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kija Salzburg - Kinder und Jugendliche unter Druck

Die gesamte Gesellschaft ist durch die aktuelle Situation belastet und gefordert. Ganz besonders trifft es aber auch die Jüngsten. Ihre Rechte dürfen nicht aus dem Blickfeld geraten.

Gesperrter Spielplatz

Die kija Salzburg fordert, die Parks wieder zu öffnen!

Kinder und Jugendliche gelten zwar nicht als Risikogruppe von Covid-19, doch zusätzlich zu der allgegenwärtigen Anspannung, der kollektiven Unsicherheit, existentiellen Ängsten und der Sorge vor der Erkrankung von Angehörigen kommen kinderspezifische Belastungen hinzu. In jedem Fall gilt, sich bei allen Anliegen, die Kinder und Jugendliche betreffen, sich rechtzeitig Hilfe zu holen. Neben anderen Hotlines ist die Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg unter 0662-430 550 Ansprechpartnerin!

Das Aufwachsen ist eine gemeinschaftliche Aufgabe

Kinder und Jugendliche sind durch den Verlust von wichtigen Bezugspersonen (Großeltern, FreundInnen et.), den Wegfall der Tagesstruktur durch das Schließen von Kindergärten und Schulen, dem eingeschränkte Bewegungsradius - der diametral zu ihrer Entwicklung verläuft -, neuen Anforderungen durch E-Learning und Eltern(-teile), die sich durch das Homeoffice im Dauerstress befinden in ihrem gesunden Aufwachsen beeinträchtigt oder sogar gefährdet.

Ein afrikanisches Sprichwort besagt, dass es „zum Aufziehen eines Kindes eines ganzen Dorfes bedarf“. Dieses Dorf ist den Kindern und Familien nun abhandengekommen.

Es gilt daher - trotz der gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt - die Rechte der Kinder im Auge zu behalten.

Kontaktrecht – Kinder haben ein Recht auf ihre Eltern

Einige wichtige und richtige Maßnahmen, die Familien entlasten, wurden zum Glück bereits getroffen. So wurden Delogierungen gestoppt und es gibt jetzt einen erleichterten Unterhaltsvorschuss. Im Bereich des Kontaktrechts wurde - nicht zuletzt aufgrund einer Aussendung der kijas Österreich – vom Justizministerium eingelenkt. Der Kontakt zum nicht im selben Haushalt lebenden Elternteil bleibt trotz Ausgangsbeschränkungen aufrecht, weil in der ohnehin belastenden Zeit für Kinder der Kontakt zu ihren Eltern besonders wichtig ist. Gleichzeitig sind Besuchskontakte jedoch schwierig, wenn noch nicht alle Konflikte gelöst sind. Hier sind Eltern gefordert, ihre Konflikte und Kränkungen hintan zu stellen, behutsam und vorsichtig zu sein und Lösungen zu finden, die Kindern gut tun.

Wenn der Druck steigt … - Häusliche Gewalt & Kinderschutz

Unter den genannten Umständen steigt der Druck in den eigenen vier Wänden enorm. Eine massive Zunahme von Gewalt an Kindern ist daher zu befürchten. Waren wir in „normalen“ Zeiten schon weit entfernt von der gewaltfreien Erziehung , gerät in Zeiten von erhöhtem Stress der Eltern und der Isolation der Familie dieses Ziel in weite Ferne. Hinzu kommt, dass viele Unterstützungsangebote für Familien, die sonst in notwendigen direktem Kontakt stehen, nur noch online genutzt werden können oder gar ausgesetzt wurden. Eine voll funktionsfähige Kinder- und Jugendhilfe in der derzeitigen Lage von ganz erheblicher Bedeutung. Es braucht eine Verstärkung des Schutznetzes, etwa durch den Ausbau der Angebote von Onlinehilfe und ambulanter Hilfe. Die deutsche Familienministerin Franziska Giffey hat dies schon unmissverständlich festgestellt: „(…) Eine funktionsfähige Kinder- und Jugendhilfe ist in der derzeitigen Lage von ganz erheblicher Bedeutung. Denn Kinder- und Jugendschutz ist Gesundheits- und Lebensschutz!“  Selbstverständlich müssen aber auch diese MitarbeiterInnen für den Bedarfsfall mit entsprechende Schutzkleidung ausgestattet werden.

