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Liebe Freund*innen der Kinderrechte!

Endlich ist er fertig - unser aktueller Tätigkeitsbericht. Das 73 Seiten starke Werk gibt einen umfassenden Einblick in unsere Arbeit zwischen Juli 2018 und Dezember 2020. Ein dominantes Thema dabei ist - wenig überraschend - die Pandemie mit ihren gravierenden kinderrechtlichen Auswirkungen, die uns auch heute noch beschäftigen.

Im Rückblick zeigt sich vor allem, wie schwerwiegend die Entscheidung war, Schulen zu schließen und Kinder über viele Monate im Home Schooling zu belassen. Das Fehlen sozialer Kontakte, des direkten Austauschs mit Pädagog*innen, der täglichen Struktur - all dies trug wesentlich zu einem Anstieg von psychischen Erkrankungen bei jungen Menschen bei. Wie eine Untersuchung der psychischen Gesundheit von rund 3.000 Schüler*innen der Donau-Universität Krems in Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien im Frühjahr zeigte, litten zu dem Zeitpunkt 56 Prozent der Befragten unter einer depressiven Symptomatik, die Hälfte unter Ängsten, ein Viertel unter Schlafstörungen und 16 Prozent hatten entweder täglich oder an mehr als der Hälfte der Tage suizidale Gedanken. Weiterführend zu diesem Thema möchten wir Ihnen den Film "Angst - Seelen im Krisenmodus" ans Herzen legen, der näher auf die Folgen der Pandemie für junge Menschen eingeht und am 8. September um 20:15 Uhr auf 3Sat ausgestrahlt wird.

Schulschließungen trugen auch dazu bei, dass der Druck auf Familien stieg und Kinder damit vermehrt gewalttätigen Eskalationen ausgesetzt waren. Neben anderen Entlastungsmaßnahmen ist deshalb Bewusstseinsarbeit in diesem Bereich sehr wichtig und dieser Tage startet der zweite Teil der Gewaltschutzkampagne des Landes Salzburg und der kija Salzburg. Alle Details finden Sie wie gehabt auf www.salzburg-gewaltfrei.at

Ein Fazit des letzten Jahres ist demnach, dass großflächige Schulschließungen um jeden Preis vermieden werden müssen. Dazu braucht es unser aller Beitrag, indem wir auf Vorsichtsmaßnahmen und aufeinander achten und indem wir Erwachsene uns impfen lassen, um Kinder zu schützen und ihnen somit einen unbeschwerteren Schulalltag ermöglichen. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen allen einen guten Start in den Herbst!


Der neue Tätigkeitsbericht ist da

Alle zwei Jahre veröffentlicht die Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag einen Tätigkeitsbericht, der im Sinne der Transparenz eine genaue Darstellung der Arbeit der kija liefern soll. Der soeben veröffentlichte Bericht umfasst den Zeitraum 2018-2020 und damit zweieinhalb turbulente, herausfordernde und abwechslungsreiche Jahre. Vor allem das Jahr 2020 konfrontierte uns mit einer völlig neuen Situation. Erst erfolgte der Umzug in die Fasaneriestraße, einen - wie viele Besucher*innen finden - schwer auffindbaren und für junge Menschen wenig attraktiven Standort. Dann nur wenige Woche darauf der Ausbruch der Covid-19-Krise, mit all ihren kinderrechtlichen Folgen und Herausforderungen für die Arbeit mit jungen Menschen. Eine Zeit lang fiel ein wesentlicher Pfeiler unserer Tätigkeit und eine wichtige Grundlage, um Kinder und Jugendliche zu erreichen, weg - über Monate war es uns nicht möglich, Workshops an Schulen abzuhalten.

Doch gab es im Berichtszeitraum auch zahlreiche positive Entwicklungen. So erfolgte nach Jahren des stetigen Bemühens der Ausbau der Regionalstelle mit einem zusätzlichen Dienstposten und einem Budgetplus. Auch dass unsere beiden mehrfach ausgezeichneten ehrenamtlichen Mentoring-Programme MutMachen und open.heart nach vielen Aufbau- und Entwicklungsjahren selbständig wurden und - ganz nach kija Philosophie - aus einem kleinen Projekt ein fixes Angebot (diesmal ein Sozialer Dienst des Landes Salzburg) wurde, zählt als Erfolgsgeschichte. Zusätzlich können wir auf eine Reihe von vielfältigen und bunten Veranstaltungen zurückblicken - wie etwa Weltkindertage, Kinderrechte-Filmtage, Kinderrechts-Preisverleihungen, Konferenzen oder Tagungen.

