Newsletter kija Sbg 11/18

Liebe FreundInnen der Kinderrechte!

Der November steht ganz im Zeichen der Kinderrechte. Am 20. November 1989 wurde die UN-Kinderrechtskonvention von den Vereinten Nationen verabschiedet. Drei Jahre später unterzeichnete Österreich den völkerrechtlichen Vertrag und verpflichtete sich somit zur Einhaltung der Kinderrechte. Als eine Folge davon wurden in den folgenden Jahren in den Bundesländern die neun Kinder- und Jugendanwaltschaften gegründet. Die kija Salzburg feiert somit in diesem Jahr ihren 25-jähriges Bestehen. Woran wir aktuell arbeiten, lesen Sie in diesem Newsletter.



open.heart ist "Ort des Respekts"

Über eine weitere Auszeichnung darf sich die Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg freuen. open.heart, ihr Patenschaftsprojekt für geflüchtete junge Menschen, gewann bundesweit den zweiten Platz beim Wettbewerb der "Orte des Respekts". Auch der erste Platz ging nach Salzburg und wurde an "JoJo - Kindheit im Schatten" verliehen. Wir gratulieren herzlich.

Die kija Salzburg dankt allen Menschen, die weiterhin den Jugendlichen zur Seite stehen. Umso mehr jetzt, wo sie die Unterstützung besonders brauchen. Aktuell ist in der kija Salzburg die Herbstausbildungsgruppe für die Patenschaften angelaufen. Für die Ausbildungen, die zweimal jährlich stattfinden, würde sich die kija Salzburg über noch mehr TeilnehmerInnen freuen. Schließlich wünschen sich viele Jugendliche neben Sicherheit und Schutz besonders, Menschen aus Österreich kennenzulernen und der Gesellschaft etwas zurückzugeben.

Wer Interesse am Patenschaftsprojekt hat, kann sich jederzeit in der kija Salzburg melden.

Infos zum Patenschaftsprojekt

PS: Einen Wandel gibt es im open.heart-Projektteam. Franziska Kinskofer wird uns ab November 2018 als Projektmitarbeiterin unterstützen. Sie ersetzt Anna Spitzer, die aus beruflichen Gründen ausscheidet. Wir bedanken uns bei Anna herzlich für ihren Einsatz und wünschen ihr alles Gute auf ihrem weiteren beruflichen Weg.


Langer Tag der Flucht - Zielsetzungen

Bereits einige Wochen zurück liegt die Podiumsdiskussion1 am  "Langen Tag der Flucht" zum Thema Lehre für AsylwerberInnen, an der auch Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt teilnahm. Am Podium waren sich alle ExpertInnen einig, wie wichtig Ausbildung und eine sinnvolle Tätigkeit insbesondere für heranwachsende AsylwerberInnen sind und forderten eine rasche bundespolitische Lösung im Sinne der Kinder- und Menschenrechte. Auch wenn die ExpertInnendiskussion leider nichts daran ändern konnte, dass der Erlass über den Zugang zur Lehre für Geflüchtete aufgehoben wurde, so verständigte man sich doch darauf, weiter daran zu arbeiten, dass es jenseits des Asylverfahren Bleiberechtslösungen geben muss. Hierbei soll den Ländern wieder ein Mitspracherecht eingeräumt werden. Zudem wurde die Errichtung einer unabhängige Härtefallkommission diskutiert, die einzelne Verfahren auf Rechtsschutzmängel, Kindeswohl und andere Kriterien prüfen soll.

1 Es diskutierten Stephanie Posch (Arbeiterkammer Salzburg), Norbert Hemetsberger (Wirtschaftskammer Salzburg), Karl Zallinger (LAbg. ÖVP), Bernhard Jenny (Plattform Menschenrechte) und Andrea Holz-Dahrenstaedt (kija Salzburg) mit Moderatorin Lina Čenić (Diakonie Salzburg).


