Newsletter kija Sbg 08/13

Liebe FreundInnen der kija Salzburg, sehr geehrte Damen und Herren,

nicht, dass wir in den letzten Monaten in ein Sommerloch gefallen wären, aber mit einer frisch wiederbestellten Chefin startet es sich doch gleich mit doppeltem Elan in den Herbst. Und zur Feier des Tages bzw. des Salzburger Weltkindertages möchten wir Sie am 27. September ins DAS Kino einladen. Lesen Sie mehr dazu in diesem Newsletter!


Kinder- und Jugendanwältin wiederbestellt!

Nach einem Hearing vor dem Salzburger Jugendwohlfahrtsbeirat wurde Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt am Montag den 26. August 2013 für weitere fünf Jahre in ihrer Funktion bestätigt.

In den kommenden Monaten möchte die „frisch gebackene" Kinder- und Jugendanwältin einerseits wichtige kija-Arbeitsbereiche vom Projektstatus auf festen Boden bringen, andererseits auch in einigen neuen Feldern kräftig mitmischen: Die bewährte Mobbing- und Regionalarbeit gehören ebenso auf fixe Beine gestellt wie die kinderanwaltliche Vertrauensperson für fremduntergebrachte Kinder. Beim Landes-Kinder- und Jugendhilfegesetz möchte Holz-Dahrenstaedt verbesserte Standards in der Jugendwohlfahrt durchsetzen und auch die Themen Asyl und Kinder bzw. Eltern in Haft werden die kija Salzburg weiter beschäftigen. Ein längerfristiges Ziel der Juristin ist es, kinderrechtliche Errungenschaften der letzten Jahre - von der Besuchsbegleitung über den Kinderbeistand bis zur Familiengerichtshilfe - zu bündeln und unter dem Dach des sogenannten "Außergerichtlichen Familienausgleichs" zusammenzuführen.

Zu tun gibt es also genug, frei nach Che Guevara und Christoph Schlingensief lautet das Motto für die nächsten Jahre:

"Seien wir realistisch & planen ein Wunder!"


Wenn Kinder oder Eltern im Gefängnis sind ...

Wenn Jugendliche ins Gefängnis kommen, brauchen sie besondere Betreuung. Aktuell besucht die kija Salzburg zwei inhaftierte Jugendliche regelmäßig, um ihnen als kinderanwaltliche Vertrauensperson zur Seite zu stehen. Aber auch wenn ein Elternteil im Gefängnis sitzt, leiden die Kinder unter der Trennung. Viel zu selten können sie Vater oder Mutter besuchen und das oft nur in der beklemmenden Umgebung eines kühlen Gefängnisbaus. Aufgrund der guten Kooperation mit der Salzburger Justizanstalt, allen voran mit Leiter und Diplompädagogen Dietmar Knebel, ist es seit dem Frühjahr diesen Jahres jedoch möglich, dass inhaftierte Elternteile zum Besuch ihrer Kinder in die kija Salzburg kommen. Hier können sie sich abseits der trennenden Scheibe in die Arme schließen. Für den Neubau des Gefängnisses in Puch ist ein geeigneter Familienbesuchsraum vorgesehen, bei dessen Gestaltung sich die kija Salzburg mit ihrem Know-how einbringen wird.

Darüber hinaus haben die KIJAS Österreich folgende Forderungen formuliert:

  • Wiedereinführung des Jugendgerichtshofes;
  • Ausbau der Alternativen zur Haft (Geeignete WGs, individuelle Maßnahmen, ...);
  • Eigene Jugendstrafvollzugsanstalten;
  • Bessere Ausbildung für Beamte, die im Jugendstrafvollzug tätig sind;
  • Rechtsanspruch auf Ausbildung für Jugendliche in Haft;
  • Jugendpsychiatrische Behandlugn bzw. diagnostische Abklärung von Jugendlichen in Haft;
  • Externe Vertrauensperson für Jugendliche in Haft;
  • Möglichkeit für Tischbesuche; ...

