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„Abschiebung schlimmste Erfahrung meines Lebens"

Aktuelle UNICEF-Studie: Die Hälfte aller Kinder beschreibt ihre Rückkehr/Abschiebung aus Österreich als die schlimmste Erfahrung ihres Lebens.

Mädchen blickt Flugzeug nach.

Bild: (Robert Agthe / flickr): Aus ihrem österreichischen Alltag gerissen, sind viele abgeschobene Kinder mit Angst, Armut und Depression konfrontiert.

Die Fälle sind bekannt, die Namen sind austauschbar. Immer wieder werden Familien mit ihren Kindern von Abschiebung bedroht. Ob Amina und ihre Mutter auch nach dem nahenden Schulschluss in Österreich bleiben können, weiß niemand so genau. Jetzt belegt eine Studie der UNICEF, wie traumatisch Kinder Abschiebungen erleben.

Stilles Leid

„Bei Abschiebungen oder Rückführungen aus Österreich werden das Kindeswohl und die seelische Gesundheit von Kindern nicht ausreichend beachtet. Die Hälfte aller Kinder beschreibt in unserer aktuellen UNICEF-Studie ihre Rückkehr als die schlimmste Erfahrung ihres Lebens. Depressionen, Gefühle der Hoffnungslosigkeit, Selbstmordgedanken, Angstzustände und bittere Armut gehören zum neuen Alltag der rückgeführten Kinder und Jugendlichen, die in Österreich aufgewachsen sind. 70 Prozent der Kinder aus Minderheiten besuchen nach ihrer Rückkehr keine Schule mehr. Das Gesundheitswesen des Kosovo ist auch nicht in der Lage, dem tatsächlichen Behandlungsbedarf bei rückgeführten Kindern und deren Eltern gerecht zu werden",  fasst Alexander Schwentner von UNICEF Österreich die alarmierenden Ergebnisse der Studie "Stilles Leid" zusammen.

Ein internationales Team aus PsychologInnen, ÄrztInnen und SozialwissenschaftlerInnen hat 164 Buben und Mädchen sowie 131 Eltern untersucht, die 2010 von Deutschland und Österreich - meist gegen ihren Willen - in den Kosovo zurückgebracht worden waren.

Kindeswohl ist politische Verantwortung

Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni appelliert das Netzwerk Kinderreche Österreich an alle politisch Verantwortlichen, den Verpflichtungen der UN-Kinderrechtskonvention nachzukommen. Auch das Innenministerium muss das Kindeswohl an erste Stelle heben! Dazu Heinz Fronek von der Asylkoordination Österreich: „Das Parlament, das Innenministerium und die Vollzugsbehörden tragen Verantwortung. Und diese Verantwortung darf nicht in dem Moment aufhören, wo Kinder und Jugendliche außer Landes gebracht werden. Das Kindeswohl muss auch bei Rückführungen an oberste Stelle stehen. Doch in der Praxis spielen die besonderen Gefährdungen, Entwicklungschancen und Bedürfnisse der betroffenen Kinder oftmals kaum eine Rolle."

Zu viel Angst, um zu Hause zu bleiben

Im Jahr 2010 hat Österreich 888 Menschen in den Kosovo rückgeführt, im Jahr 2011 über 400, unter ihnen zahlreiche Kinder und Jugendliche, für die eine „Rückführung" in den Kosovo eine Abschiebung ins Abseits bedeutet. So geht der 13 Jahre alte Amir, der 2010 aus Österreich zurückgeführt wurde und nun mit seiner Mutter und seinen Geschwistern in einem Dorf im Südwestkosovo lebt, jede Nacht mit der Angst zu Bett, wann sie kommen werden. Wenn er an seine Rückkehr erinnert wird, fängt er zu schwitzen und zittern an: "Ich fange an, einfach zu schreien. Ich gehe raus, um nur nicht zu Hause zu bleiben, und um mich irgendwo abzuregen. Ich laufe in die Stadt, weil ich zu viel Angst habe, um zu Hause zu bleiben. Wer weiß, was ich noch tun werde."

UNICEF-Studie:"Stilles Leid"

Eine Presseaussendung des Netzwerks Kinderrechte, dem auch die kija Salzburg angehört. 

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