Newsletter kija Sbg 06/14

Liebe FreundInnen der kija Salzburg, sehr geehrte Damen und Herren,

vor Ferienbeginn hatten wir noch einige spannende Termine. Und obwohl das Landes-Kinder- und Jugendhilfegestz noch immer in der Warteschleife steckt, tut sich was im Bereich der externen Vertrauensperson für WG- und Heimkinder. Außerdem freut uns, dass sich die SchülerInnenvertretungen stärker zu Wort melden. Lesen sie mehr dazu in diesem Newsletter.


Externe Vertrauensperson in Aussicht

Gemeinsam mit Landesrat Heinrich Schellhorn präsentierte die kija Salzburg am 01. Juli die Ergebnisse der Begleitstudien zum Pilotprojekt "Externe Vertrauensperson fürs Großwerden außerhalb der Familie". Erziehungswissenschafterin Miriam Heiderer und Soziologin Katrin Roßmann hatten im Rahmen des Bank Austria Forschungsstipendiums die Auswirkungen des kija-Projektes auf die Kinder, aber auch auf die WGs, das Jugendamt etc., untersucht. Die Ergebnisse sind starker Rückenwind für die kija Salzurg und ihr Vorhaben, besonders Kindern, die außerhalb der Herkunftsfamilie großwerden, als Stütze zur Seite zu stehen. Die LeiterInnen der teilnehmenden Wohngemeinschaften sprachen sich zu 100 Prozent für eine Fortführung des Projektes aus und auch die Kinder wollten die zusätzliche Ressource nicht mehr missen. Landesrat Schellhorn betonte, wie wichtig ihm das Projekt sei, und will ab 2015 zumindest einen zusätzlichen Dienstposten dafür bereitstellen.

PresseaussendungPilotprojekt


Ringen um das Kinder und Jugendhilfegesetz

Eigentlich sollte es seit Mai 2014 in Kraft sein, doch in Salzburg - als einzigem Bundesland - hängt das Landes-Kinder- und Jugendhilfegesetz in der Warteschleife und droht an finanziell bedingten Widerständen zu scheitern. 2013 beschloss der Bund das Rahmengesetz, die Bundesländer hatten ein Jahr lang Zeit, mit den Landesgesetzen nachzuziehen. In Aussicht gestellt wurde eine Anschubfinanzierung von 256.230 Euro, die Salzburg bereits im vergangenen Jahr liegengelassen hat. Durch den Regierungswechsel war der Zeitplan sehr knapp und Landesrat Schellhorn wollte lieber ein gutes Gesetz als ein schnelles innerhalb der Frist. Tatsächlich wurde unter Einbeziehung vieler ExpertInnen, auch der Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg, ein passabler Vorentwurf erarbeitet. Er beinhaltet kinderrechtliche Fortschritte wie z. B. das Vier-Augen Prinzip oder einen Kinder- & Jugendrat für Fremduntergebrachte und legt erstmals einen Fokus auf Frühe Hilfen und Elternarbeit. Auch wenn weitere Schritte, vor allem im Bereich der Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, im Vorentwurf fehlen, wäre das neue Gesetz eine klare Verbesserung zum Status Quo.

Nun droht das Kräftemessen zwischen Sozialressort auf der einen Seite und Finanzressort und Gemeindebund auf der anderen Seite zu Lasten der Kinder und Jugendlichen zu gehen. Bis Jahresende aber muss eine Entscheidung her, denn bis dahin ist Zeit, um eine weitere Rate von rund 250.000 Euro vom Bund abzuholen.
Zum Vergleich: Das Kinderschutzzentrum muss dieses Jahr, wenn es keine weiteren Förderungen gibt, seine Zweigstelle im Pinzgau schließen und einen zweiten Mitarbeiter abbauen - es kämpft um 30.000,- Euro mehr Landesförderung.