Im Juli nahm die Salzburger Kinder- und Jugendanwältin an der Task Force des Bundesministeriums für Justiz teil, um österreichweite Verbesserungen durchzusetzen. Für Herbst 2013 plant die kija Salzburg einen Runden Tisch mit den wichtigsten Salzburger AkteurInnen, um im Einzelfall die Vernetzung zu verbessern.


Schulanfang: Super s'Cool-Card & Schuleschwänzen

Super s'Cool-Card

Ab diesem Schuljahr gibt es auch für Salzburg die Super s'Cool-Card. Um 96,- Euro ermöglicht sie SchülerInnen und Lehrlingen da ganze Jahr über alle öffentlichen Verkehrsmittel im Bundesland zu nutzen. Einzige Voraussetzung ist es, in Salzburg den Hauptwohnsitz zu haben oder hier zur Schule zu gehen bzw. die Lehre zu absolvieren. Damit sind auch Flüchtlingskinder nicht mehr von diesem Angebot ausgeschlossen.
Einziger Wermutstropfen: Das von Bund, Land und Verkehrsverbund getragene Angebot ist um 36,- Euro teuerer als ein ein vergleichbares Angebot in Wien, Niederösterreich und Burgenland.

Bestellung:www.scoolcard.at/super

Teures Schwänzen

Bildung ist teuer und Schulverweigerung wird nicht gerne gesehen. Deshalb regelt das Schulpflichtgesetz, wie gegen Schuleschwänzen vorzugehen ist. Wenn ein/e SchülerIn in einem Semester fünf Tage (oder 30 Stunden) oder drei Tage in Folge unentschuldigt fehlt, tritt der Fünf-Stufen-Plan in Kraft:

  1. Elterngespräch (Eltern, SchülerIn, Klassenvorstand) → schriftliche Vereinbarung → Binnen vier Wochen erneutes Gespräch → Wenn keine oder zu wenig Wirkung eingetreten ist →
  2. DirektorIn bindet SchulpsychologIn / SozialarbeiterIn / BeratungslehrerIn mit ein → Problemanalyse und darauf aufbauende weitere schriftliche Vereinbarung → Binnen vier Wochen erneutes Gespräch und wenn keine oder zu wenig Wirkung eingetreten ist →
  3. Elterngespräch (Eltern, SchülerIn, Klassenvostand) mit Schulaufsicht → Festlegung von Maßnahmen zur Beseitigung der Ursachen → Binnen zwei Wochen erneutes Gespräch → Wenn keine oder zu wenig Wirkung eingetreten ist →
  4. Meldung an das Jugendamt, wenn der Verdacht der Kindeswohlgefährdung besteht.
  5. Wenn das alles nicht wirkt, können die Eltern und der/die SchülerIn, vorausgesetzt er/sie ist über 14 Jahre alt, mit maximal 440,- Euro Geldstrafe oder zwei Wochen Ersatzfreiheitsstrafe bestraft werden.

MutMachen-Sommerfest

Am vorletzten Samstag im August lud MutMachen alle MentorInnen und Mentees zum Sommerfest auf die Burg Hohenwerfen ein. Dank der freundlichen Unterstützung von Burgverwalter Peter Meikl und der Burgschenke waren sowohl der Eintritt als auch das Essen kostenlos. Zum Glück spielte auch das Wetter mit und so war es ein wundervoller Tag, bei dem MutMacherInnen aus Stadt und Land sich besser kennenlernen und austauschen konnten.

Neben der beeindruckenden Greifvogelschau, einer Burgführung und vielen Spielestationen für Kinder gab es speziell für die MutMacherInnen und ihre Mentees eine Führung im Falknermuseum - Räumlichkeiten, die nur zu besonderen Anlässen geöffnet werden. Bei so viel Abwechslung ist es also kein Wunder, dass die MutMachen-Kinder am Abend nicht mehr nach Hause gehen wollten. Genau so muss der Sommer sein!

Achtung:

Wer noch nicht abgestimmt hat, kann noch bis Ede der Woche (8. September) seine Stimme für das Voting zum Sozialpreis abgeben!


