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29.08.2018 12:36 Alter: 26 days
Kategorie: Presseaussendung

Verlorene Jahre


KIJAS kritisieren geplantes Ende der Lehrlingsausbildung für AsylwerberInnen


Auch der Bautischler zählt zu den Mangelberufen.

Symbolbild: wohnlogAT / flickr

„Gesundheit ist die Fähigkeit, lieben und arbeiten zu können“, Sigmund Freud

Die Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs haben sich 2012 dafür eingesetzt, dass geflüchtete junge Menschen - zumindest in einem Mangelberuf - die Chance auf eine Lehrlingsausbildung erhalten. Aus mehreren Gründen:

  • Weil Bildung zum Inbegriff des Heranwachsens zählt und eine Ausbildung die Berufschancen und Zukunftsperspektiven der jungen Menschen - ob in Österreich oder anderswo - massiv verbessert.
  • Weil durch Arbeit das Gefühl von Gebrauchtwerden, Sinn und Gemeinschaft entsteht.
  • Weil Arbeit ein wesentlicher Faktor für Integration ist.
  • Weil Jugendliche damit unabhängig werden und nicht auf Steuergelder angewiesen sind.
  • Und: weil das Recht auf Bildung, auf Teilhabe und auf Gesundheit in zahlreichen Artikeln der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben ist!

Nun sollen junge AsylwerberInnen ihrer Rechte und dieser Chance beraubt werden!

Das geschieht nur wenige Wochen nachdem sich die KIJAS Österreich mit einem offenen Brief an die Bundesregierung gewandt haben, um die Schaffung eines Aufenthaltstitels für in Ausbildung stehende Jugendliche zu fordern.

In die Ausbildung junger Menschen zu investieren ist ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft, Jugendliche zum Nichtstun zu zwingen, hingegen eine Kinderrechtsverletzung und darüber hinaus eine „lose-lose-Situation“ für alle:

  • Für die Jugendlichen sind es verlorene Jahre. Im Fall einer Asylgewährung können sie erst um Jahre verspätet, wenn überhaupt, mit einer Ausbildung beginnen. Selbst für den Fall einer Abschiebung ins Herkunftsland ist eine Ausbildung zumindest eine Ressource, auf die die jungen Menschen aufbauen können.
  • Für die Wirtschaft, die händeringend motivierte junge Menschen sucht, ist es schlicht schildbürgerhaft.
  • Für die Gesellschaft aber und den sozialen Frieden ist es kontraproduktiv, eine Gruppe von Menschen gezielt zu diskriminieren, auszuschließen und zum „nutzlos sein“ zu zwingen.

Selbst im Regierungsabkommens steht dazu:

„Rasche Selbsterhaltungsfähigkeit, die Teilnahme am Arbeitsmarkt sowie die erfolgreiche Teilnahme am Bildungssystem sind das Ziel gelungener Integration. Jeder muss hierfür seinen Beitrag leisten.“ (S 38)
 
Wir fordern daher von der Bundesregierung, ihren Beitrag zu leisten und eine Abkehr vom Kurs der Segregation. Wir wiederholen die bereits erhobenen Forderungen und appellieren, rasch eine Bleiberechtslösung für junge Menschen zu finden. Denn mit jedem Tag, der verstreicht, kommt sie für jeden einzelnen motivierten und hoffnungsvollen junge Menschen ohnehin zu spät.


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