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Standpunkt zum Thema "Förderdschungel"

Klarstellung von Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt bezugnehmend auf den Artikel "Verloren im Förderdschungel - Wildwuchs bei Subventionen im Visier" in den Salzburger Nachrichten (Freitag, 24. November 2011, S 01 – 03).

Richtigstellung.

Bild: Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt will sich nicht als Befürworterin von Kürzungen bei "kleinen" Vereinen und Initiativen missverstanden wissen.

Vergangene Woche wurde Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt von den Salzburger Nachrichten zum Thema "Förderdschungel bei Beratungseinrichtungen" befragt und im oben genannten Artikel auch zitiert. Leider wurde ihre Aussage jedoch verkürzt wiedergegeben und kommt so sehr missverständlich rüber. Hier ihre Klarstellung:

Zuallererst möchte ich voranstellen, dass ich keinesfalls große Vereine gegen kleine ausspiele, oder der Meinung bin, dass „big player“ grundsätzlich bessere Arbeit als kleine Initiativen machen! Als Leiterin der mit knapp fünf Dienstposten für das gesamte Bundesland Salzburg zuständigen Kinder- und Jugendanwaltschaft und als ehemalige Mitarbeiterin von amnesty international weiß ich aus erster Hand, unter welchem Druck und mit wie viel Einsatz und Kreativität in kleinen Einheiten äußerst effizient gearbeitet wird.

Vielmehr wollte ich zum Ausdruck bringen, dass vielfach die Strukturen der Institutionen, die für die Bildung, Betreuung und psychosoziale Versorgung von Kindern und Jugendlichen hauptzuständig sind (Schlagwort Schule, Jugendwohlfahrt u. a.), leider mit den gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte nicht ausreichend schritthalten konnten. Als Folge entstehen laufend Initiativen und Projekte, die mit viel Engagement und Aufwand kompensieren, was die primär verantwortlichen Institutionen nicht zu leisten imstande sind.

Einige Beispiele

• Anstatt die Schule so zu gestalten, dass alle Kinder alles in der Schule verstehen, blüht das Geschäft von Nachhilfeinstituten, für finanziell weniger gut Gestellte entstehen (zum Glück!) zahlreiche Lerncafes.
• Weil die Jugendwohlfahrt personell unterversorgt ist, bleiben Präventions- und Beziehungsarbeit auf der Strecke.
• Anstatt flächendeckend allen Kindern, die massiv von den Trennungskonflikten ihrer Eltern betroffen sind, die gesetzlich vorgesehene Unterstützung durch Kinderbeistand und (mobile) Besuchsbegleitung zur Verfügung  zu stellen, müssen die einzelnen Anbieter die nötigen Mittel durch Charityveranstaltungen und verschiedenste Förderansuchen auftreiben.
• Anstatt regionale Ansprechpartner für Kindern und Jugendliche (BeratungslehrerInnen, Kinderschutzzentren oder Kinder- und Jugendanwaltschaften) personell so auszustatten, dass sie auch in den ländlichen Gebieten zur Verfügung stehen können, ruft man lieber vom Familienministerium eine neue hotline ins Leben, die neu beworben und "vernetzt" werden muss. 

Mein Standpunkt lautet daher ...

1. Verantwortliche Institutionen - sei es aufgrund gesetzlichen oder jahrzehnte-langen faktischen Auftrages – müssen so aufgestellt sein, dass sie in der Lage sind, ihre Arbeit im Sinne der Kinder und Jugendlichen und der Kinderrechte bestmöglich zu erfüllen!
2. Ergänzend dazu braucht es als Gegengewicht eine Vielfalt an starken Menschenrechtsorganisationen und Vereinen, die vieles unbürokratischer, flexibler und direkter organisieren können. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Engagement essentiell für eine funktionierende und couragierte Zivilgesellschaft ist.
3. Projekte, die sich bewährt haben, sollten nach einer Evaluierung aus dem Projektstatus in standardisierter Form implementiert werden, um im Sinne der Kinderrechte allen Kinder und Jugendlichen im Bundesland Salzburg zugute zu kommen (s. Punkt 1).
1. Sollte unter Einbindung des bestehenden Netzwerks eine gut durchdachte Diskussion zur thematischen Vereinfachung von Angeboten stattfinden, mit  dem Ziel des Schließens bestehender Beratungslücken, sowie einem Mehr an Orientierung und Übersichtlichkeit für die Betroffenen. Allenfalls kann dies auch zur stärkeren Fokussierung bei gleichzeitigem Abbau von Doppelgleisigkeiten führen.

Keinesfalls wollte ich meinen Beitrag als Argument für weiteres Einsparungspotential im Kinder und Jugendbereich verstanden wissen, im Gegenteil!

Ihre Andrea Holz-Dahrenstaedt,
Salzburger Kinder- und Jugendanwältin

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