident

Zum vierten Mal wurde am 17. November 2011 der Kinderrechtspreis vergeben - von langweiliger Wiedrholung konnte jedoch nicht die Rede sein, ganz im Gegenteil! Ein wenig hing das wohl auch mit einem besonderen Gast zusammen, Bundespräsident Heinz Fischer nahm gemeinsam mit Landeshauptfrau Burgstaller und den ressortzuständigen Landesrätinnen Schmidjell und Widmann an dem Festakt im ORF-Landesstudio teil und verlieh sogar einen Ehrenpreis.

Alle PreisträgerInnen

Sonderpreis Freiwilliges Engagement: Stefanie Feuersinger mit ihrem Freiwilligendienst in „Roca Grande Melho“ in Brasilien ; Kategorie Einzelpersonen ex aequo: Christian Gratzer mit „Integratives Feriencamp Oberndorf“ und Beatrix Lamprecht mit „Handicap – kein Hindernis“ ; Kategorie Schulen: Hauptschule Köstendorf mit „Kinder haben ein Recht auf Bildung“- Patenkinder in Ecuador und Nepal ; Kategorie Institutionen/Vereine/Behörden: 1. Preis „Ich bin Ich“, Verein Selbstbewusst ; 2. Preis „Rucksack Projekt“, Integrationsbüro der Stadt Salzburg ; 3. Preis „Kinderkulturwoche“ ARGEkultur, Barbara Wick ; Ehrenpreis für Partizipation: "Kinderradio", Radiofabrik.

Presseaussendung ; Bilder 


Klarstellung zum Thema Förderdschungel

In den Salzburger Nachrichten (24. November 2011) wurde Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt in einem Artikel zum Einsparungspotenzial bei Subventionen stark verkürzt und dadurch missverständlich zitiert. Aus diesem Grund sei hier klargestellt, dass sie keinesfalls große Vereine gegen kleine ausspielen wollte oder gar die Meinung vertritt, die „big player“ leisteten grundsätzlich bessere Arbeit. Vielmehr ging es darum, zum Ausdruck zu bringen, dass die Institutionen, in deren Verantwortung es liegt, beispielsweise für das Kindeswohl zu sorgen (Jugendämter), mit ausreichenden Ressourcen ausgestattet gehören, um diesem Auftrag nachzukommen. So soll verhindert werden, dass immer neue Initiativen entstehen, die abzufangen suchen, was die "Großen" nicht zu leisten imstande sind. Hier geht es nicht um Einsparungen, sondern um eine notwendige budgetäre Ausstattung, mit der sinnvoll und nachhaltig gearbeitet werden kann.

Lesen Sie die gesamte Klarstellung: Hier


Das Team der kija Salzburg wünscht Ihnen ein interessantes Leseerlebnis und eine ruhige Vorweihnachtszeit.

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