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Die österreichischen Kinder- und Jugendanwält*innen zum Internationalen Tag der Kinderrechte

Wir halten uns in Österreich zugute, in Sachen Kinderrechte im internationalen Vergleich weit vorne zu sein. Aber gerade die Pandemie zeigt deutlich auf, dass bei gesellschaftspolitischen Entscheidungsprozessen das Wohl der Kinder, das gemäß unserer Verfassung bei allen Entscheidungen vorrangig zu berücksichtigen wäre, allzu oft zurückgestellt wird.

Leider legen die stark steigenden Infektionszahlen verschärfte Maßnahmen nahe. „Wir sprechen uns aber klar gegen weitere gravierende Einschnitte in das Leben junger Menschen aus und fordern weitreichende Sonderregelungen bzw. maximal mögliche Normalität für Jugendliche. Kinder sind die am meisten getestete Bevölkerungsgruppe, sind diejenigen, die am diszipliniertesten ihren Nasen-Mund-Schutz oder FFP2 Maske tragen, aber gleichzeitig diejenige Gruppe, deren Bedürfnisse am wenigsten Beachtung finden. Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen müssen, zumindest im Schichtbetrieb, offenbleiben!“, so der Appell der österreichischen Kinder- und Jugendanwält*innen.

Unsere Kinder haben in den vergangenen eineinhalb Jahren bereits wertvolle Zeit ihrer Kindheit und Jugend verloren, weil Bildung und soziale Kontakte monatelang nur eingeschränkt und auf Distanz möglich gewesen sind.

Sie verlieren viele Möglichkeiten des Über-den-Tellerrand-Schauens, weil Auslandsaufenthalte und Sprachreisen nicht zustande kommen.
Sie verlieren sich in ihren Zimmern in den Weiten des Internets, wohin wir ihnen kaum mehr folgen können.
Sie verlieren Freund*innen in ihrer Nähe, mit denen sie Abenteuer erleben, Erinnerungen sammeln, Konflikte austragen und aneinander lernen können, weil sie auf Distanz gehalten werden. Stattdessen suchen sie sich Bekanntschaften über die sozialen Medien, die sie in eine Traumwelt mitnehmen, in der alles echt oder falsch sein kann, in der es keine echte Nähe gibt, in der man sich wegklickt, wenn man nicht derselben Meinung ist oder brutal hinhauen kann, wenn die andere Meinung nicht dem in der eigenen Echokammer geltenden Mainstream entspricht.
Sie rutschen in Depressionen, weil sie niemanden mehr haben, der ihnen wirklich zuhört und sie mit ihren Ängsten ernst nimmt.
Sie hören auf zu essen, weil sie mit sich und der Welt nicht mehr zurechtkommen.
Sie lassen sich von virtuellen Spielen vereinnahmen und viele schaffen es ohne Hilfe nicht mehr zurück in die reale Welt.
Sie nehmen die Ängste unserer Welt ungefiltert auf und viele haben kaum jemanden, mit dem sie darüber sprechen können. Sie bleiben in ihrem Angstnebel alleine.

Es gibt mittlerweile unzählige Studien, die dramatisch auf den Zustand unserer Jugend hinweisen. Ein bis fünf verlorene Monate an Schulzeit, besonders große Defizite in Mathematik, besonders große Nachteile für Kinder aus sozial schwächeren Familien - all das ist bekannt und trotzdem müssen die Kinder den Preis für das Verhalten der Erwachsenen zahlen. Daher der Aufruf der österreichischen Kinder- und Jugendanwält*innen: „Es ist höchste Zeit, das Wohl und die Interessen der jungen Menschen vorrangig zu berücksichtigen. Nicht nur mit Lippenbekenntnissen am Tag der Kinderrechte. Sondern ganz konkret und vor allem in einer Krise, die von uns allen Solidarität fordert!“

Die Kinder- und Jugendanwält*innen der österreichischen Bundesländer

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