UMF - Jugendliche zweiter Klasse

Die Obsorge für Kinder und Jugendliche, die als Flüchtlinge ohne Eltern nach Österreich kommen, hat das Jugendamt. Die Mittel, um sich um diese Kinder und Jugendlichen tatsächlich zu kümmern, hat es nicht. Der Tagsatz (Grundversorgung) für minderjährige Flüchtlingskinder liegt bei weniger als einem Drittel des normalen Tagsatzes der Kinder- und Jugendhilfe. Damit sind viele Therapien oder Förderungen ohnehin nicht leistbar, vielmehr scheitert es sogar an Heften und Stiften für den Schulbesuch. Dieser Zustand verstößt ganz klar gegen Artikel 2 der UN-Kinderrechtskonvention, wonach kein Kind diskriminiert werden darf. Dennoch gibt es in Salzburg kein Anzeichen dafür, diese Kinder und Jugendlichen endlich gleichzustellen. Dabei ist ihre Zahl mit weniger als 100 überschaubar. In anderen Bundesländern ist man flexibler, so zahlen z. B. Niederösterreich oder Oberösterreich die Differenz zur Grundversorgung dazu.

Weil die Situation in Salzburg derart festgefahren ist, wagte die kija Salzburg den Blick über den Tellerrand und folgte der Einladung des Vereins NIDOS, an einem Vernetzungstreffen zur Unterbringung von Flüchtlingskindern in Pflegefamilien teilzunehmen. Manuela Geimer und Michaela Hundsberger (beide kija Salzburg) konnten viele positive Erfahrungsberichte und Impulse von ihrer Reise mitnehmen und stellten fest, dass die grundsätzliche Unterscheidung zwischen inländischen Kindern und Flüchtlingskindern bei der Unterbringung ein Österreichspezifikum zu sein scheint. Jedenfalls spricht vieles dafür, auch in Österreich im Rahmen eines EU-geförderten Pilotprojektes die Unterbringung in Pflegefamilien zu erproben. Vielleicht bringen die Fakten die lokalen PolitikerInnen ja dann zum Einlenken.


SchülerInnen und kija ziehen an einem Strang

Den SchülerInnen reicht es und sie haben allen Grund dazu, denn die Schule in Österreich ist eine Großbaustelle. Auf dieser Baustelle werden weitreichende Entscheidungen - von der Zentralmatura bis zu Einsparungen im Klassenzimmer - ohne die Hauptbetroffenen getroffen. Dabei ist Partizipation nicht nur ein wesentliches Kinderrecht sondern seit 2011 sogar Bundesverfassungsgesetz. Dass die Schülervertretungen nun lautstark Mitsprache auf Augenhöhe fordern, unterstützt die kija Salzburg voll und ganz, ebenso die Idee, den vielfach geforderten SchülerInnenanwalt bei der kija Salzburg anzudocken. Klar ist aber auch, dass dieser Anwalt nicht zahnlos sein darf. Er muss mit Ressourcen und Kompetenzen ausgestattet sein, z. B. mit dem Recht, in Schulakten Einsicht zu nehmen.

Presseaussendung


Forderungen der 1. Mobbing-Jugendkonferenz

Am Samstag den 28. Juni fand in der kija Salzburg die erste Mobbing-Jugendkonferenz statt. Ziel der kija Salzburg war es, Jugendliche zu vernetzen, die - in ihrer Wahrnehmung - mit ihrem Problem ganz alleine sind. Der Plan ging auf: Die TeilnehmerInnen genossen sichtlich den intensiven Erfahrungsaustausch und die Erkenntnis, dass es anderen ganz ähnlich geht wie ihnen selbst. In Folge erarbeiteten sie gemeinsam mit den kija-Mitarbeiterinnen Barbara Frauendorff und Cornelia Grünwald Forderungen, die sie von ihrer eigenen Geschichte ableiteten:

  1. LehrerInnen sollen Interesse an ihren SchülerInnen haben.
  2. Das Thema Mobbing soll in die LehrerInnen-Ausbildung.
  3. An den Schulen muss es eine Stelle für direkte Hilfe geben (Peermediation / geschultes Personal).
  4. Bei schlimmen Fällen soll Hilfe von außen zugeholt werden.
  5. Es soll regelmäßige Gruppentreffen für Mobbingbetroffene geben.
  6. Miteinander reden!!!

Zusammenhalt war den TeilnehmerInnen der Konferenz ein großes Anliegen. Die kija Salzburg plant weitere Termine zur Stärkung der von Mobbing betroffenen Jugendlichen.


