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"Selber Schuld"

Salzburgpremiere des Theaterstückes zu Mobbing & Gewalt im Oval.

Zwei SchülerInnen machen sich über eine Dritte hinter ihrem Rücken lustig.

Bild (theaterachse): Hänseleien in der Schule können zu psychischen Problemen führen.

Eigentlich ist die Neue ja ganz nett, man kann gut mit ihr reden und sie bringt Abwechslung in den Schulalltag, doch als sich herausstellt, dass sie weder von den angesagten Popgruppen noch den aktuellen Videospielen eine Ahnung hat, stattdessen aber Horn in einer Musikkappelle spielt, kippt die Stimmung. Die Neue ist jetzt "doof" und "uncool" und wird, unter Gelächter der Zusehenden, fertiggemacht – warum? Das kann keiner so genau sagen. Vielleicht aus Eifersucht und Neid, oder aber auch nur aus Langweile und Gleichgültigkeit, jedenfalls ist sie "Selber Schuld", wenn sie sich das gefallen lässt, denn "mir kann das nicht passieren".
Szenenwechsel: Soeben noch der Redelsführer bei den Angriffen gegen Viola, wird Jo in der nächsten Szene selbst zum Außenseiter und die, die soeben noch über seine Witze lachten, lachen jetzt ihn aus…

Schulen stärken

Das Theaterstück "Selber Schuld" zeigt eindrucksvoll, wie leicht Mobbing und Ausgrenzung passieren und wie schwer die Folgen sind. Am Donnerstag den 24. Juni 2010 wurde das Stück von der Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg im Oval, der Bühne im Europark, einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert. Rund 160 ZuseherInnen waren gekommen, um mehr zu der brisanten Thematik zu erfahren.

Die kija Salzburg ist immer wieder mit Anfragen von Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen betraut, die im schulischen Kontext Gewalt und Mobbing erleben. Bei der Bewältigung und Verhinderung dieser Probleme nimmt die Schule eine bedeutende Rolle ein: "Die Schule kann durch eine entsprechende Gesamtstrategie das Konflikt- und Gewaltniveau, selbst bei Kindern, die häusliche Gewalt erleben, stark reduzieren - oder eben erhöhen. Die Stärkung sozialer Kompetenzen sowie des Selbstwerts der SchülerInnen, ein offenes, klar gegen Ausgrenzung auftretendes Verhalten oder auch die Stärkung des Know-hows von Eltern und LehrerInnen, etwa im Medienbereich, können wichtige Bestandteile einer solchen Strategie sein", betont Kinder und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt.

Um dies leisten zu könne, müssen die Schulen natürlich entsprechend gestärkt und unterstützt werden. Sozialarbeiterin Marion Wirthmiller, Mitarbeiterin der kija Salzburg, freut sich deshalb besonders darüber, dass die kija Salzburg ab Herbst 2010 für eine begrenzte Zahl an Schulen ein Gewaltpräventionspaket mit einer LehrerInnenfortbildung (Plätze sind noch frei), dem Theaterstück und einer pädagogischen Nachbereitung des Stückes in den Klassen zu besonders günstigen Konditionen anbieten kann: "Das Theaterstück "Selber Schuld" der theaterachse eignet sich optimal als Einstieg in die komplexe Gewalt- und Mobbingproblematik in den Schulklassen. Viele sind betroffen oder erkennen sich in der einen oder anderen Rolle wieder, Gespräche über eigene Erfahrungen mit Mobbing und Gewalt in der Klasse entstehen. Somit dient das Stück als Türöffner zur Entwicklung einer Gesamtstrategie in der Schule."

Was für ein Spaß?

Im Anschluss an die Vorführung entspann sich zwischen Publikum und dem Podium mit den ExpertInnen Rupert Herzog (Gewalt- und Mobbingpräventionsstelle OÖ), Barbara Leiblfinger-Prömer (Psychologin kija Salzburg), Andreas Prömer (call & mail), Thomas Radlinger & Andrea Schmid (Peermediation), Mathias Schuh (theaterachse) und Martin Seibt (safer internet) eine spannende Diskussion. Rupert Herzog formulierte: „Es klingt überraschend, aber Mobbing macht den MobberInnen tatsächlich Spaß, es ist aber kein Spaß, vielmehr verursacht es tiefes seelisches Leid mit zum Teil bleibenden Schäden bei den Opfern.“

Nichtstun heißt mitmachen

Eine nicht zu vernachlässigende Rolle kommt aber auch den sogenannten „stillen ZuschauerInnen“ zu, die Mobbing erst ermöglichen: Schließlich macht Mobbing dem/der TäterIn nur so lange Spaß, so lange andere mitlachen und es gutheißen. Stellt sich jemand aktiv dagegen, ist es für die MobberInnen meist nicht mehr lustig und spannend. Tritt ein Fall von Mobbing auf, muss deshalb gerade auch an die „stillen ZuschauerInnen“ der Appell gerichtet werden, dem/der MobberIn ihre Unterstützung zu entziehen. Schließlich, so formulierte es Regisseur Mathias Schuh treffend, "betrifft Mobbing alle. Jede und jeder weiß davon und ist Teil davon und jede und jeder kann und muss dagegen etwas unternehmen!"

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