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Krieg, Kinder und Kinderrechte

Seit gut einem Monat herrscht Krieg in der Ukraine. Jeder Krieg ist ein Verbrechen, einhergehend mit massivsten Menschen- und Kinderrechtsverletzungen: Alle Kinderrechte werden außer Kraft gesetzt! Bereits jetzt sind eine halbe Million Kinder und Jugendliche auf der Flucht aus der Ukraine. Und ein Ende ist nicht absehbar.

Wir Erwachsenen haben die Pflicht, alles zu tun, diese Kinder und ihre Familien bestmöglich vor jeglicher weiteren Gewalt zu schützen, zu unterstützen und zu betreuen, in der Ukraine, auf der Flucht und in den Aufnahmeländern, wie auch in Österreich (Siehe Art. 38 sowie Art. 22 UN-Kinderrechtskonvention).

Die derzeitige Welle der Empathie und Solidarität, die Hilfsbereitschaft unzähliger ehrenamtlicher Helfer*innen sowie entschlossene, unbürokratische und an den Menschenrechten orientierte Lösungen der Politik sind überlebensnotwenig für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine, und das ist gut so. Doch gleichzeitig sei daran erinnert, dass laufend und noch vor weniger als einem halben Jahr, Österreich bestens integrierte Kinder, die hier beheimatet waren, in Kriegs- und Vorkriegsländer, in unsichere Gebiete, auch die Ukraine, abgeschoben hat. Diese Kinder, die nun mehrfach traumatisiert sind, müssen unbedingt, so sie es überhaupt ein zweites Mal nach Österreich schaffen, einen dauerhaften sicheren Aufenthalt bekommen!

Und wir dürfen nicht vergessen: Weltweit sind rund 40 Millionen Kinder auf der Flucht. Alle Kinder sind gleich viel „wert“.  Kinderrechte haben eine universelle Gültigkeit! Sie gelten für alle junge Menschen, ob aus Syrien, Afghanistan, Nigeria … - oder der Ukraine. Österreich hat 2011 im Bundesverfassungsgesetz über die Rechte von Kindern einige Kinderrechte, wie z. B.  das Kindeswohlvorrangigkeitsprinzip in Verfassungsrang gehoben, aber explizit geflüchtete Kinder davon ausgeschlossen. Die aktuelle Situation wäre also ein wirklich guter Anlass, diesen Vorbehalt endlich zurückzunehmen und Gesetze und Regelungen so zu gestalten, dass sich die Lebensbedingungen für ALLE Kinder in Österreich, so auch hier her geflüchtete Kinder, tatsächlich nachhaltig in Österreich verbessern. Auch die Empfehlungen der Kindeswohlkommission, die seit bald einem Jahr auf dem Tisch liegen, sind endlich vorbehaltlos umzusetzen. Tatsächlich sind 1300 Fluchtwaisen in Österreich Kinder zweiter Klasse, daher sind die kijas Österreichs selbstverständlich dem breiten Bündnis für gleiche Rechte beigetreten und unterstützen die Kampagne der Asyllkoordination #KindistKind

Der aktuelle Krieg, mit seinen erschütternden Bildern und Berichten trifft erneut die junge Generation, die durch die Corona-Pandemie ohnehin schon belastet ist. Wir Erwachsenen sind in diesen Tagen in der Pflicht, Kinder und Jugendliche aufzufangen, mit ihnen altersgerecht über ihre Ängste zu reden, Fragen zu beantworten und vor Überforderung zu schützen. Ein guter Türöffner, um ins Gespräch zu kommen sind Kinder- und Jugendbücher. Wir haben aufbauend dazu einige Büchertipps, Infos und Links zusammengestellt.

Kinder haben das Recht auf kindgerechte Information, alles zu erfahren, was sie betrifft, gleichzeitig sind sie vor überfordernden Inhalten zu schützen, so der Art. 17 der UN-Kinderrechtskonvention. Es gibt empfehlenswerte Kindernachrichten, auf denen altersgerecht wichtige Informationen aufbereitet sind. Auch in Österreich gibt es seit neuestem wieder einen entsprechenden Kinderkanal. Damit beenden wir diese Botschaft zumindest mit einer kleinen guten Nachricht.

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