Newsletter kija Sbg 12/22

Liebe Freund:innen der Kinderrechte!

Das Jahr 2022 markiert ein besonderes Jubiläum, trat doch vor 30 Jahren die UN-Kinderrechtskonvention in unserem Land in Kraft. Für die kija ein Anlass, um Bilanz zu ziehen, was sich in den vergangenen 30 Jahren zur Verwirklichung der Kinderrechte in Österreich getan hat. Da gibt es auf der einen Seite viel Positives zu berichten, andererseits ist noch nicht die Zeit gekommen, um sich auszuruhen. Im Gegenteil, eine Zeit multipler Krisen bedeutet eine enorme Herausforderung für Kinder und Jugendliche und ihre Rechte! In diesem Newsletter haben wir die wichtigsten offenen österreichweiten Forderungen zusammengefasst. Auch die Herbstkonferenz der österreichischen Kinder- und Jungendanwälte stand im Zeichen der Umsetzung der Kinderrechte, insbesondere Kinderschutz und Kinderarmut wurden thematisiert.  

In einem Interview nimmt Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt zu 30 Jahren Kinderrechte in Salzburg Stellung und zeigt auf, wo es noch Aufholbedarf gibt. Aus Salzburger Sicht gibt es weiters gelungene Veranstaltungen, auf die wir in diesem Newsletter hinweisen möchten: Den ersten Salzburger Kinderrechte-Song Contest, die Verleihung des Kinderrechtspreises 2022 und die Events rund um Weltkindertag 2022. Ein tolles Tool, mit dem Kleinkinder spielerisch ihre Rechte kennenlernen können, stellen wir ebenfalls vor: Die Materialkiste für Kinderbetreuungseinrichtungen „Paschu - Auch kleine Kinder haben Sorgen“.      

Weitere erfreuliche Nachrichten aus der kija: die Übersiedlung der kija Innergebirg von Bischofshofen nach St. Johann ist vollbracht und es gibt endlich die lang ersehnte Verstärkung des Teams im Regionalbüro. Auch in der Öffentlichkeitsarbeit gibt es personellen Zuwachs. Mehr dazu im Newsletter. Viel Spaß beim Lesen!

Einen guten Jahresausklang wünscht das Team der kija!

 


30 Jahre Kinderrechte in Salzburg

Interview mit Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt

Anlässlich des Internationalen Kinderrechtstags am 20. November sprach Redakteurin Fabienne Gruber von der Salzburg Krone mit Salzburgs Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt über 30 Jahre Kinderrechte in Salzburg. 

Wie haben sich die Kinderrechte in den vergangenen 30 Jahren in Salzburg entwickelt?

In den ersten Jahren war ein großer Aufwind zu spüren, viele Organisationen wurden im Zuge der Kinderrechtskonvention gegründet, so auch die Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg, die sich - gemeinsam mit vielen anderen im Bundesland - für die Rechte und Interessen junger Menschen stark macht. Viele Initiativen sind entstanden, die nun gesetzlich verankert sind, etwa die Prozessbegleitung für Kinder, die Opfer von Gewalt wurden, oder der Kinderbeistand, der junge Menschen, deren Eltern bei Gericht um Obsorge und Besuchskontakt streiten, im Pflegschaftsverfahren unterstützt. Das Gewaltverbot in der Erziehung war ein absolut wichtiger Meilenstein und das Recht auf Mitbestimmung hat das Bewusstsein, dass Kinder ernst genommen und ihre Meinung in allen sie betreffenden Angelegenheiten altersentsprechend berücksichtigt werden sollen, verändert.

Warum braucht es eine Kinderrechtskonvention, wenn die Kinderrechte grundsätzlich in den Menschenrechten inbegriffen sind?
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sondern junge Menschen, die aufgrund ihrer Entwicklung besonderen Schutz und Förderung brauchen. Die ersten Entwicklungsjahre sind prägend, daher sind stabile Bindungen zu fürsorglichen Erwachsenen, eine liebevolle Umgebung, das Willkommen- und Angenommensein „so wie ich bin, bin ich richtig“ in der Kindheit von besonderer Bedeutung. Auch das Recht auf Freizeit und Spiel hat einen entwicklungsbedingten wichtigen Stellenwert. Auch der Schutz der Privatsphäre macht deutlich, dass Kinder nicht Besitz der Eltern sind. Aufgrund ihrer Abhängigkeit und Loyalität zu den Erwachsenen sind sie einem höheren Risiko ausgesetzt, Gewalt in jeder Form, also auch die häufig unterschätzte psychische Gewalt zu erleiden. Daher braucht es neben einem veränderten Erziehungsverhalten auch genügend Anlaufstellen und Menschen, an die sich Kinder und Jugendliche vertrauensvoll mit all ihren Sorgen wenden können.