Schule: Vielfalt statt Ghettobildung

Zu einem internen Austausch traf sich die kija Salzburg kürzlich mit ExpertInnen und PraktikerInnen aus dem Bereich Schule. Dabei standen die ersten Erfahrungen mit den in diesem Schuljahr neu eingeführten "Deutschförderklassen" im Zentrum. Vernichtend fiel das erste Urteil einer Salzburger Direktorin dazu aus. Sie kritisierte, dass in den sogenannten Deutschförderklassen bis zu 25 Kinder unterschiedlichen Alters säßen, die zum Teil auch noch verschiedene Muttersprachen sprächen und unterschiedlich gut Deutsch könnten. Sie alle müssten von nur EINER (!!!) Lehrkraft unterrichtet werden. Dieser heterogenen Gruppe Deutsch beizubringen, sei aus pädagogischer Sicht nahezu unmöglich! Was sich also so schön "Deutschförderklasse" nennt, ist nichts anderes als eine "sozialpolitische Maßnahme", um den Kindern klarzumachen, dass sie anders sind als die übrigen SchülerInnen. Von früh weg werden die Kinder so an eine Art Ghettoisierung gewöhnt - mit den entsprechenden negativen Auswirkungen! Im Unterschied dazu ermöglichte der frühere integrative Deutschunterricht, individuell auf die einzelnen SchülerInnen einzugehen. Der individualisierte und differenzierte Unterricht ist übrigens wesentlicher Bestandteil des österreichischen Lehrplans, mit den Segregationsklassen wird dieser Grundsatz ausgehebelt. Dabei wäre eine kulturelle Durchmischung für Kinder durchaus bereichernd, wie die Praktikerin bekräftigt:
"An unserer Schule hat jedes zweite Kind eine nichtdeutsche Muttersprache. Das ist ein wunderschöner, großartiger bunter Haufen, genauso vielfältig wie das Leben!"


Weihnachten im Schuhkarton

Auch dieses Jahr ist die kija Salzburg wieder Sammelstelle für "Weihnachten im Schuhkarton", eine christliche Spendenaktion für Kinder in Not. Bis zum Donnerstag den 15. November können bei uns die vollgepackten Schachteln abgegeben werden. Was beim Befüllen wichtig ist und was es unbedingt zu vermeiden gilt, können Sie hier nachlesen. 


Österreichweites & Internationales

KIJAs tagten in Kärnten

Von 17. bis 18. Oktober tagte die "Ständige Konferenz der österreichischen Kinder- und JugendanwältInnen" (Stänko) in Klagenfurt. Zentrales Thema der Tagung war die Sorge der Kinder- und JugendanwältInnen über den mittlerweile im Ministerrat beschlossenen Rückzug des Bundes aus der Kinder- und Jugendhilfe. Durch die "Verländerung" der Materie könnten die Standards in der Betreuung und Unterstützung der jungen Menschen immer weiter auseinanderklaffen, dabei wäre im Sinne der Antidiskriminierung das Gegenteil erstrebenswert. Die KIJAS pochen daher auf eine Einhaltung und Weiterentwicklung gemeinsamer Standards insbesondere bei folgenden Punkten:

  • Vier-Augen-Prinzip bei Gefährdungsabklärung und Hilfeplanung
  • Pflegeeltern: Ausbildung & finanzielle Absicherung
  • Aus- und Fortbildung in sozialpädagogischen Berufen

Darüber hinaus fordern sie, anlässlich des bevorstehenden 30-jährigen Jubiläums der UN-Kinderrechtskonvention die Kinder- und Jugendanwaltschaften der Bundesländer im Bundesverfassungsgesetz über die Rechte von Kindern zu verankern.

Weitere Infos dazu: Presseaussendung der KIJAs


Monitoringausschuss: Kinder mit Behinderung

Der unabhängiger Monitoringausschuss zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (Bund und Tirol) lädt zur öffentlichen Sitzung zum Thema "Kinder und Jugendliche mit Behinderung" ein.