Die genauen Zahlen und Fakten zu unserer Arbeit können Sie im Bericht nachlesen. Sie finden darin auch zahlreiche kinderrechtliche Empfehlungen, die unsere Tätigkeiten in den nächsten Monaten und Jahren unter anderem prägen werden. Auch wenn wir mittlerweile durch eine Kooperationsvereinbarung mit der Bildungsdirektion auch unter verschärften Corona-Bestimmungen in Schulklassen dürfen, reicht dies bei weitem nicht, um die Folgen der letzten Monate abzufedern. Unsere Forderung, psychosoziale Unterstützungsangebot für junge Menschen auszubauen, hat deshalb gerade besondere Dringlichkeit. Dazu gehört neben der Ausweitung der Schulsozialarbeit eine Aufstockung der Plätze für Kinder und Jugendliche für Psychotherapie auf Kasse, sowie den Ausbau von Facharztstellen der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Der neue Tätigkeitsbericht ist online verfügbar aufwww.kija-sbg.at/home/infomaterial/taetigkeitsberichte.html & kann über kija(at)salzburg.gv.at bestellt werden.


Veronika Weis sagt zum Abschied leise ...

... Danke!

"Die schwierigsten Abschiede sind dann, wenn sich eigentlich alles gut und richtig anfühlt, aber trotzdem die Zeit für etwas Neues gekommen ist. Nach 13 Jahren in der kija Salzburg habe ich diesen Zeitpunkt erreicht. Die Neugier nach anderen Fertigkeiten, Plätzen und Herausforderungen ist in den letzten Monaten einfach immer stärker geworden.

Die Zeit in der Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg war für mich eine sehr schöne, intensive und lehrreiche Zeit. Wo sonst bekommt man die Gelegenheit, sich gemeinsam mit einem starken und unerschrockenem Team für die Rechte von benachteiligten Kindern und Jugendlichen einzusetzen? Dafür bin ich den Kooperationspartner*innen, den Kolleg*innen im Landesdienst, dem kija-Team, aber ganz besonders meiner Chefin Andrea Holz-Dahrenstaedt unendlich dankbar.

In Zukunft wird Joanna Wiseman meine Aufgaben im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der kija Salzburg übernehmen. Mit ihr als Nachfolgerin wird der Abschied leichter.

Und: Die Welt ist ein Dorf. Wir sehen uns wieder auf Bergen, auf Tanzflächen, bei Demos für die Menschenrechte, in Diskussionsveranstaltungen, an der Bar, am Radlweg oder irgendwo im Grünen.

Eure/Ihre Veronika Weis"

Auch wir danken Veronika Weis für ihre bereichernde Zeit in der kija und wünschen ihr für ihre Zukunftspläne und das Abenteuer "Leben" alles Gute!


Spielplatz-Challenge - die letzte Chance!

Mit 20. September endet die Einreichfrist für unsere Spielplatz-Challenge! Bis dahin habt ihr noch die Möglichkeit, den schönsten und den mickrigsten Spielplatz in Salzburg zu nominieren. Mitmachen ist ganz einfach!

Schickt unter dem Kennwort „Spielplatz-Challenge“ ein oder mehrere Fotos des schönsten oder mickrigsten Spielplatzes in Stadt und Land Salzburg an kija(at)salzburg.gv.at.

Gebt uns dazu bitte auch Angaben zu eurem Alter und beantwortet folgende Fragen:

  • Handelt es sich um einen öffentlichen oder privaten Spielplatz (Wohnsiedlung)?
  • Warum findet ihr gerade diesen Spielplatz so schön/mickrig?
  • Was wünscht ihr euch von Spielplätzen?

