Newsletter kija Sbg 01/14

Liebe FreundInnen der kija Salzburg, sehr geehrte Damen und Herren,

dass die Beratungszahlen in der kija Salzburg Jahr für Jahr ansteigen, ist ja schon bekannt. Dass der deutliche Zuwachs von 2012 auf 2013 jedoch fast ausschließlich auf die Region Innergebirg entfällt, ist bemerkenswert. Lesen Sie mehr dazu in diesem Newsletter.


Statistik 2013: Großer Bedarf in der Region

2.458 Kinder und Jugendliche wandten sich 2013 mit ihren Sorgen und Fragen an die kija Salzburg. Das ist ein Plus von 686 Hilfesuchenden im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Zuwachs kommt fast ausschließlich aus der Region Pinzgau, Pongau, Lungau. Seit März 2013 fährt Regionalbeauftragte Barbara Frauendorff einmal wöchentlich für Workshops, Beratungen und Vernetzung ins Innergebirg, seither sind die Fallzahlen explodiert. Der wöchentliche kija-Regionaltag ist längst fast ein 24-Stunden-Tag. Was sich mehr als deutlich zeigt, ist, dass ein einziges Beratungsbüro für das gesamte Bundesland nicht ausreicht. Schon allein aufgrund ihres Alters sind die Kinder und Jugendlichen aus der Region nicht in der Lage, mal schnell zur Beratung in die Landeshauptstadt zu fahren. Über WhatsApp, facebook oder Telefon lassen sich zwar manche Probleme besprechen, eine fundierte perönliche Beratung kann dadurch jedoch nicht ersetzt werden. Die Zahlen legen es nahe: Die Region braucht jetzt eine fixe niederschwellige Anlaufstelle mit angebundener mobiler Beratung!

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Auch im Kinderschutzzentrum, das Kinder mit Gewalterfahrungen begleitet, steigen die Fallzahlen Jahr für Jahr. Auf der anderen Seite stagnieren die Gelder. Die sich daraus ergebende Kluft führt dazu, dass der Betrieb in der derzeitigen Form nicht aufrechterhalten werden kann. Durch Engpässe in weiteren Einrichtungen/Strukturen ist die psychosoziale Versorgung von Kindern in manchen Bezirken längst nicht mehr gewährleistet. Die kija Salzburg sieht dadurch das Kinderrecht auf Schutz vor Gewalt bedroht und fordert die finanzielle Absicherung der bewährten Einrichtungen.

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Gesucht: MutMacherInnen in der Region

Hervorragend entwickelt hat sich im vergangenen Jahr die MutMachen-Gruppe Pongau/Lungau. Aufbauend auf den Erfahrungen aus der Stadt war es möglich, innerhalb kürzester Zeit engagierte MentorInnen für die Bezirke zu finden. Nun werden weitere Interessierte gesucht. Am Samstag, dem 1. März 2014, findet die erste Ausbildung 2014 im Lungau statt.
Aber auch für diejenigen, die bereits eine Mentorenschaft übernommen haben, gibt es in den nächsten Monaten interessante Termine. Geplant sind Fortbildungen zu den Themen Umgang mit Trauer und Tod in der Familie, Zwangsheirat und kulturelle HintergründeHochbegabung und Lernschwäche und Vorbilder und Peergroup

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Elisabeth Rainer, Tel. 0650-2434 647, mail


Kinder- und Jugendanwältin diskutiert im WeltRaum

Am 14. Jänner organisierte Akzente Salzburg in Bischofshofen unter dem Titel "WeltRaum - global, regional, egal!?!" eine gesellschaftspolitische Jugenddiskussion mit ExpertInnen und PolitikerInnen, an der auch Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt teilnahm. Sie diskutierte mit rund 15 Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren, wozu es die Kinder- bzw. Menschenrechte gibt und wo diese Rechte verletzt werden. In diesem Zusammenhang beschäftigte die SchülerInnen aus den unterschiedlichsten Schultypen die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen im Berufsleben ebenso wie die Situation von BettlerInnen in Österreich oder der Zusammenhang von Armut in der sogenannten Dritten Welt und Wohlstand in Europa. 

