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Kinderarmut: Lernen aus der Krise!

303.000 Kinder unter 18 Jahren sind österreichweit armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg fordert gemeinsam mit der Volkshilfe Salzburg und dem Netzwerk der Salzburger Armutskonferenz Maßnahmen zur Entlastung armutsbetroffener Familien.

Zwei Frauen sitzen auf einer Parkbank, davor steht ein Kinderwagen mit Baby

Symbolbild: cc2.0 Roel Wijnants / flickr

303.000 Kinder - diese Zahl stammt aus der EU-SILC-Erhebung 2019, einem Jahr ohne Pandemie, Kurzarbeit und Massenarbeitslosigkeit. Jetzt stehen wir vor einer völlig neuen Situation: Nicht nur armutsgefährdete oder betroffene Menschen, sondern auch Familien, die bisher gut über die Runden gekommen sind, werden aufgrund von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit mit finanziellen Engpässen konfrontiert.

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg fordert daher gemeinsam mit der Volkshilfe Salzburg und dem Netzwerk der Salzburger Armutskonferenz Maßnahmen auf zwei Ebenen: Einerseits braucht es Strategien, um Familien über die Sommermonate hinweg Möglichkeiten zur Kinderbetreuung im Bundesland Salzburg anzubieten, andererseits werden auch langfristige Maßnahmen zur Prävention von Kinderarmut dringend benötigt.

Lösungen für die Sommermonate

Für die Stadt Salzburg wurden bereits erste Maßnahmen, wie die Ausdehnung der Kinderbetreuung der städtischen Einrichtungen über die Sommermonate hinweg angekündigt. „Auch in den ländlichen Regionen gibt es Bedarf an Kinderbetreuungsangeboten, nachdem viele Eltern ihre Urlaubstage bereits aufgebraucht haben. Und das nicht nur für die Zeit der Krise, sondern auch danach“, fordert Barbara Erblehner-Swann, Juristin und Sozialberaterin bei kija Salzburg. Neben der Entlastung von Eltern hat ein gut ausgebautes Betreuungsangebot das Potential, die Folgen von Kinderarmut temporär abzufedern. „Darüber hinaus haben Kinder laut der UN-Kinderrechtskonvention ein Recht auf Bildung, Freizeit und Spiel“, so Erblehner-Swann.

Bildung braucht Ressourcen

Für 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahre (EU-SILC 2019) gehört es zum Alltag, in überbelegten Wohnungen ohne eigenen Ruhe- und Rückzugsraum Schulaufgaben zu machen. Oft ist auch die technische Ausstattung für das Lernen zuhause nicht oder nicht ausreichend vorhanden. Eine Situation, welche besonders während der Quarantänezeit zur Belastungsprobe für viele Familien wurde.

"Hier muss die Politik ansetzen, Angebote schaffen und Benachteiligungen durch öffentliche Angebote mildern“, fordert Carmen Bayer, Sprecherin der Salzburger Armutskonferenz. Für die nächsten Monate braucht es klare Regelungen für Anbieter*innen von Kinderbetreuung und eine Strategie, um im Falle einer zweiten Welle Kindern und Pädagog*innen digitale Endgeräte zur Verfügung zu stellen sowie einen adäquaten Zugang zum Internet im Sinne einer echten Bildungsgerechtigkeit.

Langfristige Prävention von Kinderarmut

„Aber letztlich geht es bei ‚kein Geld‘ gar nicht ums Geld, sondern um Mobilität, Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben, um Identität und Selbstbewusstsein.“

Mit diesen Worten beschreibt die Autorin Undine Zimmer die Armutserfahrungen ihrer Kindheit und macht damit auf die gravierenden sozialen Auswirkungen von Armut aufmerksam. Das Risiko der sozialen Ausgrenzung liegt bei Kindern mit 19 Prozent sogar über dem der Gesamtbevölkerung (17 Prozent - EU-SILC 2019). „Anstatt die Problemlagen einzeln zu bekämpfen muss erkannt werden, dass Kinderarmut kein isoliertes Phänomen ist. Strukturelle Veränderungen sind notwendig, um Kinderarmut zu beenden“, betont Ingrid Riezler-Kainzner, Vereinsvorsitzende der Volkshilfe Salzburg.

Gefordert werden ein Ausbildungs- und Beschäftigungspaket für Jugendliche, mehr leistbarer Wohnraum sowie Löhne, die es Familien ermöglichen, ohne Zusatzleistungen gut über die Runden zu kommen. Denn mehr als die Hälfte der Familien mit Kindern (57 Prozent – EU-SILC), die Leistungen aus der Mindestsicherung beziehen, haben auch Einkommen aus Erwerbstätigkeit, sind also Aufstocker*innen.

Jetzt liegt es an der Politik, aus der Krise zu lernen und Lösungen zu erarbeiten.

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