Im Rahmen der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt“ haben die Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg und das Gewaltschutzzentrum Salzburg Anfang Dezember eine bedeutende Präventions- und Informationsaktion direkt im Terminal des Flughafens Salzburg durchgeführt. Ziel war es, Passagier:innen, Flughafenmitarbeiter:innen und das nähere Umfeld auf das oft verdeckte Gewaltphänomen Zwangsheirat aufmerksam zu machen und konkrete Hilfsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Der Flughafen Salzburg unterstützte die Aktion aktiv und stellte die Fläche für einen Infostand zur Verfügung. Mitarbeiter:innen der kija Salzburg und des Gewaltschutzzentrums verteilten Informationsmaterialien, führten Gespräche und stellten dem Security-Personal gezielte Unterlagen zur Verfügung, um Warnsignale künftig besser erkennen zu können.
Im Mittelpunkt stand die Botschaft, dass Zwangsheirat ein schwerwiegender Eingriff in die Selbstbestimmung ist und in Österreich klar als Gewalt gilt. Viele Betroffene – meist junge Frauen, teilweise auch Männer – erleben massiven familiären Druck, Drohungen oder körperliche Gewalt. Häufig suchen sie erst sehr spät Hilfe, oft unmittelbar vor einer drohenden Auslandsreise.
Auch der derzeit in sozialen Medien kursierende „Löffeltrick“ wurde thematisiert. Expert:innen machten deutlich, dass dieser – ein versteckter Metallgegenstand, der bei der Sicherheitskontrolle Alarm auslösen soll – höchstens eine letzte Notlösung sein kann, aber keine verlässliche Schutzmaßnahme darstellt. Die zentrale Botschaft lautete daher: „Nicht auf Tricks verlassen – frühzeitig Hilfe holen.“
Viele Passagier:innen nutzten die Gelegenheit, sich über Warnsignale, Handlungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote zu informieren. Besonders gefragt waren Hinweise zu Schutzmaßnahmen, rechtlichen Möglichkeiten und den anonymen Beratungsangeboten des Gewaltschutzzentrums Salzburg.
Das Gewaltschutzzentrum stellte dabei seine zentralen Leistungen vor – darunter vertrauliche und kostenlose Beratung, Gefährdungseinschätzung, individuelle Sicherheitsplanung, Begleitung zu Polizei und Gericht sowie Soforthilfe in akuten Situationen, insbesondere vor geplanten Auslandsreisen. Auch typische Warnsignale wie massiver familiärer Druck, Drohungen, plötzliche Auslandsreisen oder Angst, eigene Wünsche zu äußern, wurden besprochen.
Die Aktion zeigte deutlich, wie wichtig Sensibilisierung in einem sensiblen Umfeld wie dem Flughafen ist. Durch die Zusammenarbeit der kija Salzburg und des Gewaltschutzzentrums können Betroffene schneller Unterstützung finden – vertraulich, kostenlos und auf Wunsch anonym.
Ergänzend zur Aktion stellen beide Einrichtungen regelmäßig kurze Informationsvideos zum Thema Zwangsheirat und Gewaltprävention bereit. Weitere Inhalte finden sich auf den Social-Media-Kanälen der kija Salzburg und des Gewaltschutzzentrums Österreich.
YouTube: kija Salzburg - YouTube
Zwangsheirat ist in Österreich eine Form von Gewalt – und niemand muss sie erdulden.
Es gibt Hilfe. Vertraulich, kostenlos und jederzeit erreichbar.
Das Gewaltschutzzentrum Salzburg bietet:
- Spezialisierte Opferschutzeinrichtung für alle Formen häuslicher Gewalt, Stalking und Zwangsheirat
- Niederschwellige, schnelle Hilfe und rechtliche Unterstützung