Die „Gewinner*innen“ werden am Weltkindertag verkündet. Die Jury besteht dabei natürlich auch aus den Expert*innen für Spielplätze: Kindern und Jugendlichen. Es winken verschiedene Preise - von Gutscheinen über einen Werknachmittag mit dem kija-Bastelexperten bis zum Ribiselstrauch für den Spielplatz. Wir freuen uns auf eure Einreichungen!

Tipp:
Die Stadt Salzburg veranstaltet im Herbst insgesamt 20 "Heimspiele" in unterschiedlichen Siedlungen. Unter der Leitung von SOS Kinderdorf finden in fünf Wohnsiedlungen im Zweiwochen-Rhythmus Fußballmatches statt. Alle Termine und weitere Infos findet ihr auf der Homepage der Stadt Salzburg. 


Befriending-Tage im Pinzgau & Pongau

In ihrer täglichen Arbeit treffen die kija-Berater*innen immer wieder auf junge Menschen, die unter Einsamkeit und Isolation leiden. Die Ursachen sind dabei sehr unterschiedlich und können in persönlichen Erfahrungen, Umzügen und Migration oder individuellen Beeinträchtigungen liegen. Vor allem in den Regionen ist es für Jugendliche oft schwierig (neue) Freund*innen zu finden. Was hier besonders wichtig ist: Räume der Begegnung für junge Menschen zu schaffen.

Die Regionalstelle der kija hat deshalb ihr „Befriending“-Projekt ins Leben gerufen. Hier wird die Möglichkeit für junge Menschen geschaffen, andere Jugendliche kennenzulernen - und dies unter professioneller Begleitung. Im Rahmen des Projekts fanden auch diesen August zwei Aktivtage statt. Eine kleine Gruppe Jugendlicher besuchte die Sommerrodelbahn in Kaprun, eine weitere traf sich zur Vorführung des Films „Free Guy“ im Dieselkino in St. Johann.

Für kija-Mitarbeiterin Christina Scherer zeigten die Tage, wie wichtig gemeinsame Aktivitäten für das Wohlergehen und Selbstbewusstsein der jungen Menschen sind: 

„Beides waren ausgesprochen tolle und erfolgreiche Ausflüge - vor allem, da die meisten Jugendlichen ursprünglich sehr ängstlich darauf reagiert haben. Es war einfach ein Traum, mitzubekommen, wie die Teilnehmenden mehr und mehr aufgetaut sind und nachdem sie ursprünglich sehr an mir gehangen sind, miteinander in Beziehung getreten sind. Sie wurden in der Gruppe auch irrsinnig mutig, haben sich dann mehr zugetraut, und konnten sich zum Beispiel auch eingestehen, dass sie sich etwas nicht trauen - und dass das ok ist.

Was an beiden Tagen sehr gut getan hat, war, dass es einmal nicht darum gegangen ist, dass jemand Krankheit X oder Problem Y hat, sondern alle einfach einmal eine Auszeit nehmen konnten. Darüber geredet worden ist zwar schon, aber auf einer ganz anderen Ebene. Auch dieses erste Miteinander nach Covid war für alle ein echt schönes Erlebnis!“


Österreichweites & Internationales

Stellungnahme der kijas Österreichs zur Zivilverfahrens-Novelle

In ihrer letzten Stellungnahme äußern sich die kijas Österreichs zum Entwurf eines Bundesgesetzes, das eine Reihe von zivilrechtlichen Normen und Gesetzen novellieren soll. Generell bestehen dabei keine Bedenken, dass das Wohl von jungen Menschen durch diese Gesetzesänderungen eingeschränkt oder gefährdet wird. Vor allem im Zusammenhang mit der voranschreitenden Digitalisierung erkennen die kijas Österreichs die Notwendigkeit angepasste Regelungen zu schaffen.

Im Zentrum der Stellungnahme stehen Neuregelungen im Bereich der Kinderbeistände. Diese spielen bei der Gewährleistung von kinderrechtlichen Standards in Gerichtsverfahren eine tragende Rolle, werden jedoch bisher viel zu wenig genutzt. Die kijas begrüßen deshalb die geplanten Verbesserungen in diesem Bereich, wie die Möglichkeit die Befreiung von der Entrichtung der Pauschalgebühr für den Kinderbeistand noch bis zur rechtskräftigen Vorschreibung zu beantragen.

