Newsletter kija Sbg 04/14

Liebe FreundInnen der kija Salzburg, sehr geehrte Damen und Herren,

das Vorhaben der Regierung, im Bildungsbereich Millionen einzusparen, hat zu einem enormen Aufschrei unter BildungsexpertInnen geführt. Auch die kija Salzburg protestierte heftig. Als Anlaufstelle für viele SchülerInnen wissen wir, dass die Rahmenbedingungen jetzt schon sehr schwierig sind und in den Klassenzimmern keine Millionen zu holen sind. Vielmehr brauchen wir endlich ein mutiges Bildungspaket und Schulen, in denen Kinder und Jugendliche gerne ihren Alltag verbringen. Lesen Sie mehr dazu in diesem Newsletter:


Millionen im Klassenzimmer?

Nach Art. 28 der UN-Kinderrechtskonvention haben Kinder das Recht auf eine Bildung, die "die Entfaltung der Persönlichkeit, der Talene und der geistigen und körperlichen Fähigkeiten fördert und sie auf ein aktives Erwachsenenleben mit gegenseitigem Respekt vorbereitet". Schulen sind die Arbeitsplätze der Kinder und Jugendliche. Hier sollen sie ein Klima konstruktiven Arbeitens und Lernens vorfinden. Dazu gehören bauliche Voraussetzungen, LehrerInnen, die für ihren Job brennen, ohne auszubrennen, sowie ein Schulkonzept, das genügend Platz für außerschulische Aktivitäten, Soziales Lernen, Bewegung etc. lässt.

Zwei Jahre nach dem Bildungsvolksbegehren sind wir nun mit massiven Einsparungsplänen der Regierung konfrontiert. Dabei weiß die kija Salzburg jetzt schon von Schulen in Stadt und Lans Salzurg, wo zu Jahresbeginn die Eltern die Farbe für einen frischen Anstrich des Klassenraums zahlen, wo im Computerraum gerade einmal zwölf PCs stehen und wo SchülerInnen Tag für Tag auf viel zu kleinen Sesseln an viel zu kleinen Bänken sitzen. Das sind Bedingungen, die aus arbeitsrechtlicher Sicht in keinem Betrieb in Österreich vorstellbar wären. In den Schulen wird es einfach hingenommen.

Ein weiterre Brennpunkt in den Schulen sind die verschiedensten Formen des Mobbings, die mittlerweile fast jede Schule betreffen und unter denen viele SchülerInnen leiden. 2013 wandten sich allein an die kija Salzburg 470 SchülerInnen, die gemobbt wurden. Die kija Salzburg fordert schon lange, dem Problem mit einem umfassenden Gewaltpräventionskonzept (Stichwort: Schulsozialarbeit; Ausbildung der LehrerInnen; Soziales Lernen; Peermediation etc.) zu begegnen. Das alles kostet Geld, das es seit Jahren nicht gibt. Zu den Sparvorhaben der Regierung fällt einer Lehrerin gegenüber der kija Salzburg deshalb nur noch Folgendes ein.
"In den Schulen soll kreativ gespart werden? Das bedeutet Sparen am Kreativen. Die Schere zwischen Worthülse und Realität wird immer größer!" Wer jedoch bei Bildung spart, muss mit hohen Folgekosten rechnen. 

Die Schule in Österreich ist schon längst ein Pulverfass. Vielleicht legt die Regierung gerade die Lunte.

Weitere Infos

Leserbrief zu den Sparplänen


Kinderlärm als schädliche Umwelteinwirkung?

Kinder haben das Recht auf Freizeit und Spiel.(Art. 31, UN-KRK)

Im Juli 2011 regten die KIJAS Österreich in Anlehnung an das deutsche Immissionsschutzgesetz eine Gesetzesnovelle an, wonach Kinderlärm aus Kindergärten, Spilplätzen etc. in der Regel keine schädlichen Umwelteinwirkungen sein sollen und bei der Beurteilung derselben keine Immissionsgrenz- und richtwerte herngezogen werden sollten. Drei Jahre später haben die NEOS das Thema aufgegriffen und im Nationalrat eine entsprechende Änderung des ABGBs beantragt. So soll rigorosem Spielverbot auf verschiedenen Plätzen Einhalt geboten werden.

