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Pongauer Kinder & Jugendliche wollen gehört werden

"Vor der Beratung muss eine Vertrauensbasis geschaffen werden."

Ein Junge wird von Gleichaltrigen ausgegrenzt.

Bild: "Hänseln ist gemein" von Katharina Kocher, Peter Huber, Lara Reiter, Anna Hochschwimmer, Katarina Sosic, Hannah Winter gewann den zweiten Platzd es Bilderwettbewerbes.

Vier Monate Tour, 25 besuchte Gemeinden, 377 Schulklassen, 4.515 Kinder und Jugendliche im Infomobil, 182 Beratungsgespräche im Bus und 551 Folgeberatungen - so liest sich die Bilanz des Regionalprojektes "kija on tour Pongau" der Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg in Zahlen. Inhaltlich bedeutet das vor allem, dass der Bedarf an Beratungen und Gesprächen über Probleme und Bedürfnisse unter Pongaus Kindern und Jugendlichen enorm hoch ist: "Viele Kinder und Jugendliche sind erstaunt darüber, dass es jemanden gibt, der sich für ihre Anliegen interessiert", berichtet "kija on tour"-Projektleiterin Barbara Leiblfinger-Prömer aus der Praxis und fügt hinzu, "ein erschreckend hoher Anteil muss schauen, dass er mit seinen Problemen allein über die Runden kommt."

Tourismus verdrängt Kinder und Jugendliche

Die Auswirkungen dieser mangelhaften Beachtung wurden am Donnerstag beim gut besuchten Bilanzgespräch der kija Salzburg mit Landtagspräsident Simon Illmer, Bezirksschulinspektor Andreas Egger, zahlreichen Bürgermeistern und DirektorInnen des Pongaus sowie VertreterInnen des psychosozialen Netzwerks, in Bischofshofen ausführlich besprochen. 57,5 Prozent der 452 befragten Kinder und Jugendlichen fordern verstärktes Engagement im Bereich der Gewaltprävention, 13 Prozent wünschen sich mehr Aufmerksamkeit für den Problembereich Alkohol und Drogen, drei von vier Kindern möchten generell mehr Schutz. Tendenziell werden insbesondere in fremdenverkehrsstarken Gemeinden, wo die zeitlichen Ressourcen der Eltern begrenzt sind, die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen hintangestellt.

Um dem Gefühl des Alleingelassenwerdens entgegenzutreten, ist die kija Salzburg, unterstützt von regionalen Partnern wie Forum Familie oder Akzente Pongau, mit einem offenen Beratungskonzept aktiv auf die Jugendlichen zugegangen: "Für viele Jugendliche ist die Hemmschwelle zu groß, um eine anonyme Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen. Wenn aber ein persönlicher Kontakt besteht, fassen die Jugendlichen schnell Vertrauen", erzählt Leiblfinger-Prömer. Aus diesem Grund ist eine intensive Zusammenarbeit des gut aufgestellten Pongauer Sozialnetzwerkes besonders wichtig. Für Andrea Gruber vom Forum Familie Pongau, eine zentrale Figur in diesem Bereich, bedeutet Netzwerken: "Ganz bewusst die Potentiale und Möglichkeiten der Netzwerke zur eigenen fachlichen Weiterentwicklung, zum Kompetenzgewinn, für politisches Engagement, für konkrete Hilfe für KlientInnen und als Informationsdrehscheibe in und für die Region zu nutzen!"

Partizipation erhöht die Zufriedenheit

Auch durch stärkeres Eingebundensein in Entscheidungsprozesse rücken Kinder und Jugendliche wieder näher ins Zentrum einer Gemeinschaft: "Vielfach wird zwar ÜBER Kinder und Jugendliche und die Probleme MIT ihnen gesprochen, doch selten kommen die Betroffenen selbst zu Wort", benennt Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt die unbefriedigende Situation, "dabei führt Partizipation zu einem gestärkten Selbstwertgefühl und bringt als Begleiteffekt weniger Vandalismus oder Drogenmissbrauch mit sich, um nur einige Beispiele zu nennen."

Collage Kinderrechte

Bei "kija on tour Pongau" waren die kreativen Ideen der Kinder und Jugendlichen auf jeden Fall gefragt. 135 junge Menschen nahmen an dem Bilderwettbewerb "Recht so!" teil und setzten sich bildlich mit Themen wie Ausgrenzung, Anderssein, Freundschaft, Gewalt, Freiheit u. a. auseinander. Eine Jury bestehend aus Kindern und Erwachsenen prämierte das Bild "Privatleben" von Gerrit Hüller, Lukas Pichler und Christoph Gschwendtner zum erstplatzierten Foto, in der Kategorie Zeichnungen gewann Malika Salichova mit "Keiner soll ein Außenseiter sein". Die engagierten GewinnerInnen bekamen am Donnerstag als Preis Tagesskipässe des Skigebiets Werfenweng und einen Einkaufsgutschein im Wert von jeweils Euro 20,- überreicht.

Regionalstellen ausbauen

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg wird sich jedenfalls weiterhin bemühen, Bewusstsein für die Einhaltung der Kinderrechte in der Region zu schaffen. Dass 65 Prozent von 452 befragten Kindern und Jugendlichen im Pongau keine Beratungsstelle kennen, an die sie sich im Ernstfall wenden können, ist insbesondere dann alarmierend, wenn familiäre und schulische Netze brüchig werden. Kinder- und Jugendliche brauchen Vertrauenspersonen vor Ort: Das können SchulsozialarbeiterInnen sein, oder auch die MentorInnen des Projektes "MutMachen", das nach Erfolgen in Salzburg Stadt und im Pinzgau wünschenswerter Weise auch im Pongau angesiedelt werden soll. "Längerfristig jedoch braucht die Region eine eigene Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche", fordert Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt.

Bilder Regionalprojekt "kija on tour" und Bilderwettbewerb "Recht so!"

Video "kija on tour"

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