Ein weiterer positiver Punkt, den die kijas Österreichs hervorheben: Das Entgegenwirken der Überlastung von Sachverständigen unter dem Gesichtspunkt der Qualitätssicherung der Gutachten. Die Notwendigkeit dieser Neuregelung kann durch die praktischen Erfahrungen der kijas, bei denen in Zusammenhang mit der Überlastung von Gerichtssachverständigen oftmals prekäre Situationen wahrgenommen wurden, unterstrichen werden.

Sie können die Stellungnahme im Wortlaut auf unsere Website nachlesen.


Die kijas zur steigenden Zahl der Schulabmeldungen in Österreich

Wie in den Medien in den letzten Tagen berichtet wurde, ist die Zahl der Abmeldungen von Schulen für das Schuljahr 2021/22 erheblich gestiegen. In ganz Österreich waren es mit Stand der letzten Woche über 5.600. In den meisten Bundesländern haben sich die Abmeldungen mindestens verdoppelt, in Salzburg mehr als verdreifacht.

Es ist nun notwendig, die Gründe dafür genau anzusehen und zu hinterfragen, warum sich Eltern für diesen Schritt entschieden haben. Oft steht wohl die Sorge um das Wohl der Kinder dahinter. Eine Umfrage des Zentrums für Kognitive Neurowissenschaften in Salzburg zeigte im Frühjahr, wie belastend die Maßnahmen in den Schulen für Kinder und Jugendliche oft waren. Auch die Ungewissheit, wie es denn weitergehen würde und das Home Schooling waren für viele Schüler*innen schwierig. Die Erfahrungen des letzten Schuljahres haben also wahrscheinlich zur Entscheidung der Eltern beigetragen.

Was auf jeden Fall außer Frage steht: Das Schulsystem gehört grundlegend verändert. Schon vor der Pandemie gab es zahlreiche Baustellen. Es braucht kleinere Klassen, mehr Zeit für kreative Fächer, ein umfassendes Mobbing-Präventionspaket und vor allem eine „Schule ohne Nachhilfe“, in der Schüler*innen alles lernen können, was sie für die Schule und das Leben brauchen. Denn kein Kind darf benachteiligt werden bzw. soll allen Kindern - ohne Unterschied der sozialen Lage - eine optimale Bildungsentfaltung gesichert werden. So lautete schon das Ziel der Schulreform 1918 oder der Kinderrechtskonvention von 1989. Doch gerade hier zeigt das österreichische Schulsystem große Schwachstellen auf: Bildungsnachteile werden im internationalen Vergleich überproportional häufig „vererbt“. Hier gibt es erheblichen Reformbedarf.

Nichtsdestotrotz stehen die kijas Österreichs nicht erst seit ihrem Positionspapier aus dem Jahr 2018 dem häuslichen Unterricht kritisch gegenüber. Denn: Schule ist mehr als ein Ort der Wissensvermittlung. Soziales Lernen ist wesentlich für die Entwicklung der Kinder, die Schule bietet einen guten Rahmen für das Lernen mit und von Gleichaltrigen.

Und - Kinder haben das Recht auf bestmögliche Bildung. Der häusliche Unterricht ist derzeit auf Grundlage des Staatsgrundgesetzes aus dem Jahr 1867 geregelt. In diesem Gesetz gibt es für den häuslichen Unterricht keinerlei Voraussetzungen, jede*r kann Kinder unterrichten, es braucht dazu nicht einmal einen Schulabschluss. Dies ist nicht zeitgemäß und erfordert eine Neuregelung.

Weiters ist eine Frage zentral: Wie geht es den Kindern? Kinder, die zu Hause Unterricht werden, haben möglicherweise keinen Kontakt zu Außenstehenden, die Gefährdungen wahrnehmen könnten - etwa häusliche Gewalt, das Überhandnehmen von Verschwörungstheorien oder Isolation. Es fehlt der Kinderschutz. Die kijas empfehlen deshalb, dass nicht nur wie bisher die schulischen Leistungen abgefragt werden, sondern in regelmäßigen Abständen außenstehende Personen die psychosoziale und emotionale Entwicklung von Kindern überprüfen bzw. sicherstellen, dass Kinder Zugang zu wichtigen Informationen über Kinderrechte und Beratungsstellen haben.


