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Junge Liebe in Zeiten von Corona

Die Pubertät ist die Zeit, in der das Treffen mit Gleichaltrigen, die Loslösung vom Elternhaus und die erste Liebe und alles was dazu gehört eine enorm wichtige Rolle spielen. Diese Erfahrungen gehören zum Heranwachsen einfach dazu.

Foto von zwei Händen

Symbolfoto (cc 2.0 netzanette / flickr): Körperkontakt ist ein Grundbedürfnis - nicht nur für Erwachsene.

Doch während des Lockdowns war es für Jugendliche extra-schwierig, ihre Sehnsucht nach „Liebe, Sex & Zärtlichkeit“ zu leben, denn die ungezwungenen Begegnungsräume wurden von einem Tag auf den anderen „heruntergefahren“. Erwachsene haben in der Regel ihre privaten Rückzugsräume – junge Menschen sehr oft nicht. Daher sind sie stärker auf den öffentlichen Raum zum Treffen angewiesen!

Was aber tun, wenn der Aufenthalt im öffentlichen Raum stark reglementiert wird?

Während des Lockdowns wandten sich immer wieder Jugendliche an uns, die Strafen zahlen mussten, weil sie sich „zu nahe“ gekommen waren. Manche wurden von Polizist*innen indiskret befragt und verspottet. Die kija Salzburg fordert die Exekutive daher auf, die Jugendlichen verständnisvoll auf die aktuell geltenden Regeln aufmerksam zu machen und von Strafen und abwertender Diktion abzusehen.  

Künftig gilt es eine Balance zu finden zwischen den Corona-Sicherheitsmaßnahmen und den Bedürfnissen junger Menschen nach Freiraum und körperlicher Nähe. Erste Liebesbeziehungen gehören zur Entwicklung von Jugendlichen dazu. Es ist Aufgabe der Erwachsenen, dieses Grundbedürfnis auch bei Jugendlichen anzuerkennen und zu respektieren!

Im Folgenden haben wir euch den aktuell geltenden rechtlichen Rahmen zusammengefasst:

Vor dem 1. Mai 2020 galt:

  • Erlaubt war der Kontakt im privaten Bereich mit einer „festen Freundin“ oder einem „festen Freund“, weil diese als Lebenspartner*innen gelten und dieser Kontakt zu den „Grundbedürfnissen des täglichen Lebens“ gehört.
  • Wenn ihr trotzdem eine Strafe bekommen habt und diese bezahlt habt, ist die Sache eigentlich gelaufen. Aber es gibt bereits ein Gerichtsurteil darüber, dass eine Strafe unrechtmäßig war. Vielleicht kommt hier also noch Bewegung in die Sache.

    Wenn ihr also meint, dass ihr zu Unrecht gestraft worden seid – meldet euch so bald wie möglich bei uns!

Seit dem 1. Mai 2020 gilt:

  • Erlaubt ist, sich zu Hause zu treffen. Dort dürft ihr euch auch richtig nahekommen. Sollte sich eine*r von euch beiden jedoch krank fühlen, verzichtet besser auf das Treffen. Schützt euch und eure Liebsten!
  • Erlaubt ist, sich draußen an öffentlichen Orten zu treffen, wenn ihr mindestens einen Meter Abstand haltet. Die Ein-Meter-Regel gilt nur dann nicht, wenn man offiziell im gemeinsamen Haushalt lebt.
  • Wenn ihr euch an öffentlichen Orten zu nahe kommt, kann es sein, dass ihr von der Polizei angehalten werdet und Auskunft geben müsst.

Auskunft geben müsst ihr über:

⇒ Name

⇒ Geburtsdatum & -ort

⇒ Adresse

⇒ Staatsbürgerschaft

⇒ Wenn du unter 18 Jahren alt bist den Namen deiner Erziehungsberechtigten

⇒ Österreichische Staatsbürger*innen müssen grundsätzlich keinen Ausweis mitführen. Es kann aber sinnvoll sein, um nachzuweisen, dass ihr alt genug seid um abends noch alleine unterwegs sein zu dürfen (Jugendschutzgesetz).

  • Nicht beantworten müsst ihr persönliche Fragen zu eurer Liebesbeziehung!
  • Wenn ihr eine Strafe bekommt, ist das meist eine „Organstrafverfügung“ (so wie bei Falschparken). Wenn man diese Strafe innerhalb von 14 Tagen bezahlt, ist die Sache erledigt. Wenn ihr die Strafe ungerechtfertigt findet, könnt ihr die Strafe einfach nicht zahlen – dann kommt ein Verwaltungsstrafverfahren in Gang.
    Aber Achtung, die Strafe könnte dann auch höher ausfallen!

    Tipp: Wenn ihr euch einsichtig zeigt, kann es auch sein, dass es die Polizist*innen bei einer Ermahnung zu belassen.

    Wenn es zu Schwierigkeiten kommt, meldet euch möglichst bald in der kija Salzburg.


Was erlaubt und was verboten ist, ändert sich aufgrund der Entwicklung der Corona-Pandemie laufend – informiert euch daher immer wieder auf der Homepage des Sozialministeriums.

! Achtung Sexting !

Intime Bilder oder Videos via Handy auszutauschen, kann strafbar sein:

Wenn ihr unter 18 Jahre alt seid, ist der Austausch pornografischer Bilder oder Videos grundsätzlich strafbar. Wenn ihr über 14 Jahre alt seid, dürft ihr euch Bilder und Videos schicken, wenn sie unter euch als Pärchen bleiben und beide einverstanden sind. Ihr dürft sie aber nicht verbreiten, weiterleiten, teilen usw.

Generell gilt, dass das Verschicken von Bildern gegen den Willen der abgebildeten Person nicht erlaubt ist!  

 

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