Auch in den anderen ExpertInnenrunden wurde eifrig diskutiert. Heißes Thema in der Diskussionsgruppe "Bildung" war die Zentralmatura. Was die SchülerInnen daran besonders stört, ist, dass sie in den Entwicklungsprozess zu wenig eingebunden waren. Die Kritik kommt zurecht, denn laut BVG über die Rechte der Kinder, Artikel 4, haben Kinder das Recht, in alle sie betreffenden Belange einbezogen zu werden. 

Was sich auffallend durch alle Gesprächsrunden durchzog, war das große Interesse der SchülerInnen. Sogar die Pause wurde durchdiskutiert. Erfrischend war auch die Bereitschaft, vorgefertigte Meinungen aufgrund neuer Argumente und Fakten noch einmal zu überdenken. Eine Eigenschaft, dei sich auch Erwachsene bewahren sollten!

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Gesundheitsschädliche Wasserpfeife

Das Rauchen von Wasserpfeifen liegt im Trend. Tabaksorten in den verschiedensten Geschmacksrichtungen, von Cola bis Apfel, sprechen besonders junge Menschen an. Laut einer Umfrage schätzen Jugendliche das Gesundheitsrisiko des Wasserpfeifenrauchens als weit geringer ein als das des Zigarettenrauchens. Dabei atmet man mit dem Shishatabak laut Expertenmeinung 4.000 bis 7.000 Schadstoffe ein, selbst wenn der Tabak nikotinfrei ist. Deshalb hat der Salzburger Landtag am 15. Jänner einstimmig beschlossen, den Kauf und Konsum von Substanzen zur Verbrennung und/oder Verdampfung in Wasserpfeifen für unter 16-Jährige zu verbieten.

Die kija Salzburg unterstützt diesen Beschluss, auch wenn sie sich insgesamt mehr Anstrengungen beim NichtraucherInnenschutz wünscht. Österreich ist eines der wenigen Ländern innerhalb der EU, das Rauchen schon ab 16 Jahren zulässt. Eine Anhebung der Altersgrenze wäre erstrebenswert, wobei Verbote immer mit Präventionskonzepten einhergehen müssen. Bei der Diskussion rund um rauchfreie Gaststätten fordert die kija Salzburg ein Ende der halbherzigen Lösungen im Sinne der Gesundheit. Darüber hinaus brauchen Jugendliche andere Bereiche außerhalb der Rauschkultur, wo sie sich ausprobieren und selbstverwirklichen können und ihren Kick bekommen.

Evaluation der kija-Ombudsperson

Seit Herbst 2012 läuft das kija-Pilotprojekt "Vertrauensperson fürs Großwerden außerhalb der Familie" in drei Salzburger Wohngemeinschaften. Nach Dafürhalten der kija Salzburg soll das Pilotprojekt künftig, finanzielll und legistisch abgesichert, auf alle Salzburger Einrichtugnen ausgedehnt werden. Doch ist die Vertrauensperson tatsächlich zielführend? Gefördert von der Bank Austria evaluieren die beiden Wissenschaftlerinnen Miriam Heiderer und Katrin Roßmann das Pilotprojekt. Noch ist die Forschung nicht gänzlich abgeschlossen. Klar sagen lässt sich jedoch bereits jetzt, dass sich die Kinder in den Pilot-WGs eine Fortführung des Projektes wünschen. Auch die in den WGs tätigen BetreuerInnen würden das Projekt weiterempfehlen.

Die nächsten Wochen wird die kija Salzburg dazu nutzen, die politischen EntscheidungsträgerInnen von der Dringlichkeit einer Ombudsperson für WG- und Heimkinder zu überzeugen. Im Landes-Kinder- und Jugendhilfegesetz, das mit 1. Mai 2014 beschlossen wird, soll der Zugang der kija Salzburg zu den WGs jedenfalls enthalten sein. Zu Vieles ist geschehen, als dass der Gesetzgeber hier untätig bleiben könnte.


Sexueller Missbrauch im Strafregister

Seit 1. Jänner 2014 gibt es eine erweiterte Strafregisterbescheinigung. Während in der gewöhnlichen Strafregisterbescheinigung nur Verurteilungen zu Freiheitsstrafen über sechs Monaten aufscheinen, sind bei der Strafregisterbescheinigung Kinder- und Jugendfürsorge sämtliche Verurteilungen ersichtlich, die Delikte gegen die Sexuelle Integrität und Selbstbestimmung betreffen. Anfordern kann eine solche Strafregisterbescheinigung nur, wer bestätigen kann, dass es im Rahmen der Tätigkeit zur Betreuung, Erziehung, Pflege und Ausbildung von Minderjährigen kommt. Die kija Salzburg begrüßt diese Gesetzesnovelle und wird dementsprechend ab sofort im Rahmen ihres ehrenamtlichen MentorInnenprojektes "MutMachen" die Vorlage der entsprechenden Strafregisterbescheinigung verlangen.

