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"Little Alien" - ein Film von Nina Kusturica

Salzburgpremiere am Mittwoch, 09. Dezember 2009, um 19.30 Uhr im DAS KINO.

Nura, eine der ProtagonistInnen in "Little Alien".

Bild (Mobilefilm): Nura ist nach Österreich geflohen.

Sie sind Teenager, die ohne Eltern oder Verwandte aus den Krisengebieten der Welt geflohen sind. In Österreich angekommen, versuchen sie, ihr Leben neu zu gestalten und kämpfen für ihr Recht auf eine mehr oder weniger unbeschwerte Jugend. Die traumatische Erfahrung des Verlusts, die Sehnsucht nach den zurückgelassenen Familien und der Blick in eine vollkommen ungewisse Zukunft erschweren den Prozess des Neuanfangs erheblich. „Little Alien“ ist ein Film über die unbändige Hoffnung darauf, ein Leben zu haben. Nina Kusturica erzählt von alltäglichen Träumen und Wünschen aus der subjektiven Sicht der Charaktere, die in einem Zustand zwischen den Schmerzen der Vergangenheit und der Ungewissheit der Zukunft gefangen sind.

Besonders schutzbedürftig – bis 18?

„Little Alien“ thematisiert aber nicht nur die Fluchtgeschichten und den Alltag dieser Jugendlichen, sondern zeigt auch immer wieder auf, mit welchen behördlichen Problemen die Minderjährigen zu kämpfen haben. Teils werden sie vor Probleme gestellt, die aus ihrer Sicht unlösbar sind, da das Rechtsystem für sie schwer verständlich ist und zumeist eine Sprache spricht, derer sie (noch) nicht mächtig sind. Den Kindern und Jugendlichen werden damit oft Entscheidungen abverlangt, die sie in ihrer Situation nicht treffen können. Doch jede falsche Entscheidung kann bereits der erste Schritt zur Abschiebung sein. Dabei gelten unbegleitete minderjährige Flüchtlinge als besonders schutzbedürftig und könnten gleichzeitig als Potential für die österreichische Gesellschaft wahrgenommen werden.

"In Österreich hat man immer noch nicht begriffen, dass die Kinderrechtskonvention für alle Minderjährigen in gleicher Art und Weise Gültigkeit besitzt. Ein bisschen etwas für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu tun reicht demnach nicht aus. Ihnen umfassende Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen und sie beim Erreichen der Ziele engagiert zu begleiten, würde sowohl für die Betroffenen als auch für die österreichische Gesellschaft langfristig nur Vorteile bringen", sagt Heinz Fronek, Experte auf dem Gebiet unbegleitete minderjährige Flüchtlinge von der Asylkoordination Österreich.

Quälende Ungewissheit

Im Jahr 2008 stellten in Österreich 872 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) einen Asylantrag. Für UMF sind spezielle Unterstützungsleistungen (Deutschkurse, Schulbesuch, soziale und pädagogische Betreuung) vorgesehen. Neben oft traumatisierenden Fluchterlebnissen gibt es viele weitere Belastungsmomente, mit welchen sie in Österreich konfrontiert werden. Psychische Probleme resultieren etwa aus der Ungewissheit darüber, ob sie in Österreich bleiben dürfen. Mit der Vollendung des 18. Lebensjahrs verlieren sie die Unterstützung, sie müssen die Betreuungsstelle verlassen und können häufig begonnene Bildungsmaßnahmen nicht erfolgreich zu Ende bringen.

Auch die Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs als Interessensvertretung für alle sich in Österreich aufhaltenden Minderjährigen erheben seit Jahren ihre Stimme für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. In Gesetzesbegutachtungen, Stellungnahmen, und der täglichen Arbeit wird immer wieder auf die konventionswidrige Praxis in Österreich hingewiesen.
"Jahrelange Verfahren, zumeist inadäquate Unterbringung, erzwungene Untätigkeit, fehlende Ausbildungsmöglichkeit und damit einhergehend fehlendes Einkommen bringen die Jugendlichen psychisch und physisch an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Die besondere Schutzverpflichtung Österreichs wird weder rechtlich noch durch faktische Rahmenbedingungen erfüllt", betont Salzburgs Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt. Sie kritisiert die Ungewissheit, in der sich jungen Menschen zurechtfinden müssen: "Jugendliche Flüchtlinge bekommen weder eine gesicherte Existenz mit einer klaren Perspektive, noch finden jugendspezifische Bedürfnisse und erlebte Traumatisierung im Heimatland oder auf der Flucht ausreichende Berücksichtigung im Asylverfahren oder bei der Unterbringung."

Weiters stehen das Verhängung von Schubhaft über Minderjährige und die Methode der radiologische Untersuchung zur Altersfeststellung im Widerspruch zur Kinderrechtskonvention. So wundert es nicht, dass auch der UN-Kinderrechtsausschuss Österreich kritisiert und aufgefordert hat "(...) die vollständige Übereinstimmung der gesamten innerstaatlichen Gesetzgebung mit den Prinzipien der Konvention zu gewährleisten."

"Little Alien" - Salzburgpremiere

"Little Alien" dokumentiert in eindrucksvoller Weise, wie die Jugendlichen aus ihrer Sicht diese Dinge erleben, mit welchen Problemen sie tagtäglich konfrontiert werden. Deshalb laden die Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg und das Friedensbüros Salzburg herzlich zur Filmpremiere.

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