Welche Projekte für Kinder/Jugendliche gibt es aktuell in Salzburg oder sind geplant?
Zum Glück gibt es eine ganze Menge, ob das der Spielebus, Schulkassenworkshops zur Stärkung der psychischen Gesundheit oder Jugendparlamente in der Gemeinde sind. Viele Projekte wurden kürzlich mit dem 9. Salzburger Kinderrechtspreis ausgezeichnet…doch leider ist nicht immer alles, was es an Hilfestellungen bräuchte, verfügbar, besonders in den Bezirken. Deshalb freuen wir uns, dass kürzlich die neue Regionalstelle der kija in St. Johann bezogen wurde.

Was ist für Sie das wichtigste Kinderrecht in Zeiten von Corona, Krieg und Teuerung?
Es sind wirklich herausfordernde Zeiten, für alle, aber ganz besonders für junge Menschen, die der Verunsicherung und dem Druck 1:1 ausgesetzt sind. Nochmals mehr trifft es Kinder aus belasteten Familien oder Familien mit geringem Einkommen. Daher ist der Grundsatz, dass jedes Kind Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge hat, die für sein Wohlergehen notwendig sind, vielleicht an erster Stelle zu nennen. Der Grundsatz führt in der Folge dazu, dass bei allen Maßnahmen - also von der Gesetzgebung bis hin zur Verteilung der Budgetmittel oder der Entscheidung in jedem Einzelfall  - das Kindeswohl vorranging zu berücksichtigen ist. Beides steht sogar im Bundesverfassungsgesetz über die Rechte von Kindern!

Wo gibt es noch Aufholbedarf?
Hier fiele mir eine ganze Menge ein: ein flächendeckender Ausbau der Frühen Hilfen, verstärkte Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarmut, die psychische Gesundheit in den Mittelpunkt stellen und Gesundheitsteams an allen Schulen zu etablieren sowie kostenlose Therapieplätze ausbauen, denn gerade hier gibt es große Versorgungslücken, ebenso wie bei Unterstützungsleistungen für Familien mit Kindern mit Behinderung wie z.B. bei der Nachmittags- oder Ferienbetreuung. Alle Organisationen, die Kinder betreuen, beraten oder unterrichten, sei es im Bildungs-, Freizeit- oder Sportbereich sollten Kinderschutzkonzepte haben, damit Kinder auch vor Übergriffen in Institutionen besser geschützt sind. Ganz wichtig wäre auch eine Mobbinganlaufstelle, denn die steigenden Zahlen belegen den Bedarf nach rascher Hilfe. Aber auch Freiräume für Kinder sind rar, gerade im städtischen Bereich, da ließe sich in der Raumordnung und im Bautechnikgesetz einiges machen.

Wie war die Resonanz nach dem ersten Kinderrechte Song Contest in Salzburg?

Großartig! Die Eltern, das Publikum, die Begleitlehrkräfte waren begeistert. Die berührenden Songs der jungen Künstler:innen waren beeindruckend. Sie haben uns viel zu sagen, hören wir ihre Botschaft und Sehnsucht: nach Zusammenhalt, Solidarität, Friede und einer intakten Umwelt. Einhellig war die Meinung, dass der Kinderrechte Song Contes zum richtigen Zeitpunkt kam:  Denn „Musik macht Mut“, und das können die jungen Menschen derzeit besonders gut brauchen. Wir denken jedenfalls schon jetzt an eine Wiederholung… Alle Lieder sind übrigens auf unserem youtube Kanal nachzuhören.


Das war der Weltkindertag 2022

Am 30. September feierten wir gemeinsam mit 70 Salzburger Organisationen der Plattform Kinderrechte 30 Jahre Kinderrechte! Wir zeigten im OVAL - Die Bühne im EUROPARK die "Geschichten vom Franz" und forderten an verschiedenen Standorten der Stadt Salzburg „Vorrang für die Kinderrechte“. kija Innergebirg machte im Jugendzentrum Kaprun auf die Kinderrechte aufmerksam. Weitere Aktionen folgten – darunter das Abschlusskonzert des 1. Salzburger Kinder- und Jugendrechte Song Contests und die Kinderrechts-Preisverleihung, bei der das Engagement von Menschen, die sich für Kinder- und Jugendliche einsetzen, ausgezeichnet wurde.