Neuer Kinder- & Jugendanwalt in Wien

Neuigkeiten gibt es an der Spitze der Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien, an der ja zwei Kinder- und JugendanwältInnen stehen. Anfang Juni wurde Monika Pinterits wiederbestellt, einen Wechsel gab es bei der männlich besetzten Stelle. Nachdem Anton Schmid für eine weitere Amtsperiode nicht mehr zur Verfügung stand, wurde Ercan Nik Nafs zu seinem Nachfolger bestellt. Der 40-jährige Politikwissenschafter bringt viele Erfahrugen aus der offenen Jugendarbeit mit. Die kija Salzburg gratuliert und wünscht alles Gute zum Start im neuen Amt.

Mehr Infos


Unicef-Report 2014

Soeben ist der Unicef-Jahresbericht zur Situation von Kindern und Jugendlichen auf der Welt erschienen. Die Zahlen bieten wenig Anlass zur Freunde. Weltweit sterben täglich 18.000 Kinder unter fünf Jahren. Auch wenn die Zahl im Vergleich zum Jahr 1989, dem Jahr der Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention, nur noch halb so groß ist, müssen die Anstrengungen erhöht werden. "Jedes Kind, das verhungert, ist ermordet worden", brachte es er ehemalige UN-Sonderbeauftragte Jean Ziegler schonungslos auf den Punkt. Aber nicht nur Hunger und Krankheiten bedrohen die Kinder, sie leiden weltweit unter Versklavung, Folter, Verstümmelung, Zwangsverheiratung und Misshandlung. Jedes Jahr werden allein in Europa 18 Millionen Kinder sexuell missbraucht und 44 Millionen körperlich misshandelt, 850 Kinder überleben diese Misshandlungen nicht. Viele Staaten haben zwar die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet, setzen sich aber zu wenig für ihre Umsetzung ein. Im Jubiläumsjahr bleibt wenig Grund zum Jubeln.

Weitere Infos:

Unicef-Report 2014, Presseartikel


Kurzinformation

Kinderrechtebarometer

Das Instituts für Kinderrechte und Elternbildung erforscht den Zustand der Kinderrechte in Österreich und ruft deshalb alle Zwölf- bis 19-Jährigen dazu auf, beim Kinderrechtebarometer mitzumachen. Nur wer weiß, wo Kinderrechte eingehalten werden und wo nicht, kann sich für die Umsetzung weiterer Schritte stark machen.

Zum Fragebogen


Familienbeihilfe & Schulstartgeld

Mit 01. Juli ist die Familienbeihilfe um vier Prozent erhöht worden, weitere Erhöhungen folgen per 01.01.2016 und per 01.01.2018. Zudem gibt es ein einmaliges Schulstartgeld von 100,- Euro für SchülerInnen zwischen sechs und 15 Jahren. Ein gesonderter Antrag ist nicht notwendig.


Lernferien in der Region

Unter dem Motto "Fit für den Schulstart" finden in Mittersill, Bischofshofen, Saalfelden und St. Michael im Lungau am Ende des Sommers für zwei Wochen die Lernferien des Österreichischen Integrationsfonds statt. Volksschulkinder mit und ohne Migrationshintergrund werden durch Kompetenzentwicklung, Sprachvermittlung und soziale Integration gefördert und auf den Schulstart bzw. die nächste Schulstufe vorbereitet. Neben dem Lernen stehen auch Ausflüge wie z. B. der gemeinsame Besuch der Stadtbibliothek auf dem Programm.

Termine:
Bischofshofen, Saalfelden und St. Michael - 25. August bis 05. September
Mittersill - 01. bis 12. September.

Kontakt:
Mittersill, Saalfelden, St. Michael
tel: 0676-5566805, mail

Bischofshofen
tel: 0676.5566069, mail


Das Team der kija Salzburg wünscht ihnen schöne Ferien. Laufende Infos rund um die kija Salzburg erhalten Sie auch auf: www.facebook.com/kijasalzburg

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Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg, Gstättengasse 10, 5020 Salzburg
Tel: +43(0)662-430 550, Fax: +43(0)662-430 550-3010