Ausstellung einer erweiterten Strafregisterbescheinigung


Politik & Kinderrechte

Vor den Nationalratswahlen befragte das Netzwerk Kinderrechte die kandidierenden Parteien zu wichtigen Themen rund um die Kinderrechte. Die Antworten können Sie jetzt hier nachlesen:

Politik & Kinderrechte

Säumig ist Österreich jedenfalls bei der Unterzeichnung des 3. Zusatzprotokolls der UN-Kinderrechtskonvention. Dieses beinhaltet ein Individualbeschwerdeverfahren speziell für Kinder, welches die Möglichkeit eröffnet, eine Verletzung der Kinderrechtskonvention beim UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes in Genf geltend zu machen. Mittels einer Petition fordert Child Rights Connect die Staaten der Welt auf, alle kinderrechtlichen UN-Konventionen und Zusatzprotokolle zu ratifizieren.

Petition


Termine

Kost-Nix-Laden

Wann: Mi. 05. Februar 2014, 14.00 bis 18.00 Uhr

Wo: Jugendzentrum Iglu, Haydnstraße 4, 5020 Salzburg

Beim Kost-Nix-Laden können sich AsylwerberInnen gratis nehmen, was sie für ihr Leben brauchen.

Für alle Menschen, die Sachen abgeben möchten:

Die Annahmezeiten für Gegenstände und Kleidung sind von Mo. 20. bis Fr. 31. Jänner von 12.00 bis 17.00 Uhr. Bitte melden Sie sich beim Jugendzentrum IGLU unter 0662/877386 oder juz-iglu(at)kirchen.net und klären Sie mit den MitarbeiterInnen ab, ob Ihre Sachen benötigt werden. Besonderer Bedarf besteht an Laptoptaschen, (moderner) Kleidung, Fußballschuhen, Sportsachen, Bettwäsche, Elektrogeräten aus dem Haushalts- und Küchenbereich, Essgeschirr, Teller, Wasserkocher usw.

Bitte keine reinen Zierartikel, keine Möbel, keine alten (Röhren-)Fernseher und nichts, was zu groß ist, um es zu Fuß transportieren zu können.


Lehrgang Menschenrechtsarbeit

Menschenrechtsarbeit kann man lernen und professionalisieren. Die Plattform Menschenrechte bietet einen siebenteiligen Lehrgang an. „Mit Betroffenheit umgehen“, „Spielregeln ehrenamtlichen Engagements“ oder
„Fallarbeit: Begleitung und Intervention“, so lauten die Titel einiger der
spannenden Themenblöcke. Der kostenlose Lehrgang richtet sich an ehrenamtlich Engagierte im Raum Salzburg.

Anmeldung & Infos


Kinder für den Friedenspreis gesucht

Seit 2005 vergibt die holländische Kinder-Friedenspreisstiftung den Internationalen Kinderfriedenspreis. Neben der Unterstützung der Arbeit der GewinnerInnen beinhaltet der Preis die Ausschüttung von 100.000,- € für Kinderrechteprojekte. 2013 gewann das pakistanische Mädchen Malala Yousafzai für ihren Einsatz für das Recht auf Bildung für Mädchen den Preis. Auch 2014 wird der Kinderfriedenspreis vergeben. Noch können KandidatInnen nominiert werden. Wenn Sie ein Kind zwischen zwölf und 18 Jahren kennen, das Außergewöhnliches für die Kinderrechte leistet, dann schlagen sie es doch vor. Die Nominierungsfrist läuft noch bis zum 1. März 2014.

Mehr Infos


Das Team der kija Salzburg wünscht Ihnen ein informatives Leseerlebnis und ein erfolgreiches Jahr 2014. Wir freuen uns, wenn Sie auch in diesem Jahr unsere Aktivitäten mitverfolgen. Laufende Infos rund um die kija Salzburg erhalten Sie auch auf: www.facebook.com/kijasalzburg

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Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg, Gstättengasse 10, 5020 Salzburg
Tel: +43(0)662-430 550, Fax: +43(0)662-430 550-3010