Verbesserung: Keine Abschiebungen bei UMFs

Aus für Dublin II bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom 6. Juni 2013 dürfen Flüchtlingskinder nicht mehr in andere EU-Staaten abgeschoben werden. In Österreich beantragen jährlich rund 1.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge Asyl. Viele von ihnen wurden jedoch auf ihrer langen Flucht schon in anderen EU-Staaten, allen voran Italien und Ungarn, registriert. Seit dem Urteil kann Österreich die Minderjährigen nicht mehr in diese Staaten zurückschieben sondern muss ihren Antrag im Land überprüfen. Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes basiert auf der Europäischen Grundrechtscharta, wonach das Kindeswohl vorrangig zu behandeln ist.

Quelle: Anny Knapp, asylkoordination Österreich

Petition gegen Unmenschlichkeit

In diesem Zusammenhang möchte die kija Salzburg erneut auf die Petition "Gegen Unmenschlichkeit" hinweisen, die mittlerweile über 20.000 Menschen unterzeichnet haben. Ziel ist es, noch bis zur Nationalratswahl möglichst viele Stimmen zu sammeln, um nach der Wahl mit der neuen Regierung gestärkt in Verhandlung treten zu können. 

Petition


Internationaler Friedenspreis für Malala

Die 16-jährige pakistanische Bloggerin und Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai erhält von der niederländischen Organisation KidsRights den Internationalen Friedenspreis für Kinder 2013.

Ab dem Alter von elf Jahren setzte sich Malala aktiv für das Recht von Mädchen auf Bildung ein, das in ihrer Heimat von den Taliban bedroht wurde und wird. Im Oktober 2012 wurde sie deshalb Opfer eines Anschlags. Im Schulbus, auf dem Heimweg von der Schule, schoss der Täter Malala ins Gesicht. Zu dem Attentat bekannten sich die Taliban. Malala überlebte. Mittlerweile wohnt sie in Großbritannien, wo sie sich nach wie vor für das Recht auf Bildung einsetzt und auch selbst zur Schule geht.

Der Friedenspreis wird Malala am 6. September in Den Haag von Friedensnobelbreisträgerin Tawakkol Karman überreicht. Neben dem Preisgeld für die Gewinnerin werden auch 100.000,- Euro für Mädchen-Bildungsprojekte in Pakistan zur Verfügung gestellt.

Weitere Infos


Termine

Salzburger Weltkindertag: Wir laden Sie ins Kino ein!

Die kija Salzburg feiert heuer ihren 20. Geburtstag. Aus diesem Grund möchten wir Schulklassen und auch Erwachsene zum diesjährigen Weltkindertag - der in Salzburg am Freitag den 27. September gefeiert wird - ins DAS Kino einladen. Zu sehen gibt es ...

Der Junge mit dem Fahrrad

Freigegeben ab 12 Jahren, Eintritt frei!

Wann:  Fr. 27. September 2013, 10.30 – 12.30 Uhr
Wo:   DAS KINO, Giselakai 11, 5020 Salzburg

Der zwölfjährige Cyril hat nur einen Wunsch: Seinen Vater wiederzufinden, der ihn auf unbestimmte Zeit in einem Kinderheim untergebracht hat. Dabei trifft er auf Samantha. Plötzlich ist da jemand, der zu ihm hält ...

Begrenzte TeilnehmerInnenzahl - Anmeldung bis 20. September:

kija(at)salzburg.gv.at oder 0662-430 550


Das Team der kija Salzburg wünscht ein informatives Leseerlebnis und freut sich, Sie z. B. im Kino wiederzusehen! Laufende Infos rund um die kija Salzburg erhalten Sie auch auf: www.facebook.com/kijasalzburg

Suchen & Finden
Auf deiner Seite - kija Salzburg:

0662 430 550

Außerhalb der kija-Öffnungszeiten →
kids-line: 0800 234 123
Neue School Checker App! School Checker App!
School Checker auf iTunes School Checker auf Google Play
Deine Rechte, deine App! Deine Rechte, deine App!
Deine Rechte U18 lite - Barbara Erblehner-Swann Get it on Google Play
Schriftgröße / Kontrast:
Schriftgröße anpassen:
Kontrast anpassen:

Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg, Gstättengasse 10, 5020 Salzburg
Tel: +43(0)662-430 550, Fax: +43(0)662-430 550-3010