Newsletter kija Sbg 04/13

Liebe FreundInnen der kija Salzburg, sehr geehrte Damen und Herren,

wenn Kinder und Jugendliche (sexuelle) Gewalt erfahren müssen, ist das schlimm genug. Wenn ihre PeinigerInnen Bilder von den Misshandlungen über Facebook und Co um den halben Globus schicken und ihre Opfer zusätzlich im Netz bloßstellen und diffamieren, wird eine Verarbeitung des Erlebten schier unmöglich. Sexting-Fälle beschäftigen die kija Salzburg in zunehmender Intensität. Lesen Sie mehr dazu in diesem Newsletter ...


Minderjährige in Haft?

In Salzburg kam Ende Februar - die Presse berichtete - ein 14-Jähriger Pongauer in U-Haft - und dort ist er noch immer!!! Der Grund für die außerordentlich lange U-Haft ist, dass im Nahraum keine geeignete Einrichtung für ihn gefunden werden konnte. Ein Gefängnis ist jedoch ein denkbar ungeeigneter Ort für einen Jugendlichen, der dringend Halt, Schutz und Orientierung braucht. Hier kann sein Kinderrecht auf bestmögliche Entwicklung aus Gründen der Ressourcenknappheit nicht garantiert werden, vielmehr wird er weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Im konkreten Fall installierte die kija Salzburg einen Besuchsdienst. Mittlerweile wurde auch eine geeignete Einrichtung gefunden, in die der Jugendliche aller Voraussicht nach bald überstellt werden kann.

Die strukturellen Probleme, allen voran die mangelnde Betreuung, bleiben jedoch bestehen. Österreichweit waren 2011 149 Jugendliche inhaftiert, Tendenz steigend. Ende April traf sich die Steuerungsgruppe von JU-Quest, einem österreichweiten Zusammenschluss von ExpertInnen aus dem Umfeld der Jugendwohlfahrt, zu diesem Thema, um für April 2014 unter dem Titel "Kinder, die keiner will" eine Tagung sowie eine Befragung vorzubereiten.


Sexting - was tun?

Nach Mobbing und Cybermobbing hat nun die Sexting-Welle(Anm.: sexting = sex + texting, also sex verschicken) die kija Salzburg erreicht, doch was steckt hinter dem Begriff? 

Mit oder ohne Zutun eines/einer Jugendlichen (zum Teil wird einfach mittels Bildbearbeitungsprogrammen ein Foto manipuliert) wird ein erotisches bzw. pornografisches Bild virtuell losgeschickt. Die anonyme Masse macht sich über das Dargestellte lustig und verbreitet das "bloßstellende Bild" weiter. Besonders perfid: Oft wissen "alle anderen" vor der betroffenen Person darüber Bescheid, was im Netz vor sich geht. Zurück bleibt ein schwer traumatisiertes, mitunter akut suizidales Opfer, welches aus Scham erst sehr spät Hilfe sucht.
In der Prävention gibt es nun schon einige engagierte Einrichtungen, die sehr gut zu diesem Thema informieren. Wenn es aber darum geht, Betroffenen schnell zu helfen, sind viele Einrichtungen mit dem neuen Phänomen (noch) überfordert. Die kija Salzburg plant deshalb für Ende Juni ein Vernetzungstreffen für die verschiedenen Anlaufstellen.

Grundsätzlich gilt bei Sexting ...

  • ... das Opfer aus der "Schusslinie" bringen und therapeutisch stützen;
  • ... die Verteilung der Bilder so schnell wie möglichstoppen;
  • ... mit den Schulen und Jugendeinrichtungen kooperieren und die TäterInnen über ihre strafbaren Handlungen aufklären.

Eine große Herausforderung, an der wir gemeinsam wachsen müssen!


Barbara Mobil - stark in der Region

Ab sofort ist die kija Salzburg stärker für Kinder und Jugendliche in der Region vertreten. kija-Mitarbeiterin Barbara Frauendorff fährt jeden Montag in die Region, um vor Ort zu beraten, Schulklassenworkshops abzuhalten oder die Vernetzung für eine starke Interessensvertreteung für Kinder und Jugendliche in der Region voranzutreiben.

Möglich gemacht hat diese erhöhte Präsenz eine Kooperation mit dem Projekt „die Chance“, das wiederum Landesrätin Tina Widmann und das Landesjugendreferat auf den Weg brachten. Gemeinsam kann ein von Mercedes zur Verfügung gestellter Beratungsbus genutzt werden, um auch wirklich dort hinzukommen, wo der Hut brennt. 

Termine bis zum Sommer:

Montag 06.05.2013 - Pinzgau
Montag 13.05.2013 - Lungau
Montag 27.05.2013 - Pongau
Montag 10.06.2013 - Lungau
Montag 17.06.2013 - Pinzgau
Montag 24.06.2013 - Pongau
Montag 01.07.2013 - Lungau

Unterstützt von:

Mercedes, Teamco-Foundation, Landesrätin Tina Widmann und Landesjugendreferat Salzburg

Spiritnight

Zusätzlich zu den Regionalmontagen war die kija Salzburg im April bei drei Spiritnights (Anm.: Vorbereitungsabende für Firmlinge) mit einem Workshops zum Thema Eigenwahrnehmung und Selbstsicherheit vertreten. Inhaltlich ging es darum, die Jugendlichen gegen Mobbing zu stärken und ihnen gerade in Bezug auf Freundschaften und Selbstpräsentation die Unterschiede zwischen realer Welt und facebook zu verdeutlichen. Insgesamt konnte die kija Salzburg im Pinzgau, Pongau und Lungau so rund 300 Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren erreichen.