KidsRightsIndex 2021

Der KidsRightsIndex ist ein jährliches Ranking von 182 Ländern weltweit, das veranschaulichen soll, inwieweit Kinderrechte anerkannt werden und welchen Stellenwert ihre Stärkung auf den politischen Agenden einnimmt. Er wird in Zusammenarbeit mit der Erasmus Universität Rotterdam, der Erasmus School of Economics und dem International Institute of Social Studies erstellt.

Österreich liegt beim diesjährigen Ranking auf Platz 33. Auffällig dabei das schlechte Abschneiden beim Thema Diskriminierung - die Entwicklungen in Österreich werden dabei gemeinsam mit jenen Ungarns als besonders negativ hervorgehoben.

Der Bericht zeigt auch, wie gravierend sich die Pandemie auf die Leben und Rechte von Kindern weltweit ausgewirkt haben. Dabei werden vor allem vier Bereiche hervorgestrichen: Gewalt gegen Kinder, generelle Verfügbarkeit und Durchführung von Impfungen für Kinder, Bildung und damit verbunden die Möglichkeit in Schulen mit Mahlzeiten versorgt zu werden, sowie psychische Gesundheit und Wohlergehen.

Obwohl Staaten des globalen Nordens über die stärkste Finanzkraft verfügen, erhalten gerade sie beim Punkt "bestes verfügbares Budget/Ressourcen" ein niedriges Ranking. Doch der Bericht zeigt auch positive Beispiele und streicht etwa die Bemühungen von Belgien und Schweden hervor, die Schulen so lange wie möglich geöffnet zu halten. Auch kreative Initiativen wie jene Bangladeschs, das den nationalen Fernsehsender nutzte, um Kindern Unterrichtsinhalte zu vermitteln, werden lobend erwähnt.

Auf der Website www.kidsrights.org finden Sie weitere Informationen sowie den Bericht in voller Länge.


Die Klima-Krise als Krise der Kinderrechte

"Wir sind in der Krise der Krisen. Einer Krise der Umweltverschmutzung, einer Klimakrise. Einer Kinderrechte-Krise. Wir werden es der Welt nicht erlauben, wegzusehen." So schreiben junge Klimaaktivist*innen - unter ihnen Greta Thunberg - Ende August in einem Essay in den New York Times. Sie sprechen darin auch den Children's Climate Risk Index an, der soeben von UNICEF veröffentlicht wurde. Dieser zeigt auf, wie viele Kinder derzeit klimatischen und umweltbedingten Gefahren und Bedrohungen ausgesetzt sind und wie es ihren jeweiligen Ländern gelingt, sie vor diesen zu schützen.

Die Zahlen sind erschreckend. Derzeit lebt laut Index eine Milliarde Kinder in Hoch-Risiko-Ländern - das ist fast die Hälfte aller Kinder weltweit. 820 Millionen Kinder sind von Hitzewellen und Dürre bedroht, also mehr als ein Drittel aller Kinder weltweit. 400 Millionen sind mit der Gefahr von Zyklonen konfrontiert, 330 Millionen von Überschwemmungen bei Flüssen, 240 Millionen durch Überschwemmungen in Küstenregionen. 920 Millionen sind von Wasserknappheit bedroht.

Der Bericht liefert noch eine Reihe weiterer erschreckender Zahlen, was jedoch besonders deutlich hervortritt: Es sind vor allem Kinder in Ländern, die wenig zur Klimakrise beitragen, die unter den Folgen der Krise leiden. Jene 33 Länder, die den extremsten Risiken ausgesetzt sind, sind für weniger als zehn Prozent der globalen Treibhausgase verantwortlich. Die zehn am meisten betroffenen Länder für gar nur 0,5 Prozent.

Oft spielen unterschiedliche Risikofaktoren zusammen - so sind Kinder in Hoch-Risiko-Ländern etwa verschiedenen umweltbedingten Gefahren gleichzeitig ausgesetzt. Hinzu kommen weitere Faktoren wie die Pandemie oder Kriege und Konflikte, wie etwa derzeit in Afghanistan.

