Newsletter kija Sbg 07/16

Liebe FreundInnen der kija Salzburg, sehr geehrte Damen und Herren,

es tut sich einfach weit und breit kein Sommerloch auf. Deshalb ist der Juli-Newsletter auch recht umfangreich geworden. Inhaltlich dreht sich vieles um die sozialen Leistungen in Salzburg, in Österreich, im internationalen Vergleich und die Auswirkungen auf Kinder. Dass hier aus kinderrechtlicher Sicht kein Euro zu viel ausgegeben wird, ist klar, denn viele Familien benötigen Unterstützung bei der Erziehung. Lesen Sie mehr dazu in diesem Newsletter.



Einladung zum Kinderrechte-Musical

Jedes Jahr im September feiert die Plattform Kinderrechte in Salzburg die Unterzeichnung der Kinderrechtskonvention. Neben den bunten Spielefesten gibt es heuer als besonderes Highlight eine Aufführung des Musicals „Kinder haben Rechte – oder?“ der Theatergruppe „Traumfänger“. Dazu lädt die kija Salzburg Schulklassen aus Stadt und Land Salzburg in Kooperation mit der Bank Austria und dem OVAL – Die Bühne im EUROPARK ein. Die Aufführung um 09.00 Uhr ist schon ausgebucht, für die 11.00 Uhr-Vorstellung gibt es aber noch Plätze!

Wann: Fr 23, September 2016, 11.00 Uhr

Wo: OVAL - Die Bühne im EUROPARK

Das mitreißende und gemeinschaftsstärkende Stück richtet sich an SchülerInnen der 2. bis zur 6. Schulstufe, begeistert aber regelmäßig auch Erwachsene. Der Eintritt ist frei!

Weitere Infos


MITVOTEN: open.heart für Sozialpreis nominiert!

Wir freuen uns sehr! Unser Projekt „open.heart – Patenschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ wurde für den Bank Austria-Sozialpreis nominiert! Ob wir ihn aber auch gewinnen, hängt von UNS ALLEN ab. Denn es gewinnt das Projekt mit den meisten Online-Votings.
Bitte macht einfach mit und erzählt auch euren Freunden und Freundinnen davon!

VOTING: http://sozialpreis.bankaustria.at/sozialpreis/vote-salzburg.html

Abstimmen könnt ihr noch bis zum 4. September 2016!


kija-Außenstelle & Jobbörse in Bischofshofen

Die kija Salzburg verstärkt ihre regionale Präsenz. Seit Juli ist der Außenstandort in Bischofshofen zwei Tage in der Woche besetzt. In der Bahnhofsstraße 36 teilen wir dort ein Büro mit akzente Pongau. Dieses ist jeden Montag von 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr und jeden Donnerstag von 09.00 bis 13.00 Uhr besetzt und telefonisch unter 0664-611 6636 erreichbar.
Für die Beratung in Innergebirg haben wir aber immer noch nur 25 Stunden. Eine Aufstockung der Stunden von unserer Regionalbeauftragten Barbara Frauendorff auf eine Vollzeitstelle ist unbedingt notwendig!

Presseaussendung

Jobfit im Liberty

Und noch eine gute Nachricht aus dem Pongau. Der Jugendtreff "Liberty" der Kinderfreunde in Bischofshofen und das örtlichen AMS haben eine Jobbörse mit umfangreichem Stellenmarkt und wöchentlichen berufsspezifischen Vorträgen eingerichtet. Die Vorträge finden immer dienstags ab 13.00 Uhr statt. Davor gibt es ein gemeinsames Mittagessen, bei dem AsylwerberInnen Speisen aus ihren Heimatländern kochen. Mit der Initiative soll Jugendarbeitslosigkeit frühzeitig vorgebeugt werden!