So viel Mut macht Musik von Kindern und Jugendlichen

Eine wesentliche Aufgabe der Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg ist es, Sprachrohr für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen zu sein. Gehört und ernst genommen zu werden, steht als wichtiges Kinderrecht im Verfassungsrang. Am 15. November verschafften sich 52 Kinder auf eine eindrückliche Art Gehör: Nämlich, indem sie ihre selbst geschriebenen Lieder beim 1. Kinder- und Jugendrechte Song Contest im OVAL - Die Bühne im EUROPARK präsentierten. Die Songs der Kinder und Jugendlichen begeisterten das Publikum und verdeutlichen ganz klar eine Suche nach einer besseren Welt. Weitere Infos über die Preisträgerinnen und zum Projekt

Das Konzert kann hier nachgehört werden:
Gesamtes Konzert
10-Minuten-Zusammenfassung

 


Kinderrechtspreis 2022 für JoJo und die MS Wals-Siezenheim

Die MS Wals und der Verein „JoJo - für psychisch belastete Familien“ sind die Gewinner des 9. Salzburger Kinderrechtspreises 2022, der Mitte November 2022 im Salzburger ORF-Landesstudio verliehen wurde. Mit dem Preis zeichnen die Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg, der Verein Spektrum und akzente Salzburg alle zwei Jahre Projekte von Kindern, Jugendlichen, Institutionen und Vereinen aus, die sich für die Umsetzung der Kinderrechte stark machen.

Der Verein JoJo wurde in der Kategorie „Institutionen und Vereine“ für das Projekt „Gestärkt ins Leben – Naturwissenschaft trifft Psyche“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Dabei werden Kinder durch naturwissenschaftliche Experimente an Themen wie Selbstwirksamkeit, Selbstvertrauen und Zuversicht spielerisch herangeführt. Die MS Wals-Siezenheim holte sich den Sieg in der Kategorie „Kinder, Jugendliche & Schulklassen“ mit einem Stop-Motion-Film über Kinderrechte und einem Animationsfilm über Kinderrechte in Madagaskar. Dieses Filmprojekt wurde im Religionsunterricht der Klasse 4c umgesetzt. 

Sechs weitere Projekte begeisterten die Jury  

Neben den beiden Gewinner:innen hat eine aus Kindern und Erwachsenen bestehende Jury weitere sechs engagierte Projekte für den Kinderrechtspreis ausgewählt. Die Preisträgerliste zeigt die bunte Vielfalt der Projekte in den Kategorien „Institutionen und Vereine“ und „Kinder, Jugendliche & Schulklassen“. Über einen Anerkennungspreis für 44 Jahre im Schuldienst und ihre Tätigkeit als fachlich ausgezeichnete und engagierte Beratungslehrerin durfte sich außerdem Daniela Klausner-Stepan freuen. 

Janusz Korczak Award für Mut zu positiver Veränderung

Erstmals wurde in Salzburg bei der Kinderrechtspreisverleihung auch der Janusz Korczak Award verliehen. Mit einem „Janusz“ zeichnet die Österreichische Janusz Korczak Gesellschaft Jugendliche in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe aus, die ihre persönlichen Herausforderungen mit Bravour gemeistert haben.  Fünf solcher Auszeichnungen gingen an Jugendliche in Salzburg. Benannt ist der Award nach dem polnischen Arzt, Pädagogen und Schriftsteller Janusz Korczak, der sich insbesonders für Kinder und deren Rechte engagierte. 

Junges Moderatorenteam sorgte für tolle Stimmung  

Die rund 150 Gäste und Preisträger:innen erlebten eine kurzweilige Veranstaltung, die ganz in Kinderhänden lag. Ein Moderatorenteam aus sieben Mädchen und einem Burschen im Alter von neun bis 13 Jahren führte mit Esprit durch das Programm, präsentierte die ausgezeichneten Projekte und holte Gäste aus Politik und aus der Riege der unterstützenden Sponsoren zu einem Kinderrechte-Spiel auf die Bühne. Junge Showtalente sorgten für musikalische Unterhaltung.

