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kija Salzburg-Schwerpunktwoche zur Gewaltprävention

Krisenschutzteams & Beziehungsarbeit gegen Mobbing und Gewalt. Wir brauchen ein System zur Prävention, Früherkennung und Einzelfallintervention.

Zwei Burschen raufen miteinander.

Bild (erysipel / pixelio): Mobbing kann durch Krisenschutzteams und engagiertes Auftreten entgegengewirkt werden.

In den letzten Jahren wurde die Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg verstärkt mit dem Thema Mobbing und Gewalt unter Kindern und Jugendlichen, insbesondere an Schulen, konfrontiert. In Folge dessen entstand ein komplexes Konzept zur Gewaltbewältigung, zu dem auch das in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule geschaffene Angebot einer kostenlosen LehrerInnenfortbildung gehört.

Hohe Nachfrage nach Präventionsangeboten

Die aktuellen Ereignisse in Deutschland haben die Brisanz der Thematik auf tragische Weise unterstrichen, und so waren die drei Veranstaltungen zur Präventionsarbeit letzte Woche mit dem Experten Frank Robertz äußerst gut besucht. Der Vortrag für ein interessiertes Fachpublikum in der Landeshauptstadt zählte rund hundert TeilnehmerInnen und fast 60 LehrerInnen beteiligten sich an den beiden Fortbildungen in Innergebirg.
So vielfältig die Anliegen der PädagogInnen in Bruck und St. Johann auch waren, einig war man sich darüber, dass in Salzburgs Schulen dringender Handlungsbedarf besteht. Bei der jeweils eintägigen Fortbildung konnte anhand von Rollenspielen und Fallbeispielen Lösungsansätze ausgetauscht und erprobt werden. Dabei wurde ersichtlich, dass die vielfältigen Formen von Gewalt unterschiedliche Handlungsstrategien erfordern. Unumgänglich für eine konstruktive Zusammenarbeit innerhalb der Klasse sind jedenfalls klar definierte und kommunizierte Verhaltensregeln, die, im Dialog erarbeitet, in der Regel eine hohe Verbindlichkeit implizieren. 

Krisenschutzteams an allen Schulen

Ob jedoch leichtere Gewaltformen, von psychischem Druck bis zu Handgreiflichkeiten, oder schwere zielgerichtete Gewalt, für beide Formen empfiehlt Robertz dringend, schulinterne Krisenteams zu bilden. Diese Teams aus engagierten LehrerInnen und anderen vor Ort an der Schule Tätigen sollten Maßnahmen zu Stärkung der Sozialkompetenz, Fortbildungen zur Sensibilisierung des Lehrerkollegiums, Erstellung schulinterner Krisenpläne, aber auch den Informationsfluss und den Austausch über schwierige Schülersituationen gewährleisten. Zudem schafft die Kooperation mit Institutionen außerhalb der Schule, wie etwa Beratungsstellen, ein solides Netzwerk, das im Ernstfall rasche Handlungsfähigkeit ermöglicht. Damit sollte eine Schule befähigt werden, effektive Prävention zu leisten und damit Gewaltrisiken an Schulen zu mindern, frühe Warnsignale zu erkennen und effektiv zu intervenieren, damit es nicht zu einer Eskalation kommt. "Ziel ist es, das soziale Band zu stärken", unterstreicht Experte Frank Robertz, "denn die stabilen sozialen Bindungen sind es, die sie verlässlicher als Verbote davon abhalten, zu GewalttäterInnen zu werden!"

Theorie muss Praxis werden

Die anwesenden LehrerInnen überzeugte die Idee der Krisenschutzteams sofort. Sie sprachen sich für eine standardisierte Umsetzung des bewährten Modells aus, denn, so eine Teilnehmerin, "Es soll nicht dem Engagement einzelner Schulen überlassen bleiben, ob es dieses offensichtlich sinnvolle und notwendige Instrumentarium an Schulen zu Bewältigung der bestehenden Probleme gibt oder nicht!" Auch die kija Salzburg spricht sich für ein weitsichtiges und großzügiges Lösungskonzept anstelle von kosten- und energieaufwendigen Kleinprojektlösungen aus. Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt plädiert für ein grundsätzlich neues Verständnis von Schule als Lebensraum: "Wer Konflikte und Krisenherde wirksam beantworten will, braucht Zeit und Ressourcen, um sich mit jungen Menschen auseinanderzusetzen. Wir müssen weg von der Idee der Schule als reinen Wissensvermittlungsort hin zu einem partizipativen Lebensraum, in dem SchülerInnen mit ihren Sorgen und Nöten Platz finden! Es ist erfreulich, dass an einer weiteren Fortbildung zur konkreten Installierung solcher Krisenteams samt Arbeitsunterlagen seitens des Landesschulrats und der Pädagogischen Hochschule gearbeitet wird."

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