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kija Salzburg als Sprachrohr für die Jungen

Es ist höchste Zeit für eine regionale Interessensvertretung für Kinder und Jugendliche, das lehren uns die Ergebnisse aus dem Regionalprojekt "kija on tour".

 

LR Tina Widmann, Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt und LR Erika Scharer bauen an einer regionalen Beratungseinrichtung für Kinder & Jugendliche.

Bild: (v. li.) LR Tina Widmann, Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt und LR Erika Scharer bauen an einer regionalen Beratungseinrichtung für Kinder & Jugendliche.

Nach einer zweijährigen Beratungstour durch das Bundesland Salzburg ist die kija Salzburg zur Expertin für regionale Fragen der Kinder- und Jugendarbeit geworden. Sie weiß vom Bedarf in der Region ebenso wie von der Tatsache, dass dieser aktuell nicht gedeckt werden kann. Gemeinsam mit dem Salzburger Landtag lud die kija Salzburg deshalb am 30. November 2010 EntscheidungsträgerInnen in den Gemeindefestsaal Pfarrwerfen, um Schritte zur Verbesserung der Situation einzufordern.

Verstreut auf einer Fläche von 7.156 Quadratkilometer leben im Bundesland Salzburg 109.449 Kinder und Jugendliche. Per Gesetz ist die kija Salzburg für die Wahrung ihrer Rechte zuständig. Bedenkt man die aktuelle Größe der Einrichtung (knappe fünf Dienstposten und ein Handlungsbudget von rund Euro 90.000,-), gleicht das einer Sisyphosaufgabe. Nichtsdestotrotz scheuten Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt und ihr Team vor dieser Herausforderung nicht zurück. Zwei Jahre lang tourte die kija Salzburg unter der Projektleitung von Barbara Leiblifinger-Prömer durch die Gemeinden des Bundeslandes, um ihrem Auftrag nachzukommen. Neben einer Vielzahl an Kontakten (43.382 Kinder und Jugendliche) und Beratungen (1.216 Kinder und Jugendliche) ist die kija Salzburg um einige Erkenntnisse reicher wieder zurückgekehrt.

Hoher Beratungs- und Gesprächsbedarf

Deutlich geworden ist, dass das zugehende Beratungskonzept der kija Salzburg von einer überraschend großen Zahl an Kindern und Jugendlichen bereitwillig angenommen wurde. Dabei war der erfolgsbringende Faktor für das Vertrauen der jungen Menschen wohl die persönliche Präsenz kombiniert mit aktiven Schulklassenbesuchen des kija-BeraterInnenteams im Bezirk. Jungwissenschafterin Olivia Stoll, die ihre Forschungsarbeit ganz dem Thema "Mobile Jugendberatung in der Region" widmete, unterstreicht diese Erkenntnis: "Gerade in ländlichen Regionen stellt das fehlende Informationsangebot ein großes Problem dar", so die Wissenschafterin, "die Mehrzahl der vorhandenen Einrichtungen ist auf vorab definierte Probleme spezialisiert. Was fehlt ist eine allgemeinen Anlaufstelle mit niederschwelligem Zugang."

Bei einer von der kija Salzburg initiierten Umfrage in der Region gaben 75 Prozent der Kinder und Jugendlichen an, keine Beratungseinrichtung zu kennen, an die sie sich mit ihren Fragen und Sorgen wenden könnten. Jugend- und Familienlandesrätin Tina Widmann schlägt deshalb eine Evaluierung bereits vorhandener Beratungsstellen vor, um Angebote zu bündeln und Synergien zu nutzen: "Ich befürworte eine Regionalstelle der kija Salzburg, wenn sich diese nicht in starrer Form auf ein Büro bezieht, sondern Möglichkeiten schafft, um niederschwellig für die Jugendlichen vor Ort Beratung zu ermöglichen," so die Landesrätin, die persönlich auf eine Fülle von Erfahrungen aus dem Bereich der Kinder- und Jugendarbeit in der Region verweisen kann.

kija Regionalstelle als fehlender Puzzlestein

Auch Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt schwebt eine Regionalstelle mit angehängter mobiler Beratung vor und sie verweist darauf, dass die kija Salzburgviel mehr ist, als nur "eine weitere" Beratungsstelle im Beratungsdschungel: "Wir haben "on tour" erfahren, dass in der Region viele qualifizierte und hochengagierte Menschen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind, die wertvolle Arbeit leisten. Das Besondere an der Arbeit der kija Salzburg ist jedoch, dass sie auf drei Säulen basiert. Das ist zum einen die Beratung und Hilfe und Weitervermittlung zu geeigneten Stellen, zum anderen die Information und Prävention, etwa durch Fortbildungen für PädagogInnen, Schulklassenworkshops oder die regionale Verankerung von so wichtigen Projekten wie "MutMachen" oder Kinderbeistand, und nicht zuletzt die Interessensvertretung mit dem Auftrag, die Anliegen der Kinder und Jugendlichen dorthin zu tragen, wo Entscheidungen getroffen werden."

Mit dieser Ausrichtung könnte die kija Salzburg eine derzeit noch bestehende Lücke im regionalen Sozialnetzwerk schließen. Wie dringend ein regionalisiertes Angebot nötig ist, zeigte sich brandaktuell bei der Veranstaltung am 30. November. Eine Mitarbeiterin der kija Salzburg musste kurzfristig auf der Veranstaltung fehlen, weil sie einen Jugendlichen aus Pfarrwerfen, der sich am selben Vormittag bei der kija Salzburg gemeldet hatte, beriet.

Auch Soziallandesrätin Erika Scharer ist bewusst, dass es allein mit der Verankerung der Kinderrechte in der Landesverfassung nicht getan ist: "Das Land Salzburg hat mit der Kinder- und Jugendanwaltschaft einen Partner, der zu Recht nicht müde wird, auf die Anliegen und Sorgen der Kinder hinzuweisen und ihnen eine Stimme zu geben. Und die kija ist ein wichtiger `Wachtposten` für die Einhaltung der Kinderrechte im Bundesland Salzburg. Es geht darum, die Kinderrechte in den Köpfen der Menschen zu verankern. Das Angebot der kija Salzburg soll mit den bereits bestehenden Angeboten für Kinder und Jugendliche vernetzt werden."

Um also diesem breiten Bekenntnis zur Regionalisierung der Kinderrechtearbeit auch Taten folgen zu lassen, wurde von Landesrätin Scharer zu einem "Runden Tisch" zum Thema eingeladen.

Wohin mit unseren Rechten?

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg ist mit einem ehrgeizigen Projekt in die Gemeinden des Bundeslandes Salzburg aufgebrochen. Ein Projekt allein kann zwar eine mangelhafte Situation nicht nachhaltig verbessern, es kann jedoch aus wertvollen Erfahrungen die richtigen Schlüsse ziehen. Genau das soll beim "Runden Tisch" und darüber hinaus in Angriff genommen werden.

Laut einer europaweiten Studie1 wissen 2/3 aller Kinder über ihre Rechte Bescheid, 3/4 von ihnen fehlt jedoch die Information darüber, wie sie diese Rechte verteidigen können. Mit einer regionalen Anlaufstelle für die Interessen der Kinder und Jugendlichen könnte Salzburg zur europäischen Vorzeigeregion werden, was die Wahrung der Kinderrechte betrifft. Der Ball liegt nun bei den politischen EntscheidungsträgerInnen.

1Europäische Studie 

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