Weitere Informationen:

Mehr dazu: Presseaussendung


#16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Jede fünfte Frau ist körperlicher, psychischer und/oder sexueller Gewalt ausgesetzt, viele davon sind Mütter. Etwa jedes vierte Kind in Österreich lebt mit einer Mutter, der häusliche Gewalt – wie Schlagen, Drohungen, Abwertung oder auch sexuelle Gewalt - widerfährt. Diese von Kindern miterlebte Gewalt an ihren Müttern, ob in Form von Hören, Sehen oder Wahrnehmen/Fühlen, ist Gewalt an Kindern. Gewalt an Frauen bedeutet daher oft auch Gewalt an Kindern.

Viel zu viele Kinder und Jugendliche erfahren häusliche Gewalt, in verschiedener Form und Ausprägung. Was macht Gewalt mit Kindern und Jugendlichen?

Jede Gewaltanwendung an einem Kind ist ein Angriff auf seine Würde, mit Folgen bis hin ins Erwachsenenalter. Gewalt in der Kindheit produziert in späteren Lebensphasen oft neue Gewalt – beispielsweise an Partner:innen oder an den eigenen Kindern. Manchmal findet sie andere Kanäle wie Alkoholismus, Suchtverhalten, Depressionen oder Delinquenz. kija-Mitarbeiterin Cornelia Grünwald besucht und begleitet seit Jahren jugendliche Häftlinge in Salzburg. Mit einer einzigen Ausnahme haben alle frühkindliche massive aktive und passive Gewalt durch Väter erlebt bzw. waren deren Väter komplett absent – bis auf den heutigen Tag.

Wie den Gewalt-Kreislauf durchbrechen? Gewalt entsteht oft aus Überforderung und Überlastung, häufig aus erlerntem Verhalten, überholten Rollenbildern und fehlenden Vorbildern, manchmal aus Unwissen oder Unachtsamkeit. Um die Gewaltspirale zu durchbrechen, braucht es ein Bündel an Maßnahmen: Kinderschützende und kinder- und familienfreundliche Rahmenbedingungen, Frühe Hilfen, niederschwellige Unterstützungsangebote für Eltern und Kinder in schwierigen Situationen, Sensibilisierung, Vermittlung alternativer Konfliktlösungsstrategien, geschlechtsspezifische Präventionsangebote, insbesondere auch für Burschen, ein geändertes Erziehungsverhalten … einer muss mit dem Schlagen aufhören!

International haben mittlerweile 65 Länder Gewalt an Kindern verboten, Österreich seit 1989.

Mehr dazu: unsere gemeinsame Kampagne mit dem Land Salzburg
https://www.salzburg.gv.at/themen/gesellschaft/gewaltfrei
Oder in unseren folgenden Broschüren zum Thema:
10 gute Gründe für gewaltfreie Erziehung (auch auf Rumänisch, Farsi und Somalisch erhältlich)
Jede Träne ist ein Wasserfall

 


Kleinkinder lernen spielerisch ihre Rechte kennen

Für die Salzburger Kinderbetreuungseinrichtungen gibt es ein neues Bildungsangebot zum Thema Kinderrechte. Das leadergeförderte Kooperationsprojekt "PASCHU – Auch kleine Kinder haben Sorgen" bietet Kleinkindern von drei bis sechs Jahren mit einer „Materialkiste“ die Möglichkeit, ihre Rechte spielerisch kennenzulernen. Die Schildkröte PASCHU, die für Panzer (Resilienz) und Schutz (Hilfestellung) steht, unterstützt Kinder mit Geschichten und Spielimpulsen dabei, belastende Situationen mit ihren Pädagog:innen zu besprechen. Das dazugehörige Kinderrechte-Bilderbuch PASCHU wurde mithilfe der Stadt Salzburg und dem Runden Tisch der Menschenrechte in neun Sprachen übersetzt.

Im Rahmen des Modellprojekts wurden alle 45 Kinderbetreuungseinrichtungen im Pongau mit der Materialkiste versorgt. Ziel ist die Ausrollung auf das gesamte Bundesland Salzburg.