Parallel dazu ist es notwendig, auf Landesebene die Bautechnikgesetze zu novellieren, denn momentan führen diese dazu, dass Kindergärten hinter hohen Lärmschutzwänden verschwinden oder überhaupt nur abseits von Wohngebieten errichtet werden können. In der Steiermark und in Oberösterreich wurde eine entsprechende Gesetzesänderung auf den Weg gebracht. Auch in Salzburg diskutierte der Landtag, bis Juni 2014 soll die Novelle fertig sein. Rückenwind bekommt die kija Salzburg von der Bevölerkung. Bei einer Livediskussion auf Radio Salzburg mit der Salzburger Kinder- und Jugendanwältin sprachen sich viele HörerInnen für mehr Verständnis für Kinder aus.

Neben den genannten Gesetzesnovellen könnte man auch durch kinderfreundliche Hausordnungen, Flächenwidmungspläne, die mehr unverbaute Flächen vorsehen, und Freiräume für Jugendliche einen großen Schritt in Richtung kinder- und jugendfreundliche Gesellschaft tun.

Weitere Infos

KIJAS fordern Gesetzesabänderung (2011)

Radiosendung (Mittagszeit, Mi. 08. Mai)


Regionales

"Ich will hier Raus(ch)!"

Das Netzwerk Kinder- und Jugendarbeit im Pongau lädt zu Vortrag, Austausch und Diskussion zum Thema Jugendliche und Alkohol ein.

Wann: Mo. 12. Mai 2014, 17.00 bis 19.00 Uhr

Wo: Pfarrzentrum Bischofshofen 

Anmeldung: mail, 0664-9358104

Vortrag Hochbegabung und/oder Lernschwäche

MutMachen Pongau/ Lungau bietet für MutMacherInnen und alle Interessierten diese Fortbildung an.

Wann: Do. 22. Mai 2014, 17.00 bis 20.00 Uhr

Wo: Aula der neuen Mittelschule Tamsweg, Lasabergweg 2, 5580 Tamsweg

Weiere Infos: mail

Cybermobbing in der Region

Reagiert hat die kija Salzburg auf eine Jugendbefragung der Pongauer Gemeinde St. Johann. Darin gaben Jugendliche an, stark vom Thema Cybermobbing betroffen zu sein. Nun behandelt die kija Salzburg das Thema gezielt in zwei Schulen aus der Region.


Mobbing-Jugendkonferenz

Wer schon mal gemobbt wurde, hat einiges durchgemacht, aber er hat auch Erfahrungen gesammelt und möglicher Weie Strategien entwickelt, die gegen Mobbing wirken. Die kija Salzburg organisiert deshalb dazu eine Jugendkonferenz. Betroffene und ehemalige Betroffene können sich austauschen und unter professioneller Anleitung einen Anti-Mobbingplan entwickeln, der anderen weiterhelfen kann. 

Interessierte Jugendliche bzw. junge Erwachsenen können sich bei der kija Salzburg anmelden. Allfällige Fahrtkosten werden von der kija Salzburg übernommen.

Anmeldung & Infos:

mail, 0699-11666246


EU-Standards für Flüchtlingskinder

Rund 100.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge leben schätzungsweise in Europa. Doch die Betreuungsstandards sind von Land zu Land verschieden, oft leben die Flüchtlingskinder unter Bedingungen, die den Kinderrechten widersprechen, fast immer unter deutlich schlechteren Bedingungen als ihre autochthonen AltersgenossInnen. Alle Kinder haben jedoch das Recht auf einen Obsorgeberechtigten, der ihre Interessen vertritt und dem Kindeswohl verpflichtet ist. Deshalb möchte die EU nun einheitliche Core-Standards implementieren. Unter dem Titel "Closing a protecting gap" wurden zehn grundlegende Standards erarbeitet. Beim Folgeprojekt „Closing a protection gap 2.0“ geht es nun darum, die erarbeiteten Standards umzusetzen. Die Asylkoordination Österreich ist aktiver Projektpartner, denn auch in Österreich bestehen grobe Defizite bei der Ausgestaltung der Obsorge für UMF.