Runder Tisch: Pilotprojekt in Kinder- und Jugend-WGs

Auf dem langen Weg zu mehr Stärkung und Unterstützung für Kinder und Jugendliche in Salzburg, die außerhalb der Familie großwerden, ist der 11. April 2013 ein Meilenstein. Gemeinsam mit der kija Salzburg lud Landesrat Walter Steidl 25 TeilnehmerInnen aus der Jugendwohlfahrt und allen Trägerorganisationen zu einem Runden Tisch, um sie über österreichweite Entwicklungen und das seit Herbst 2012 laufende Pilotprojekt der kija Salzburg zu informieren. Das Pilotprojekt "Kinderanwaltliche Vertrauensperson für fremduntergebrachte Kinder und Jugendliche - Arbeitstitel: 13" startete - vor dem Hintergrund internationaler Entwicklungen - in drei sozialpädagogischen Wohngemeinschaften. Zuletzt wies die UNO darauf hin, dass Österreich im Bereich der Fremdunterbringung mehr zum Schutz der Kinder und Jugendlichen unternehmen müsse. Vereinzelt herrscht in Salzburg bezüglich dieser Entwicklungen (noch) Skepsis, umso erfreulicher, dass gerade die WG-LeiterInnen, in deren Häusern das Projekt läuft, die regelmäßigen Besuche der kija-MitarbeiterInnen als entlastende Ressource erlebten.

Next step - Verbesserung des gesetzlichen Rahmens

Durch das neue Bundes-Kinder und Jugendhilfegesetz ist es notwendig gewordenen, dass die Länder entsprechende Landesausführungsgesetze erarbeiten. In diesen Prozess will Landesrat Steidl die wichtigsten AktuerInnen im Bereich der Fremdunterbringung einbinden. Die kija Salzburg verspricht sich davon einiges und nimmt sich Vorarlberg zum Vorbild. Dort ist man nach dem "Fall Cain" schon weiter, beispielsweise wurden die Frühen Hilfen massiv ausgebaut und es gibt ein eigenes Kinder- und Jugendanwaltschaftsgesetz, das den Zugang zu allen Heimen und WGs garantiert.


Buchtipp: Heimerziehung in Salzburg nach 1945

Das Buch "Abgestempelt und ausgeliefert - Fürsorgeerziehung und Fremdunterbringung in Salzburg nach 1945. Mit einem Ausblick auf die Wende hin zur Sozialen Kinder- und Jugendarbeit von heute", erschienen im Studienverlag, wurde zwar von einem Team von HistorikerInnen erarbeitet, abgeschlossene Geschichte ist das Thema jedoch nicht, denn die Folgen der erlebten Stigmatisierung und Gewalt reichen für viele Betroffene bis in die Gegenwart. Am Beispiel Salzburg wird in dem Buch das Zusammenwirken von Jugendämtern, heilpädagogischen Einrichtungen, Erziehungsheimen und Politik untersucht.    

Zum Verlag


Studie: Young Carers

Bisher ist wenig über sie bekannt, über die Situation von Kindern und Jugendlichen, die zu Hause ihre Angehörigen pflegen. Nur so viel kan man sich vorstellen, dass das hohe Maß an Verantwortung, das auf ihren Schultern lastet, auf Kosten ihrer Kindheit geht. Das Bundesministerium für Soziales, Arbeit und Konsumentenschutz hat nun eine Studie veröffentlicht, die konkrete Zahlen und Fakten zur Thematik in Österreich liefert. Die Studie soll auch dazu beitragen, den tabuisierten Umgang mit der prekären Lage betroffener Kinder und Jugendlicher aufzubrechen.

Zur Studie


Termine

Heute: Kost-Nix-Laden

Die Idee des Kost-Nix-Ladens ist einleuchtend: Menschen, die (zu) viel haben (Kleidung, Elektro- und Haushaltsgeräte, …) und davon manches nicht mehr benötigen, können diese funktionstüchtigen Waren zur freien Entnahme für Menschen zur Verfügung stellen, die zu wenig oder gar nichts haben.

Wann: 30. April 2013, von 12.00 bis 17.00 Uhr

Wo: Jugendzentrum IGLU, Haydnstraße 4, 5020 Salzburg

Besonderer Bedarf besteht an Kleidung, Geschirr, (funktionierenden) Elektronikgeräten, Mobiltelefonen, Notebooks usw.

Infos & Sachspenden: Tel.: 0662-877 386 oder mail 


Filmtipp: Die Schule des Lebens

Kinder freuen sich auf die Schule, in der "Schule des Lebens" wird versucht, diese Freude so lang wie möglich zu erhalten. Doris Kittlers Dokumentarfilm wird noch bis zum 30. April in Salzburg im Das Kino gezeigt.

Trailer;Infos zum Film


Rainbows-Feriencamps

Der Verein Rainbows bietet im Sommer 2013 Feriencamps für Kinder an, die den Tod eines geliebten Menschen erlebt haben oder deren Eltern sich getrennt haben. Gruppenaktivitäten wie Malen, Baden und Bewegung wirken dem Gefühl des Alleinseins entgegen.

Kosten: 341,- Euro ; Anmeldung & Infos:www.rainbows.at


Das Team der kija Salzburg wünscht Ihnen ein anregendes Leseerlebnis und einen genussvollen Frühlingsbeginn. Laufende Infos rund um die kija Salzburg erhalten Sie auf: www.facebook.com/kijasalzburg

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Tel: +43(0)662-430 550, Fax: +43(0)662-430 550-3010