Gerne können bei uns Materialboxen ausgeliehen werden!
Ebenfalls ist die gleichnamige pädagogische Begleit-Broschüre "PASCHU – Auch kleine Kinder haben Sorgen" kostenlos in der kija Salzburg erhältlich.
Kontakt: 0662/8042-3221

Projekthintergrund
Projektträger sind der Verein MutMachen Pongau Lungau sowie die Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg. Entwickelt wurden die pädagogischen Materialien von Schüler:innen der 3. Klassen der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAFEP) Bischofshofen gemeinsam mit den beiden Lehrkräften Frau Bernadette Meißnitzer und Frau Mag. Christine Zechmann und in enger Zusammenarbeit mit dem Regionalbüro Innergebirg der Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg. Das Projekt wurde 2020 mit dem Salzburger Kinderrechtspreis ausgezeichnet.


A-FOND hilft Kindern und Jugendlichen in Salzburg

Dank an das AFFRONT THEATER für unbürokratische Untestützung

Ein herzliches Dankeschön an das AFFRONT THEATER, das seine öffentlichen Auftritte dazu nützt, um Gelder für hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche in Stadt und Land Salzburg zu lukrieren. In Zusammenarbeit mit der kija Salzburg sowie dem Stadtschul- und Sozialamt ermöglicht der von Fritz Egger ins Leben gerufene A-Fond unbürokratische und rasche Hilfe bei Einzelschicksalen oder in Katastrophenfällen. Unterstützung gibt es auch für Institutionen, die mit Kindern und Jugendlichen in Stadt und Land Salzburg zu tun haben.

Weitere Informationen: A-FOND: Initiative für hilfsbedürftige Kinder

Damit möglichst vielen jungen Menschen geholfen werden kann, wird um Spenden ersucht:
A-Fond-Spendenkonto: IBAN: AT40 3500 0000 0013 1318 BIC: RVSAAT2S

 


Regionalstelle Innergebirg nach St. Johann übersiedelt

News aus der Kinder- und Jugendanwaltschaft: Die kija-Regionalstelle Innergebirg ist von Bischofshofen nach St. Johann übersiedelt: Die neuen Räumlichkeiten in der Ing.-Ludwig-Pech-Str. 12 bieten viel mehr Platz, bessere Erreichbarkeit und bessere Vernetzung! Die kija arbeitet in der neuen Regionalstelle u.a. gemeinsam mit dem Forum Familie und der psychologischen Beratung der Kinder- und Jugendhilfe unter einem Dach.  

Regionalbüro Innergebirg
Ing.-Ludwig-Pech-Str. 12, 5600 St. Johann
Montag bis Freitag: 09.00 bis 12.00 Uhr
& Gesprächstermine nach Vereinbarung
Tel: +43 664 611 6636
kija.innergebirg@salzburg.gv.at
www.kija-sbg.at

Personelle Verstärkung für Regionalstelle und Öffentlichkeitsarbeit

Außerdem gibt es erfreuliche Nachrichten aus personeller Sicht: Seit kurzem verstärken Sebastian Burger und Janina Schönleben das Innergebirg-Beratungsteam rund um Ruth Fischer, Barbara Frauendorff (im Bild von li. n. re.) und Christina Scherer (derzeit in Karenz). Von der Regionalstelle in St. Johann werden die Regionen Pinzgau, Pongau, Lungau und das Lammertal bedient. Die personelle Aufstockung bedeutet einen kräftigen Schub für das psychosoziale Hilfsnetz in den Bezirken!

Ebenfalls personellen Zuwachs gibt es mit Sabine Krenslehner in der Öffentlichkeitsarbeit der Kinder- und Jugendanwaltschaft (ganz rechts im Bild).  


Österreichweites & Internationales


Lücken im Kinderschutz schließen

Konferenz der Kinder und Jugendanwält:innen in Graz

Die Kinder- und Jugendanwält:innen Österreichs (kijas) kritisierten bei ihrer Herbsttagung Mitte Oktober 2022 in Graz die offensichtliche Ignoranz bei der Umsetzung der Kinderrechte. Sie mahnten ein, dass die verfassungsrechtlich festgeschriebenen Kinderrechte einzuhalten und konkret umzusetzen sind. Schwerpunktthemen bei der Tagung waren Kinderschutz und Kinderarmut.