Quelle: Bezirksblatt Pongau


Teamtag, Klausurtag & MitarbeiterInnentreffen

Seit Anfang Juni ist das kija-Team mit Ruth Fischers Rückkehr aus der Babypause wieder komplett und so stand der Monat ganz im Zeichen der Vernetzung, des Teambuildings, der Vertiefung von Zusammenarbeit und des gegenseitigen Austausches. Wir starteten am 15. Juni unter Anleitung von Jenny Simanowitz einen intensiven Tag zu Werten, Rollen, Zeitmanagement, Geben, Nehmen, Grenzen, Zielen uvm.
Am 16. Juni "erklommen" wir dann kollektiv per Bahn den Schafberg und genossen die Sonne, die uns treu blieb!
Von 29. bis 30. Juni schließlich fand in Klagenfurt das österreichweite KIJA-MitarbeiterInnentreffen statt. Die MitarbeiterInnen treffen sich jedes Jahr in einem anderen Bundesland, um sich gegenseitig über aktuelle Themen und neue Projekte auszutauschen. Diese Treffen sind immer sehr befruchtend und ermöglichen neue Blickpunkte auf den Arbeitsalltag.


Salzburger Sozialbericht 2015

Das Land Salzburg hat den Sozialbericht 2015 herausgebracht mit interessanten Zahlen aus der Kinder- und Jugendhilfe. Daraus geht hervor, dass im vergangenen Jahr die Zahl der Personen, die Unterstützung bei der Erziehung erhalten, im Vergleich zum Jahr 2011 um 26,8 Prozent angestiegen ist. Damit wurde das Ziel erreicht, stärker präventiv tätig zu werden, um z. B. Kindeabnahmen zu verhindern. Gleichzeitig gab es aber einen sprunghaften Anstieg im Bereich der Maßnahmen wegen Gefahr in Verzug. Hier haben sich die Zahlen fast vervierfacht und sind von 17 auf 66 angestiegen. Aauch die Zahl der "vollen Erziehung", wenn also die Obsorge gänzlich bei der Kinder- und Jugendhilfe liegt, ist um 5, 2 Prozent angewachsen. Dieser Anstieg ist auf die größere Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge zurückzuführen.

Land Salzburg Sozialbericht 2015


Österreichweites & Internationales

Maßnahmenverlängerung bei über 18-Jährigen

Der Dachverband Österreichischer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen (DÖJ) veröffentlichte eine Analyse der aktuellen Kinder- und Jugendhilfestatistik in Bezug auf die Verlängerung der Maßnahmen über das 18. Lebensjahr hinaus. Die Möglichkeit, die Maßnahme bis zum 21. Lebensjahr zu verlängern, wird in den Bundesländern sehr unterschiedlich gehandhabt. Österreichweit werden etwa drei von 100 Maßnahmen verlängert. Oberösterreich erwies sich mit nahezu fünf Verlängerungen pro 100 Maßnahmen als Spitzenreiter, Schlusslicht ist Niederösterreich mit 0,5 Verlängerungen auf 100 Fälle. Salzburg schneidet mit nur 1,6 Verlängerungen am zweitschlechtesten ab.
Der DÖJ fordert jetzt eine Ausweitung der Unterstützungsmaßnahmen für diese sogenannten „Carelaever“ und eine fachliche Fundierung der Verlängerungen, um eine derart unterschiedliche Handhabe je nach Bundesland zu vermeiden.

DÖJ


Österreicherin in UN-Ausschuss gewählt

Am 30. Juni 2016 wurde die Österreicherin Renate Winter mit 132 Stimmen von 195 für weitere vier Jahre zum Mitglied des UN-Kinderrechteausschusses gewählt. Ihre zweite Amtszeit startet mit Februar 2017 und läuft dann bis 2021. Wir gratulieren herzlich!

Renate Winter war von 1981 bis 1996 als Richterin am Wiener Jugendgerichtshof tätig. Von 1996 bis 2000 beriet sie die Vereinten Nationen in Wien zur Umsetzung der Kinderrechtskonvention in Entwicklungsländern. 2002 ernannte sie der UN-Generalsekretär zur Richterin des Sondergerichtshofes für Sierra Leone, dessen Präsidentin sie von 2008 bis 2010 war. Im Dezember 2012 wurde sie erstmals in den UN-Kinderrechtsausschuss gewählt. Renate Winter gilt als Expertin in Fragen des Jugendstrafrechts, des Familienrechts sowie in Fragen von Kinder- und Frauenrechten, speziell im Zusammenhang mit kriegerischen Auseinandersetzungen.