Die Klimakrise erfordert eine globale Perspektive

Es braucht also gelebte, aktive Solidarität und rasches Handeln. Fridays for Future, die dies nun schon lange fordern, planen am 24. September einen weltweiten Klimastreik - in Salzburg ist der Start um 15:00 Uhr am Hauptbahnhof. Wir unterstützen die Salzburger Fraktion und hoffen, euch zahlreich auf der Straße zu sehen: für eine lebenswerte Zukunft für alle! Denn aus Sicht der kijas Österreichs ist das Recht auf eine intakte Umwelt eines der wichtigsten Kinderrechte, weshalb wir seit Jahren die Aufnahme dieses in die Kinderrechtskonvention fordern.

Für jene, die sich auch abseits des Streiks engagieren wollen: Parents for Future Salzburg freuen sich jederzeit über eure Unterstützung - und dafür muss man keineswegs "Eltern" sein!

 


Hilfe für bedrohte Afghan*innen

Im letzten Beitrag wurde das Land schon einmal erwähnt - Afghanistan. Hier führen Krieg und Konflikt, Nahrungsknappheit und klimatische Veränderungen gerade zu einer humanitären Katastrophe. Die österreichische Bundesregierung lässt Rufe nach einer direkten Unterstützung und der Rettung von Menschen aus dem Krisengebiet ungehört verhallen und verweist immer wieder auf "Hilfe vor Ort". Doch wir dürfen nicht ignorieren, dass hier Menschenleben in Gefahr sind!

Die kija Salzburg hat durch Einzelfälle, aber vor allem auch durch die Patenschaftsprojekte MutMachen und open.heart viele Jahre mit jungen Afghan*innen gearbeitet. Hat sie begleitet, erlebt, wie sie in Österreich ankommen, Freundschaften schließen, neue Familien finden, die Sprache lernen, eine neues Leben aufbauen. Gerade in Salzburg waren zahlreiche Menschen involviert in der Unterstützung von Geflüchteten. Wir verfügen also über die notwendigen Strukturen und Erfahrungen um Neuankömmlinge zu unterstützen.

Die Flüchtlingsorganisation asylkoordination wendet sich mit einem Vier-Punkte-Maßnahmenprogramm an die Bundesregierung, das wir als kija Salzburg unterstützen. Gefordert werden u. a. die sofortige Evakuierung von Familienangehörigen von Afghan*innen, die in Österreich leben, die sofortige Beendigung von Abschiebmaßnahmen sowie rasche Schutzgewährungen - vor allem besonders vulnerabler Gruppen, wie Frauen und Mädchen. Bisher wurde nicht einmal die Hälfte der Anträge von Menschen aus Afghanistan von den Behörden positiv entschieden. Dies muss sich rasch ändern und Verfahren müssen zügig durchgeführt werden. Wir selbst konnten durch unsere Arbeit sehen, wie jahrelange Verfahren und negative Bescheide junge Menschen, die sich gerade ein Leben aufgebaut hatten, in die Perspektivenlosigkeit und Verzweiflung stürzten.

Artikel 22 der UN-Kinderrechtskonvention hält das Recht von Kindern fest, besonders geschützt zu werden, wenn in ihrem Land Krieg herrscht oder sie auf der Flucht sind. Kinderrechte gelten überall und gehen uns immer etwas an!

Hörtipp: Zwei brandneue Episoden des Podcasts "Journey Stories" der Salzburger Hilfsorganisation "Bauern helfen Bauern" widmen sich den akutellen Entwicklungen in Afghanistan.


Tipps

Weltkindertag am 1. Oktober

Am 1. Oktober ist es so weit - wir feiern den Weltkindertag in Salzburg! Dieses Jahr gibt es wieder ein umfassendes Rahmenprogramm, wie etwa Kinderrechtefeste in Saalfelden, Grödig, Tamsweg und sechs verschiedenen Standorten in der Stadt Salzburg. Auch die kija wird an einigen dieser Standorte vertreten sein. Die genaueren Infos zu den Veranstaltungen findet ihr auf www.kinderrechte-salzburg.at.