Wann: Di 27. November 2018, 14.00 bis 17.30 Uhr

Wo: Landhaus 1 / großer Saal,  Eduard-Wallnöfer-Platz 3,  6020 Innsbruck

Die Aufgabe des Monitoring-Ausschusses ist es, die Umsetzung der UN-Behinderten-Rechts-Konvention
zu fördern und zu überwachen. Kinder und Jugendliche sind in der Konvention oft nur Thema, wenn man über Schule spricht. Dabei sind für sie auch andere Themen von Bedeutung, wie z. B. die Möglichkeit selbstbestimmten Wohnens. Bei der öffentlichen Sitzung soll erörtert werden, was die Kinder und Jugendliche brauchen und wie die Ziele erreicht werden können.

Anmeldung: tel: 0512-508 3292 oder mail

Weitere Infos


Task Force Kinderhandel - Verdacht melden!

Jedes Jahr verschwinden Kinder aus Flüchtlingslagern. Laut Schätzungen von UNICEF werden jährlich rund 1,2 Millionen Kinder Opfer des Menschenhandels. Auch Österreich ist als Transit- und Destinationsland von dieser Menschrechtsverletzung insbesondere gegenüber gehandelten Frauen und Kindern betroffen. Bei einer Fachtagung der Task Force gegen Menschenhandel in Salzburg wurde das Thema von Fachleuten aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Ebenso wurden verschiedene Präventivmaßnahmen diskutiert. Grundsätzlich ist die Bevölkerung viel zu wenig aufgeklärt, dass Menschenhandel auch in Österreich passiert und was Hinweise darauf sein könnten. Im Verdachtsfall sollte auf jeden Fall eine Meldung an das Bundeskriminalamt erfolgen:

Hotline des Bundeskriminalamtes: +43 677 61343434 oder menschenhandel(at)bmi.gv.at

Opfern von Menschenhandel stehen im weiteren Verfahren besondere Schutzrechte zu!

Infobroschüre Menschenhandel


Mitmachen bei der Umfrage: "Was wollen Kinder von der EU?"

Im nächsten Jahr stehen wieder EU-Wahlen an Ein guter Zeitpunkt, um sich die Frage zu stellen, was sich eigentlich Kinder und Jugendliche von Europa erwarten? UNICEF und Eurochild haben eine Umfrage erstellt, um die Meinung der jungen Leute zu erfahren. Die Fragen behandeln die Bereiche Familienleben, Schule, Gesellschaft und Europa im Allgemeinen. Kinder in ganz Europa haben die Möglichkeit, an der Umfrage in ihrer eigenen Sprache teilzunehmen. So soll ein möglichst breites Bild entstehen. Mitmachen kann man noch bis zum 20. November 2018. Die Umfrage dauert nicht länger als sieben Minuten!

Hier geht's direkt zur Umfrage (auf Deutsch)!

Am 20. November, dem Weltkindertag, treffen dann Kinder und Jugendliche aus ganz Europa mit EU-PolitikerInnen im Europäischen Parlament in Brüssel zusammen. Gemeinsam diskutieren sie dort über ein Europa, wie es sich die jungen Menschen vorstellen.

Weitere Infos


121 Nominierte für International Children's Peace Prize

  • Autumn ist 13 Jahre alt und kommt aus Kanada, sie setzt sich dafür ein, dass die indigene Bevölkerung ihres Landes Zugang zu sauberem Trinkwasser bekommt.
  • Die 15-jährige Samia aus Bangladesh kämpft gegen Kinderarbeit und Kinderheirat.
  • Der 15-jährige Haris aus Bosnien-Herzegowina baut an einem weltweiten Netzwerk für Kinder, die Opfer von Mobbing wurden. 
  • Hannah, 15, kommt aus den USA und entwickelt mit lokalen PolitikerInnen Ideen, gegen die Verschmutzung durch Plastik.
  • Die 16-jährige Marthe aus Uganda hat mehr als 1.000 Eltern über die Kinderrechte aufgeklärt.
  • Der 16-jährige Ferdinand aus Kenia hat ein Peerprogramm auf die Füße gestellt, das schon 200 Mädchen ermutigen konnte, sich gegen FGM zur Wehr zu setzen.
  • Der 15-jährige Ryan aus Mauritius initiierte Musikklassen, um Schülerinnen zu motivieren, ihre Ausbildung fertigzumachen.
  • Der 15-jährige Rocco aus Mexiko setzt sich für ein gewaltfreies Mexiko ein, z. B. durch die "sicheren Schultaschen" ohne Waffen.
  • ...