Weitere Infos; Quelle: Wikipedia


KidsRights Index 2016

Norwegen, Portugal und Island, das sind die drei bestplatzierten Länder im heurigen KidsRights Index. Der Index wird jährlich anhand von 23 Indikatoren ermittelt. Dazu zählen Kindersterblichkeit, Kinderarbeit, Lebenserwartung, Teenagerschwangerschaften, Trinkwasserzugang, Untergewicht, Mitbestimmung, Bildungsstandards uvm. Die Länder mit den schlechtesten Bedingungen für Kinder sind demnach Afghanistan, die Republik Zentralafrika und der Inselstaat Vanuatu. Österreich bedfindet sich übrigens auf Platz 18 zwische Belgien und Kuba. Kritisch angemerkt wurde zu Österreich z. B., dass das Wahlalter auf 16 Jahre herabgesetzt worden sei, ohne Jugendliche effektiv auf die Ausübung dieses Stimmrechts vorzubereiten. Zudem sei es besorgniserregend, dass es trotz Antidiskriminierungsgesetzen Fälle von Hassreden und Manifestationen des Neonazismus, Rassismus, der Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängende Intoleranz gebe. Insgesamt wurden alle 163 untersuchten Länder dazu aufgefordert, ihre Anstrengung zur Umsetzung der Kinderrechte zu verbessern.

KidsRights Index 2016


Fakten zu AusländerInnen im Sozialsystem

In Österreich sind so viele Menschen wie nirgends sonst in der EU davon überzeugt, dass AusländerInnen das Sozialsystem mehr belasten als ÖsterreicherInnen. Mit diesem Vorurteil werden wir auch in unserer Arbeit konfrontiert. Aber stimmt es auch? Das Gegenteil ist der Fall, das belegen aktuelle Zahlen des Sozialministeriums.
Demnach zahlen AusländerInnen ins System deutlich mehr ein, als sie herausbekommen, nämlich pro Kopf 970,- Euro. Insgesamt werden von AusländerInnen 5,3 Milliarden eingezahlt und nur 3, 7 Milliarden erhalten. ÖsterreicherInnen hingegen erhalten pro Kopf um 1.490,- Euro mehr als sie einzahlen, sie zahlen insgesamt 50,5 Milliarden ein und erhaltenn 57,6 Milliarden. Zurückzuführen ist das vor allem auf den Umstand, dass AusländerInnen in Österreich überproportional oft im erwerbstätigen Alter sind, aber selten hier gepflegt werden.

Broschüre "AusländerInnen und der Sozialstaat Österreich", Sozialministerium

Bedarfsorientierte Mindestsicherung

Einen geringen Teil der Sozialausgaben macht die bedarfsorientierte Mindestsicherung aus. 0,7 Prozent der gesamten Sozialausgaben entfallen darauf. Den Namen Mindestsicherung hat sie nicht zufällig. Laut Armutskonferenz bleiben bei vollem Bezug nach Abzug der Fixkosten pro Tag ganze vier Euro zum Leben, also für Essen, Hygieneartikel etc. Dennoch wird mit diesem Thema politisches Kleingeld gemacht. Auf Kosten der Kinder, denn 27 Prozent aller BezieherInnen in Österreich sind Minderjährige. Übrigens bekommt nur ein knappes Viertel die gesamte Mindestsicherung ausbezahlt, alle anderen erhalten eine sogenannte Aufstockung. Die relativ kurze Zeit, die die Mindestsicherung im Schnitt bezogen wird (7,4 Monate) ist ein Hinweis, dass sie nicht als "soziale Hängematte" für den Rest des Lebens dient. Vielmehr kann die Mindestsicherung verhindern, dass Familien in Ausnahmesituationen, z. B. nach gesundheitlichen Schicksalsschlägen, ganz abrutschen. Hier zu sparen ist aus Sicht der kija Salzburg nicht nur unwürdig, sondern auch fahrlässig! Laut Artikel 27 der UN-Kinderrechtskonvention sind die Vertragsstaaten dazu verpflichtet, die Eltern dabei zu unterstützen, dem Kind einem seiner Entwicklung entsprechenden Lebensstandard bieten zu können.