Beim Kinderschutz gilt es, die bestehenden teils erheblichen Lücken zu schließen, fordern die Kinder- und Jugendanwält:innen. Für die Gewährleistung des Kinderschutzes innerhalb der Familie sind ausreichend personelle, materielle und finanzielle Ressourcen in der Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe sicherzustellen. Im außerfamiliären Bereich, z.B. bei Bildung und Freizeit, ist es notwendig,  Kinderschutzstandards festzulegen, das Tätigkeitsverbot für Sexualstraftäter*innen auszuweiten und gezielte Bewusstseinsbildung zu betreiben. Ebenso leistet die Verankerung von Vorgaben für einheitliche Kinderschutzkonzepte in staatlichen Förderungsrichtlinien einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Betroffene im Verdachtsfall handlungsfähig gemacht werden. Die Kinder- und Jugendanwält:innen sind sich einig, dass ein hinreichender Schutz in Institutionen und Organisationen nur durch bundesweit einheitliche Normierungen gewährleistet werden kann.

EU-Kindergarantie realisieren

Immer mehr Kinder in Österreich sind von Kinderarmut betroffen. Hier gilt es, ein wirksames Modell für eine nachhaltige Existenzsicherung für Kinder und Jugendliche zu erarbeiten, wobei die vier Dimensionen der kindlichen Entwicklung zu berücksichtigen sind: materielle Versorgung, gesundheitliche Entwicklung, soziale Teilhabe und Wahrung von Bildungschancen. Als Ausgangsbasis könnte unter anderem das Konzept der Kindergrundsicherung herangezogen werden, so die kijas Österreichs.

In diesem Zusammenhang kritisieren die der Kinder und Jugendanwält:innen den Stillstand des Umsetzungsprozesses der EU-Kindergarantie. Diese zielt darauf ab, besonders die Bedarfe von armutsgefährdeten Kindern adäquat zu berücksichtigen und einen diesbezüglichen Nationalen Aktionsplan zu erarbeiten. Die kijas Österreichs fordern die Entscheidungsträger:innen auf, ehestmöglich konkrete Schritte zu setzen, um diese Kindergarantie auch praktisch zu realisieren.

Was sich nach 30 Jahren Kinderrechte noch ändern muss – zentrale Forderungen
1. Lücken bei der psychosozialen und medizinischen Betreuung müssen geschlossen werden.
2. NEUE Schulen braucht das Land!
3. Eine zentrale Mobbingstelle muss geschaffen werden.
4. Es ist Zeit, die Kinderarmut zu beenden. Denn: Armut kränkt, Armut macht krank.
5. Ein bundesweites Kinderschutzgesetz muss geschaffen werden.
6. Familienunterstützende Angebote müssen weiter ausgebaut werden.
7. Kinder auf der Flucht: Kein Kind darf aufgrund seiner Herkunft diskriminiert werden!

OTS-Aussendung Herbsttagung kijas Österreich: www.ots.at/presseaussendung/OTS_20211022_OTS0118


Das Pixi-Buch „Ein geheimnisvoller Koffer“ zum Thema Kinderrechte!

Rechtzeitig zum Internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November und zum 30 Jahr-Jubiläum der Kinderrechtskonvention in Österreich präsentieren die Kinder- und Jugendanwaltschaften aller Bundesländer ihre neueste Publikation: Das Pixi-Buch „Ein geheimnisvoller Koffer“. Mit dem quadratischen Büchlein soll in altersgerechter, anschaulicher und unterhaltsamer Weise über Kinderrechte informiert werden. Angefangen vom Recht auf Mitsprache, über das Recht auf Schutz vor Gewalt bis hin zum Recht auf Gesundheit.

Warum ein Pixi-Buch? Wir brauchen eine Gesellschaft mit starken Kindern, die ein Bewusstsein für Demokratie entwickeln und schon von klein auf Vielfalt und Inklusion leben können. Eine altersgemäße Kinderrechtsbildung muss so früh wie möglich beginnen und da ist das Pixi-Buch ein ideales Format! Weitere Bücher sollen folgen.

Das Pixi-Buch „Ein geheimnsivoller Koffer“ ist kostenlos bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft des jeweiligen Bundeslandes erhältlich - also auch bei uns! Wir freuen uns über Anfragen unter kija@salzburg.gv.at


Die verschwundenen Kinder

In diesem Jahr stellten über 9.000 unbegleitete minderjährige Fluchtwaisen einen Asylantrag in Österreich. Ein Großteil der Kinder verschwand. Das belegen Zahlen des Innenministeriums - 7.713 Asylverfahren wurden im selben Zeitraum wieder eingestellt, 2.300 minderjährige Fluchtwaisen bei der Polizei als vermisst gemeldet. Wo sind all die Kinder geblieben? 