Alle Institutionen, die Kinder betreuen, schützen und unterstützen sind systemrelevant und dürfen nicht durch den Abzug von Personal für andere Bereiche ausgedünnt werden. Dazu zählen namentlich die Kinder- und Jugendhilfe, psychosoziale Dienste und Kinderschutzeinrichtungen!

Schule – niemand darf auf der Strecke bleiben

Im Bildungsbereich steigt durch das Wegfallen des gemeinsamen Unterrichts in den Schulen die Gefahr der Ungleichbehandlung. Daher empfehlen wir, dass alle SchülerInnen – ähnlich wie nach einem Auslandssemester - mit einem positiven Abschlusszeugnis abschließen und aufsteigen können. In der Coronakrise werden die Kinder und Jugendlichen ganz andere Fertigkeiten und Fähigkeiten entwickeln, als im regulären Unterricht. Dies gilt es anzuerkennen und den Druck deutlich zu drosseln!
Sollte der Schulbetrieb in Folge stufenweise hochgefahren werden, empfiehlt die kija Salzburg, zuerst jene SchülerInnen in den Schulalltag aufzunehmen, die momentan für Lehrkräfte nicht erreichbar sind. Diese könnten in einer ersten Lernphase an der Schule intensiv betreut werden. Die erste Zeit könnte auch dazu genutzt werden, Defizite im Bereich des digitalen Lernens aufzuholen, damit hier künftig alle SchülerInnen vom gleichen Ausgangswissen aus starten können. Im kommenden Schuljahr könnten die ersten drei Monate dann der gemeinsamen Orientierung dienen. Sollte sich dabei herausstellen, dass manchen SchülerInnen zu viel Unterrichtsstoff fehlt, wäre in Ausnahmefällen immer noch eine Zurückstufung möglich.

Fehlender Freiraum, kein Platz zum Spielen

Das Spielen und Austoben im Freien ist essentiell für die motorische, kognitive und seelische Entwicklung von Kindern. Pubertierende Jugendliche (und deren Eltern) trifft der eingeschränkte Bewegungsradius ebenfalls hart. Das Schließen der Spielplätze und Parkflächen, insbesondere im städtischen Bereich, hat gravierende Auswirkungen auf das kindliche Wohlbefinden. Daher fordert die kija Salzburg Lösungen im Einklang mit den notwendigen gesundheitsbezogenen Maßnahmen. So könnten die Parkflächen beispielsweise unter Einsatz von ParklotsInnen und MitarbeiterInnen aus Jugendorganisationen wieder geöffnet werden.

Kindeswohl steht in der Verfassung

In den genannten Bereichen gab es schon in der Vergangenheit enorme Lücken. Der Entwicklungs- und Bewegungsraum für Kinder und Jugendliche wurde zu Gunsten der Wirtschaft immer weiter eingeengt , Sozialleistungen und Unterstützungsprogramme für Kinder, Jugendliche und Familien gekürzt. Wir befinden uns längst auf einem Niveau, auf dem aus kinderrechtlicher Sicht Einschränkungen kaum verkraftbar sind! Es darf daher nicht übersehen werden, dass laut Bundesverfassungsgesetz über die Rechte von Kindern BGBl. I Nr. 4/2011 in Artikel 1 „bei allen Maßnahmen das Kindeswohl vorrangig zu berücksichtigen ist“.

Vergessen wir auch in global schwierigen Zeiten auf die Bedürfnisse der Kinder nicht. Sie können sich am wenigsten wehren.

Daher drängt die kija Salzburg darauf, dass bei all den weiteren notwendigen Krisenmaßnahmen Kindern und Jugendlichen ein besonderes Augenmerk zukommt. So wie die Kreisläufe von Gesundheit, Wirtschaft, Arbeit, Bildung Finanzen berücksichtigt werden, gilt es auch, einen Schutzschirm und Härtefallfonds für Kinder, Jugendliche und Familien zu spannen!

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