Land Salzburg Sozialbericht 2015; ORF-Bericht zur Mindestsicherung


UNHCR-Broschüre: Umgang von Behörden mit UMF

Der von UNHCR und UNICEF entwickelte Leitfaden "Safe & Sound: Welche Maßnahmen Staaten ergreifen können, um das Kindeswohl von unbegleiteten Kindern in Europa zu gewährleisten" schlägt konkrete Schritte für Behörden, öffentliche und private Einrichtungen im Umgang mit unbegleiteten Kindern vor – von der Ankunft über die Registrierung, die Weiterleitung an die Jugendbehörden, das Asylverfahren bis zur endgültigen Entscheidung über den weiteren Aufenthalt. Im Zentrum steht dabei das Kindewohl. In einem Leitfaden werden Best Practice-Beispiele aus verschiedenen europäischen Staaten vorgestellt. Sie sollen dazu anregen, die Praxis positiver zu gestalten.

Download

Außerdem hat UNHCR für PädagogInnen ein Handbuch zum Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen herausgebracht. Neben praktischen Anregungen und Übungen für den Unterricht, Informationen zu Elternarbeit und Hintergrundwissen kommen darin auch junge Geflüchtete mit ihren Erzählungen selbst zu Wort.

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Tipps & Termine

Mach mit beim Lesesommer!

Zur Förderung der sommerlichen Leseaktivitäten der Kinder starten zahlreiche öffentliche Bibliotheken in Stadt und Land Salzburg eine gemeinsame Ferienleseaktion. Die Aktion gilt auch für Kinder unter sechs Jahren, für sie ist das Vorlesen besonders fördernd. Die Bibliotheken verteilen Sammelpässe und es gibt tolle Preise zu gewinnen:

1 Tablet
2 x 2 Skybox-Karten für ein Fußballspiel in der "Red Bull Arena"
sowie je 2 Buchgutscheine im Wert von 20,- 30,- und 40,- Euro

Weitere Infos


FICE-Kongress: Auf jedes Kind kommt es an

FICE Austria organisiert den Kongress „Together Towards a Better World for Children, Adolescents and Families“.

Wann: Mo 22. bis Do 25. August 2016

Wo: FH Camous Wien, Favoritenstraße 226, 1100 Wien

Beim Kongress sollen alle zusammenkommen, die auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene mit gefährdeten Kindern, Jugendlichen und Familien arbeiten. Ziel ist es, nachhaltige Netzwerke aufzubauen und die Kräfte zur Stärkung der Rechte von gefährdeten Kindern und jungen Menschen zu bündeln.

Weitere Infos


"So wie Du gefaltet bist, so fliegst Du"

Die Fachtagung der Diakonie zu Ursachen und Wirkungen der Bindung richtet sich an Personen, die in der Kinder- und Jugendhilfe tätig sind. Sie zeigt neue Zugänge auf, wie Helfende gemeinsam mit Familien wirksam werden können. Erziehungshilfe kann mehr sein, als eine Improvisation menschlicher Helferimpulse, nämlich eine wissenschaftlich beforschte, theoretisch fundierte, sowie empirisch nachweislich wirksame Initiative, welche die Gesundheit psychosozial belasteter Familien stärkt.

Wann: Fr 23. September 2016, 08.30 bis 17.30 Uhr

Wo: Congress Leoben, Hauptplatz 1, 8700 Leoben

Weitere Infos


Wir wünschen Ihnen noch einen erholsamen Sommer. Laufende Infos rund um die kija Salzburg erhalten Sie auch auf: www.facebook.com/kijasalzburg

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Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg, Gstättengasse 10, 5020 Salzburg
Tel: +43(0)662-430 550, Fax: +43(0)662-430 550-3010