kija Kinderrechte-Kino

Außerdem veranstaltet die kija Salzburg zu diesem Anlass dieses Jahr wieder das Kinderrechte-Kino im OVAL im Europark. Gezeigt wird ein Film, der - passend zu Schulbeginn - einen Lehrer der etwas anderen Art zeigt. Bruin Kees - alias "Mister Twister" - soll als Praktikant eine Klasse übernehmen, die vor allem eines ist: ziemlich frech. Er selbst ist schüchtern, gerade einmal 19 Jahre alt und in vielerlei Hinsicht ein „großes Kind“. Vielleicht wird auch deshalb der Unterricht bei Mister Kees niemals fad - es wird geraten, gespielt, gelacht und sogar Harley, der Hund von Herrn Kees, darf für den Biounterricht mit in die Klasse. Bei all dem spielerischen Lernen vergisst der Lehrer aber nicht auf die Probleme der Kinder einzugehen und für sie da zu sein.

Der neue Unterrichtsstil gefällt jedoch nicht allen, so ist die Direktorin alles andere als begeistert von Herr Kees. Denn: Lehrende sollen keine Freund*innen sein, sondern Autoritätsfiguren! Sie sollen sich gefälligst an den Unterrichtsplan halten. Wird sie Herrn Kees an die Kandare nehmen können? Oder findet die Klasse einen Weg, ihren Lehrer genau so zu behalten, wie er ist?

Witzig, abgedreht, lebensbejahend – ein Film, den man unbedingt gesehen haben muss! Und wir laden euch dazu ganz herzlich ein!

„Mister Twister – Wirbelsturm im Klassenzimmer“ (dt., 80 Min.)
Wann: 1. Oktober, 08:30 & 10:30 Uhr
Wo: Oval, das Kino im Europark
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung bis 24. September ist jedoch unbedingt erforderlich unter 0662 430 550 oder kija(at)salzburg.gv.at


UNICEF Ideenwettbewerb geht in die zweite Runde

Der UNICEF Kreativwettbewerb #denkdirdiewelt findet dieses Jahr zum zweiten Mal statt. Bis 3. Oktober könnt ihr eure Beiträge einreichen. Das Thema, bzw. die Frage, die dabei im Mittelpunkt steht: Wie schaut eine Welt aus, in der ihr happy und gesund leben könnt?

Zu gewinnen gibt es zahlreiche Preise - doch noch wichtiger: Eure Meinung soll gehört und ernst genommen werden! Alle Kinder und Jugendlichen zwischen sechs und 18 können am Wettbewerb teilnehmen, die Form ist dabei ganz offen - egal ob Zeichnungen, Gedichte, Collagen oder Graffitis. Die einzige Bedingung: Euer Beitrag muss auf einem A3 oder A4 Blatt Platz finden.

Weitere Infos zum Wettbewerb findet ihr unter: unicef.at/denkdirdiewelt


Einladung zur JuQuest-Konferenz 2021

Zwischen 9. und 10. September findet die von SOS Kinderdorf organisierte JuQuest-Konferenz im Landgasthof Holznerwirt in Eugendorf bei Salzburg statt. Im Fokus stehen dieses Jahr die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, diskutiert werden dabei u. a. folgende Fragen:

Was macht die Ausbildung für eine gute Fachkraft aus? Wie finde ich die richtigen Fachkräfte? Was brauchen Fachkräfte um langfristig bleiben zu können? Wie können sozialpädagogische Kompetenzen wie Feldbeurteilung, Entscheidungskompetenz und das Gestalten von sozialpädagogischen Beziehungen gefördert werden? Welche Standards sollten in allen Ausbildungswegen, die zu sozialpädagogischen Tätigkeiten führen, berücksichtigt werden?

Es gibt noch freie Plätze! Alle weiteren Infos findet ihr unter www.sos-kinderdorf.at/aktuelles/juquest-konferenz-2021


Laufende Infos rund um die kija Salzburg findet ihr auf www.kija-sbg.at, unter www.facebook.com/kijasalzburg oder auf Instagram. Und folgt uns jetzt auch auf TikTok @kija.salzburg

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Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg, Fasaneriestraße 35, 1. Stock 5020 Salzburg

Tel: +43(0)662-430 550, Fax: +43(0)662-430 550-3010