In Salzburg setzt sich die kija Salzburg seit Längerem vehement dafür ein, dass die Tagsätze in der Betreuung der UMF den Tagsätzen regulär fremduntergebrachter Kinder und Jugendlicher angepasst werden. Derzeit liegen diese deutlich darunter, was sich dramatisch auf die Lebensqualität der jungen Menschen auswirkt (Durch fehlende Betreuung gibt es z. B. kaum gemeinsames Essen oder Begleitung bei Arztbesuchen, Freizeitaktivitäten oder die Teilnahme an Schulausflügen sind praktisch nicht finanzierbar).

Weitere Infos

Asylkoordination Österreich

Arbeitsgruppe UMF

Seperated Children in Europe


Termine

Angebote für Eltern

Eltern lernen

Am 09. Mai beginnt die kostenlose Workshopreihe "Eltern entwickeln sich" des Familienreferats Salzburg. Dabei werden Eltern bzw. Alleinerziehende beim Elternsein unterstützt. Auch das Gefühl der Überforderung hat hier Platz.

Termine: 09./16./23. Mai 2014, 16.00 bis 19.00 Uhr
Anmeldung: 0662/8042-5417

Kraft tanken

Eine "Auszeit", um wieder Kräfte zu sammeln, gibt es für Eltern von Kindern mit Behinderung in Tamsweg, St. Johann und Oberndorf. Im Rahmen von "Auszeit" finanziert das Familienressort einmal pro Monat einen professionell betreuten Tag mit spannendem Programm für Kinder und junge Erwachsene mit oder ohne Behinderung. Die Kosten für die Eltern betragen 15,- Euro. Inkludiert sind Mittagessen, Eintrittskarten bei Ausflügen etc.

Aktuelle Termine: Forum Familie  

Finanzielle Unterstützung

Forum Familie hat aktuell unter dem Titel "Geld für die Familienkassa - Beihilfen & Förderungen" eine Online-Broschüre herausgegeben, in der sich viele gute Tipps für Familien finden.

Broschüre


Vortragsreihe: Soziale Bedingungen von Bildung

Die Erziehungswissenschaften der Universität Salzburg organisieren eine Vortragsreihe zum Thema Bildung. Bildung ist die zentrale Frage unserer Zeit. Diskutiert werden soll aber nicht nur über die Schulen, sondern auch über andere Bildungsinstitutionen. Neue Kooperationen könnten dadurch angeregt werden.

Termine:

07. & 21. Mai 2014, 19.00 bis 21.00 Uhr, Unipark Nonntal
11. & 25. Juni 2014,19.00 bis 21.00 Uhr, Unipark Nonntal

Infos


Das Team der kija Salzburg wünscht ein interessantes Leseerlebnis. Wir freuen uns über Ihre Rückmeldungen. Laufende Infos rund um die kija Salzburg erhalten Sie auch auf: www.facebook.com/kijasalzburg

Suchen & Finden
Auf deiner Seite - kija Salzburg:

0662 430 550

Außerhalb der kija-Öffnungszeiten →
kids-line: 0800 234 123
Neue School Checker App! School Checker App!
School Checker auf iTunes School Checker auf Google Play
Deine Rechte, deine App! Deine Rechte, deine App!
Deine Rechte U18 lite - Barbara Erblehner-Swann Get it on Google Play
Schriftgröße / Kontrast:
Schriftgröße anpassen:
Kontrast anpassen:

Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg, Gstättengasse 10, 5020 Salzburg
Tel: +43(0)662-430 550, Fax: +43(0)662-430 550-3010