***Presseaussendungen Einzelansicht***

Sind nur schlechte Nachrichten gute Nachrichten?

Betrachtet man die mediale Berichterstattung der letzten Zeit, stellt man fest, dass das Kinderrecht auf Schutz der Privatsphäre oder das Recht darauf, nicht (pauschal) vorverurteilt zu werden, im journalistischen Alltagsbetrieb vielfach nur eine marginale Rolle spielen.

Man muss gar nicht (nur) nach Amstetten blicken, die alltäglichen Fälle reichen. Dazu ein Beispiele: Über einen Vorfall an einer Salzburger Hauptschule mit drei Burschen und einem Mädchen wurde mehrfach berichtet. Es geht hier nicht darum, zu beurteilen, ob tatsächlich (sexuelle) Grenzen verletzt wurden oder nicht, es geht um zwischenmenschliches (möglicherweise Fehl-) Verhalten von Jugendlichen, das in einem geschützten Rahmen geklärt, bearbeitet und
möglicherweise sanktioniert werden muss. Für die Öffentlichkeit aber ist der tatsächliche Verlauf völlig unerheblich. In diesem Fall wurden die Jugendlichen jedoch öffentlich vorverurteilt und bloßgestellt, was eine Konfliktlösung grundsätzlich um ein Vielfaches erschwert.

Ist die Jugend wirklich kriminell?

Ein weiteres Beispiel ist die angeblich dramatisch angestiegene Jugendkriminalität. Im März stand überall in fetten Headlines zu lesen, wie besorgniserregend es um Sitte und Moral der heutigen Jugend bestellt ist. Wahr ist, dass die Anzeigen gestiegen sind. In leicht zu überlesenden Randnotizen wurde jüngst mitgeteilt, dass die Verurteilungen zurückgegangen sind. Nachdem kriminell eigentlich nur ist, wer rechtskräftig verurteilt wurde, hätte eigentlich richtiger Weise nun groß berichtet werden müssen, dass die Jugendkriminalität zurückgegangen ist. Getreu dem Motto "bad news are good news" wurde aber eine ganze Generation öffentlich schlechtgeredet. Wahr ist, dass Jugendliche ein familiäres Netz, Anerkennung, berufliche Perspektive und ausreichend öffentlichen Raum für eine sinnvolle Gestaltung ihrer Freizeitaktivitäten brauchen. Darüber zu berichten, strukturelle Defizite aufzuzeigen und diese öffentlich einzumahnen, sollte man nicht müde werden!

Medien haben Verantwortung

Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre und müssen vor willkürlichen Eingriffen geschützt werden. Den Massenmedien kommt dabei eine besondere Verantwortung zu. So steht es in der Kinderrechtskonvention.

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