Das ist nur ein kleiner Einblick in das vielfältige Engagement der 121 für den Friedenspreis nominierten Kinder aus aller Welt. Nehmt euch Zeit und lest ein paar ihrer Geschichten und lasst euch von ihrem Mut inspirieren.

Lernt hier die Nominierten kennen!

Am 20. November 2018, dem internationalen Tag der Kinderrechte, wird in Kapstadt, Südafrika, der diesjährige International Children's Peace Prize verliehen.


Termine

12. Jahrestagung der Politischen Kindermedizin

Medizinisch–therapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Wer hat die Verantwortung? Wer nimmt sie wahr?
Diese Fragen werden bei der zwölften Jahrestagung der Politischen Kindermedizin in Salzburg von Expertinnen diskutiert und beantwortet.

Wann: Fr 9. bis Sa 10. November 2018

Wo: Parkhotel Brunauer, Elisabethstraße 45a, 5020 Salzburg

Folgende Hauptthemen und Fragestellungen werden behandelt:

  • Verantwortung im Gesundheitsbereich
  • Wer zeigt den Eltern den Weg durchs System?
  • Wer zahlt die Behandlung?
  • Zur Handhabung der Verantwortung in der Gesundheitsversorgung
  • Die Verantwortung der Behandelnden

Programm & Anmeldung


5. Kinder- und Jugendgesundheitssymposium

Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger lädt unter dem Titel "Gemeinsam anders,
anders gemeinsam – Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit chronischer Erkrankung!" zum Gespräch auf Augenhöhe.

Wann: Dienstag, 20. November 2018, Beginn 09.00 Uhr

Wo: Pensionsversicherungsanstalt, 1020 Wien, Friedrich-Hillegeist-Straße 1

In Österreich leben mehr als 190.000 Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, Allergien, Diabetes, Rheuma und anderen. Für diese Kinder ist es wichtig, dass sie ebenso aufwachsen und die Schule besuchen können wie andere Kinder auch. Sie haben ein Recht auf Inklusion und Partizipation.

Programm

ACHTUNG: Anmeldung per mail bis Fr 9. November 2018 (Frist verlängert).


"Meine Stille Nacht-Musical" für Rettet das Kind

Eine Initiative der Salzburger Nachrichten in Zusammenarbeit mit dem Salzburger Landestheater ermöglicht eine exklusive Voraufführung des Musicals „Meine Stille Nacht“ für Rettet das Kind.

Wann: Fr 23. November 2018, 19.00 Uhr

Wo: Felsenreitschule, Hofstallgasse 1, 5020 Salzburg

„Meine Stille Nacht“ von John Debney und Hannah Friedman erzählt eine moderne und unkitschige Weihnachtsgeschichte, die die Friedensbotschaft des Liedes „Stille Nacht“ sensibel transportiert. Im Stück reist der Amerikaner Justin seiner Jugendliebe Elisabeth nach, die in ihrer Heimatstadt Salzburg das Jugendprogramm eines renommierten Festivals leitet. Jenseits der üblichen, musikalischen Traditionen rund um Weihnachten versuchen sie, mit Jugendlichen, die von der Gesellschaft an den Rand gedrängt wurden, eine Band zu gründen. Aus diesem Plan entwickelt sich eine turbulente Handlung, die kurz vor dem Weihnachtsfest kulminiert.

Zu den Tickets

Text dankend übernommen von DrehPunktKultur, den gesamten Artikel lesen Sie hier!


Laufende Infos rund um die kija Salzburg finden Sie auch auf www.facebook.com/kijasalzburg oder unter www.kija-sbg.at.

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Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg, Fasaneriestraße 35, 1. Stock 5020 Salzburg

Tel: +43(0)662-430 550, Fax: +43(0)662-430 550-3010