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Unterwegs getroffen

kija Salzburg berät im vergangenen Jahr 2.348 Kinder & Jugendliche.

Beratungssituation in der kija Salzburg.

Bild: 2.348 Kinder und Jugendliche kamen 2010 zur Beratung.

Die Jahresstatistik 2010 der Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg spricht eine deutliche Sprache. Wer Jugendliche mit ihren Problemen erreichen will, muss hinaus gehen. Insgesamt traten 2010 mehr als 15.800 Kinder und Jugendliche mit der kija Salzburg in Kontakt.

Intensives Arbeitsjahr

2010 war für die kija Salzburg ein intensives Jahr. Neben der Interessensvertretung für Kinder und Jugendliche, die ein wichtiges Standbein der kija Salzburg ist, fokussierte sie sich verstärkt auf Beratung und Information. Mit dem Regionalprojekt "kija on tour" fuhr die kija Salzburg den Flachgau als einwohnerstärksten Salzburger Bezirk an und noch vor der Sommerpause startete die Sensibilisierungskampagne "Selber Schuld" zum Thema Mobbing und Gewalt unter Gleichaltrigen. Durch Schulklassen-Workshops, Theateraufführungen und öffentliche Aktionen wurden 15.800 Kinder und Jugendliche erreicht. Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt dazu: "Es ist Ziel der kija Salzburg, möglichst flächendeckend Kinder und Jugendliche über ihre Rechte zu informieren, denn das Wissen über die eigenen Rechte bietet einen ersten Schutz vor Kinderrechtsverletzungen. Im vergangenen Jahr zeigte sich jedoch auch ganz deutlich, dass der Beratungsbedarf insbesondere in den Regionen so groß ist, dass die kija Salzburg als kleine Einrichtung nahe an die Grenzen ihrer Belastbarkeit kam. Bewerkstelligt werden konnte die hohe Zahl an Anfragen nur durch den enormen persönlichen Einsatz des kija-Teams und das Zurückschrauben in manchen anderen Bereichen wie z. B. der Arbeit auf gesellschaftspolitischer Ebene."

"Die kenn ich, die ist cool, da frag ich nach!"

Neben der Information hat die kostenlose und vertrauliche Beratung einen wichtigen Stellenwert bei der kija Salzburg. 3.072 Beratungsgespräche mit Kindern und Jugendlichen fanden statt, 813 mit Erwachsenen - damit konnte die kija Salzburg wieder vorrangig die primäre Zielgruppe der unter 18-Jährigen erreichen. Insgesamt wurden 2010 2.345 Kinder und Jugendliche von der kija Salzburg bei Problemen aller Art ein- oder auch mehrmals beraten. Auffallend ist dabei, dass Kinder und Jugendliche anders als Erwachsene die persönliche Beratung bevorzugen. 42 Prozent suchten die BeraterInnen der kija Salzburg zu einem persönlichen Gespräch auf, der andere Teil ließ sich telefonisch, schriftlich oder per E-mail beraten. Barbara Leiblfinger-Prömer, Psychologin in der kija-Salzburg, versteht diese Zahlen so: "`On tour` haben wir die Erfahrung gemacht, dass es Kindern und Jugendlichen sehr wichtig ist zu wissen, welches Gesicht hinter einer Einrichtung steckt. Ist der persönliche Kontakt einmal hergestellt, sind sie sehr offen und nehmen Beratungen bereitwillig in Anspruch. Deshalb sollten Einrichtung für Kinder und Jugendliche auch aus den Büroräumlichkeiten hinaus zu den jungen Menschen gehen."

Burschen keine Beratungsmuffel

Positiv zu vermerken ist auch, dass 2010 die Zahl der ansonsten eher als beratungsscheu geltenden Burschen die Zahl der Mädchen bei den Beratungen sogar leicht übertraf. Die Beratungen wurden zu 53 Prozent von Burschen und zu 47 Prozent von Mädchen in Anspruch genommen. Grund dafür dürfte das zugehende und niederschwellige Beratungskonzept der kija Salzburg nach dem Motto "Wir kommen euch entgegen!" sein, das von Burschen wie von Mädchen sehr positiv aufgenommen wird. Zudem konnten durch die Koppelung des Beratungsangebotes an Kinderrechteworkshops verstärkt jüngere Kinder erreicht werden. Die Altersgruppe, die 2010 am stärksten Beratungen in Anspruch genommen haben, sind zwar nach wie vor die 15- bis 19-Jährigen (38 Prozent), jedoch hat die Gruppe der 11- bis 14-Jährigen (33 Prozent) im Vergleich zu den Vorjahren stark zugenommen.

Konfliktort Klassenzimmer

Die Probleme, mit denen sich junge Menschen an die kija Salzburg wenden, reichen von Schulproblemen bis zur Wohnungsnot, besonders häufig (in 406 Fällen) ging es im vergangenen Jahr jedoch um Probleme mit Gleichaltrigen. Die hohe Zahl ist auf die Fokussierung der kija Salzburg auf dieses Thema durch das Projekt "Selber Schuld: Gewalt im Klassenzimmer" zurückzuführen. Hoch ist auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen (418 Fälle), die sich mit gesundheitlichen Problemen an die kija Salzburg wenden. Das Spektrum der Anfragen reicht hier von Anorexie bis Suizid. Die starke Frequenz der Anfragen zeigt, dass die psycho-medizinische Versorgung vor allem in den Regionen noch große Lücken aufweist.

Regionale Verankerung notwendig

Vergleicht man die einzelnen Monate des abgelaufenen Jahres, so zeigt sich, dass es in dem Zeitraum, in dem die kija Salzburg `on tour´ war zu weit mehr Beratungsgesprächen kam, als in der Zeit, in der ausschließlich vom Büro in der Landeshauptstadt aus gearbeitet wurde. Um Kinder und Jugendliche mit ihren Problemen früh genug erreichen zu können, ist es notwendig, verstärkt aus den Büros nach draußen zu gehen und persönliche Kontakte aufzubauen. Deshalb plädiert die kija Salzburg eindringlich für den Ausbau des regionalen Beratungs-angebotes für Kinder und Jugendliche: "Wir dürfen nicht zulassen, dass der weite Weg in die Landeshauptstadt oder der fehlende persönliche Kontakt bei der Telefonberatung Kinder und Jugendliche mit dringlichen Fragen und Sorgen davon abhält, früh genug Hilfe zu suchen", warnt Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt. Abschließend stellt Andrea Holz-Dahrenstaedt fest: "Nach einem überaus intensiven Beratungsjahr ist es gut, sich wieder verstärkt der Interessensvertretung annehmen zu können, um gerade auch für die Kinder und Jugendlichen aus der Region ein besseres Angebot durchzusetzen."

Bilder Regionalprojekt "kija on tour" und Bilderwettbewerb "Recht so!"

Video "kija on tour"

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