Ja, einige von ihnen entziehen sich dem Asylverfahren und reisen in andere Länder weiter, manche werden jedoch Opfer von Menschenhandel und zur Prostitution gezwungen. Darunter jene Kinder, die spurlos von der Bildfläche verschwinden und nie mehr gefunden werden – das sind 15 %, was fünf österreichischen Schulklassen entspricht. Eine von ihnen ist Amina Diallo, die 2016 im Alter von 16 Jahren spurlos aus dem Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen verschwand. Ihr Bruder wandte sich damals hilfesuchend an uns, von seiner Schwester fehlt bis heute jede Spur (siehe News-Artikel vom 2.12.1022). 

Wir schlagen schon lange Alarm und fordern, dass die Politik ihrer Schutzpflicht zur Prävention von Menschenhandel nachkommt.

Wir unterstützen von Beginn an vollinhaltlich die Kampagne der aslykoordination KIND ist KIND und verweisen auch auf ihr Konzept für Clearinghäuser. Wir freuen uns über die gezeigten aktuellen Erfolge: Der Ministerrat hat die dringende Notwendigkeit anerkannt, den NGOs, die Fluchtwaisen betreuen, die tatsächlichen Kosten dieser Betreuung zu bezahlen und so eine den Bedürfnissen von Fluchtwaisen entsprechende Versorgung sicherzustellen. Wenige Tage später ging ein Beschluss der Landesflüchtlings-Konferenz in die gleiche Richtung. Was jetzt ansteht, ist eine entsprechende Vereinbarung zwischen Bund und Ländern. ASYLKOORDINATION ÖSTERREICH Erster Schritt in Richtung Kindeswohl de

Das sind unsere Forderungen:
1. Die Erstaufnahmezentren müssen kindgerecht gestaltet werden. Es braucht in jedem Bundesland Clearinghäuser zum Ankommen mit einem vertrauensvollen Setting. Diese Clearinghäuser übernehmen die sofortige Zuständigkeit nach der Ankunft von minderjährigen Geflüchteten ohne Elternteil. 
2. Um mehr Angebote für minderjährige Geflüchtete zu schaffen, braucht es eine Anhebung der Tagessätze und eine Anpassung an die Inflation, was seit 2016 nicht mehr geschah. Aktuell sind diese nicht einmal halb so hoch wie die Sätze, die Kinder in der Jugendhilfe bekommen. Die Diakonie musste deshalb in den vergangenen Jahren mehrere Einrichtungen schließen.
3. Es braucht eine geregelte Obsorge ab dem ersten Tag des Ankommens. Mit Einwilligung dieser kann auch offiziell nach Abgängigen gesucht werden.
4. Wir fordern einen Verfahrensbeistand, wie ihn österreichische Kinder haben, deren Eltern um die Obsorge streiten. Dieser soll geflüchteten Kindern beim Asylverfahren zur Seite stehen.

 


Tipps


Climate Action Award & Klimajugendrat 2023

Der Climate Action Award und der Klimajugendrat 2023 sind zwei tolle Angebote für junge Menschen, die sich für den Klimaschutz engagieren. Mit dem Climate Award werden Projekte ausgezeichnet, die von jungen Menschen selbst entwickelt und/oder umgesetzt wurden. Einreichfrist ist der 31. Dezember 2022. 

Infos: https://timeforchange.world/climate-action-award-23/

Klimajugendrat: Dialog auf Augenhöhe

Der Klimajugendrat bietet eine gute Gelegenheit, um Klimaschutz-Anliegen auf Augenhöhe mit Politiker:innen zu besprechen. Neben der Prämierung der besten Klima-Jugend-Projekte warten spannende Inputs, Austausch und Vernetzung sowie der Dialog mit Abgeordneten aller Parteien auf die Teilnehmenden.

  • Zeit: 22.-24. Februar 2023
  • Ort: Parlament, Wien
  • Teilnehmende: Junge Menschen (14-30 Jahre) aus ganz Österreich, Vertreter:innen aller Parlamentsparteien

Infos & Anmeldung: https://timeforchange.world/klimajugendrat23/


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