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Internationaler Kinderrechtetag – ein Grund zum Heulen

Ein Kommentar der Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt zur derzeitigen Lage.

Bild einer jungen Frau mit traurigem Gesichtsausdruck

Symbolbild: cc 2.0 Alyssa L. Miller / flickr

„Danke, dass ihr uns den ganzen Wahnsinn nochmals zumutet.

Danke, dass ihr uns nicht wirklich geschützt habt.

Danke, dass auch Kleinkinder auf Intensivstationen liegen.

Danke, dass wir wieder in den Lockdown müssen und nicht wissen, ob wir jetzt in die Schule können oder nicht.

Wir haben uns die letzten eineinhalb Jahre so gut wie möglich an alle Maßnahmen gehalten, viel in Kauf genommen, und einen hohen Preis dafür bezahlt. Wir wünschen uns von euch Erwachsenen, dass ihr nun alles tut, um uns zu schützen und uns einen halbwegs normalen (Kindergarten- und Schul-)Alltag zu ermöglichen, mit allem was dazugehört: draußen sein, Sport machen, Freunde treffen, in Jugendzentren gehen… Wir wünschen uns auch, dass wir verständlich informiert werden und ihr unsere Meinung respektiert, wenn wir uns impfen lassen wollen, weil wir das nach unserem 14. Geburtstag selbst entscheiden dürfen. Und bitte, bitte lasst die Schulen offen! Wir wollen nicht schon wieder in die komplette Isolation und Menschen stundenlang im Bildschirm ansehen. Ihr habt uns versprochen, dass wir es bald geschafft haben, das hat uns beim Durchhalten geholfen. Ehrlich gesagt, verstehen wir nicht, wie es so weit kommen konnte!“

So oder so ähnlich könnte ein Leserbrief vieler Kinder und Jugendlichen lauten, die sich an die kija wenden. Die psychischen Belastungen und Erkrankungen von Kindern seit Beginn der Covid-19 Pandemie sind bekannt, die Triage in der Kinder- und Jugendpsychiatrie steht leider schon lange an der Tagesordnung!

Zwar machen die stark steigenden Infektionszahlen verschärfte Maßnahmen erforderlich, wir sprechen uns aber klar gegen weitere gravierende Einschnitte in das Leben junger Menschen aus und fordern weitreichende Sonderregelungen bzw. maximal mögliche Normalität für Jugendliche. Kinder sind die am meiste getestete Bevölkerungsgruppe, die die am diszipliniertesten ihren Nasen-Mund-Schutz oder FFP2 Maske tragen, aber gleichzeitig diejenige Gruppe, deren Bedürfnisse am wenigsten Beachtung finden. Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen müssen, zumindest im Schichtbetrieb, offenbleiben!

Das „Kindeswohl ist bei allen Maßnahmen vorrangig zu berücksichtigen“. Es ist schon zu viel Pandemiebewältigung auf dem Rücken der Kinder erfolgt. Die Erwachsenen müssen zurückstehen und Verantwortung zeigen, auch das ist der Generationenvertrag, das sind gelebte Kinderrechte.

Noch bis Freitag, 26. November, nachzuhören: die "Brandrede" der Kinder- und Jugendanwältin auf Radio Salzburg (circa bei Minute 13.22)

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